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Argentinien: Parlament lehnt Legalisierung der Abtreibung ab

In Argentinien ist eine Initiative zur Legalisierung der Abtreibung gescheitert. Der Senat hat am 09.08.2018 mit 38 gegen 31 Stimmen eine Gesetzesvorlage abgelehnt, die bereits von der Abgeordnetenkammer angenommen worden war. Zehntausende Menschen hatten sich während der 16-stündigen Debatte auf den Straßen um das Parlament versammelt, um teils für und teils gegen die Legalisierung der Abtreibung zu demonstrieren.

Abtreibung in Argentinien grundsätzlich strafbar

In Argentinien ist Abtreibung bislang nur im Fall von Vergewaltigung oder Lebensgefahr für die Mutter erlaubt. Nach Schätzungen des Gesundheitsministeriums werden jedoch jährlich über 350.000 illegale Abtreibungen durchgeführt. Rund 50.000 Frauen werden jährlich wegen gesundheitlicher Komplikationen nach diesen Eingriffen in Krankenhäuser eingeliefert. Nach der gültigen Gesetzgebung von 1921 machen sich bei einer Abtreibung nicht nur die Ärzte, sondern auch die Frauen strafbar. Zwischen 2007 und 2016 sind in Argentinien 63 Menschen in Verbindung mit illegalen Abtreibungen vor Gericht verurteilt worden.

Katholische Kirche weiterhin gegen Legalisierung der Abtreibung

Die Abstimmungen fanden in beiden Parlamentskammern ohne Fraktionszwang statt. Der konservative Staatschef Mauricio Macri hielt sich neutral. Einige Minister, darunter der Gesundheitsminister, sprachen sich für die Gesetzesvorlage aus, andere Regierungsmitglieder dagegen. Die Katholische Kirche hatte aktiv gegen die Legalisierung der Abtreibung gestritten.

Aus dem Nachrichtenarchiv

Großbritannien: Abtreibungsverbot in Nordirland nicht menschenrechtskonform, Meldung der Redaktion beck-aktuell vom 07.06.2018, becklink 2010083

AG Gießen: Ärztin wegen Werbung für Abtreibungen verurteilt, Meldung der Redaktion beck-aktuell vom 27.11.2017, becklink 2008443

Redaktion beck-aktuell, Verlag C.H.BECK, 9. August 2018 (dpa).

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