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Veranstaltungen

Sechs Jurastudierende vertreten die Uni Jena beim internationalen Willem C. Vis Moot Court in Wien

Raus aus der Komfortzone

   Große Ereignisse werfen ihre Schatten voraus – das merken derzeit auch sechs Rechtswissenschaftsstudierende der Friedrich-Schiller-Universität Jena. Sie haben sich entschieden, in diesem Semester Pause von Stundenplan und Theorie zu machen und ihre ganze Energie stattdessen in eine maximal praktische Herausforderung zu stecken: Sie treten beim 24. Willem C. Vis International Commercial Arbitration Moot Court an, der im kommenden Jahr in Wien stattfindet.
   Bei dem internationalen Wirtschaftsrechtswettbewerb treffen Berthold Blatecki-Burgert, Emily Feigel, Laura Fleischmann, Corinna Hofmann, Nicolas Koerrenz und John Varga auf mehr als 300 weitere Teams aus der ganzen Welt. Sie sind die sechste Mannschaft, die die Uni Jena ins Rennen schickt, um komplett auf Englisch über einem Fall im UN-Kaufrecht und im Schiedsverfahrensrecht zu brüten und über sich hinauszuwachsen. Wie schon im vergangenen Jahr werden sie dabei von Pauline Köstner, Robert Heß und Prof. Dr. Giesela Rühl von der Rechtswissenschaftlichen Fakultät sowie Dr. Hazel-Ann Slinn vom Sprachenzentrum unterstützt.
   Momentan sind die Teammitglieder, die mehrheitlich im 5. Semester studieren, in der ersten Phase des angesehenen Wettbewerbs: »Bis zum 8. Dezember müssen wir den Klägerschriftsatz einreichen«, erklärt Nicolas Koerrenz. »Direkt danach startet Phase zwei mit dem Verfassen des Beklagtenschriftsatzes, der bis Ende Januar fertiggestellt sein muss.« Darin müssen sie bereits auf den Klägerschriftsatz eines gegnerischen Teams eingehen, das ihnen zugelost wird. Doch wer klagt hier eigentlich gegen wen?

Fiktiver Fall, real verhandelt

   In dem fiktiven Fall ist der Kläger ein Zulieferer von Teilen für Flugzeugturbinen, der den Käufer dieser Teile wegen der Bezahlung eines zu geringen Betrages belangt. Streitpunkt ist der Wechselkurs, weil die Parteien in verschiedenen – fiktiven – Staaten mit unterschiedlichen Währungen leben. Während der Kläger auf den Kurs von 2015 besteht, als die Lieferung erfolgte, zahlte der Beklagte entsprechend dem Umrechnungskurs beim Zustandekommen des Vertrages 2010 – und sparte damit 2,5 Mio. Dollar, auf die sich der Streitwert beläuft. Damit sich die Teilnehmer zusätzlich im Schiedsrecht erproben, geht es außerdem um verpasste Fristen und Formfehler.
   Vor allem diese Kombination außergewöhnlicher Rechtsgebiete motiviert die Studierenden zur Teilnahme. So beschreibt Corinna Hofmann »den Einblick in unbekannte Rechtsgebiete als spannende Herausforderung«. Inmitten des theorielastigen Studiums sei das Mitwirken an dem berühmten Wettbewerb zudem »ein echtes Erlebnis, bei dem man mal raus muss aus seiner Komfortzone.« Damit meint Hofmann vor allem die letzte Etappe im Vis Moot Court: die Woche vom 7. bis 13. April, wenn die Verhandlungen mit den gegnerischen Teams in Wien stattfinden. Allein in der Vorrunde, für die alle rund 300 Teams nach Österreich reisen, müssen sie sich zweimal als Kläger und zweimal als Beklagte im Gerichtssaal beweisen. Können sie überzeugen, sind sie in der K.O.-Runde der letzten 64. »Hauptsache, wir treffen da nicht wieder auf Pennsylvania«, lacht Coach Pauline Köstner. »Die letzten beiden Male sind wir gegen eine Uni von dort ausgeschieden.«

Reizvoller Gegner: Harvard

   Sonst gibt es im Grunde keine Angstgegner, wobei es die angehenden Juristen reizen würde, gegen eine amerikanische Eliteuni wie Harvard oder Yale anzutreten. Erklärtes Ziel ist es, die Vorrunde zu überstehen wie die beiden vorhergehenden Jenaer Teams. Für andere Spekulationen sei es noch zu früh im Wettbewerb, so Emily Feigel. Und obwohl er nicht damit rechnet, wünscht sich Nicolas Koerrenz augenzwinkernd »einen Empfang mit Pauken und Trompeten, wenn wir den ersten Platz machen.«
   Bis dahin jedoch liegt noch viel Arbeit vor den sechs Studierenden und ihren Betreuern. Zunächst feilen sie weiter an den Schriftsätzen, während es ab Februar gilt, die »Pleadings«, also die Verhandlungen selbst, zu üben. Aussprache, Argumentation, Mimik, Gestik: Mit allem wollen sie überzeugen. Zur Vorbereitung verfeinern sie ihr Englisch, arbeiten mit Kanzleien zusammen und nehmen an Pre-Moots (Moot Courts zu Übungszwecken) teil. Größtes Highlight, bevor sie im Willem C. Vis Moot Court wie echte Anwälte prozessieren, stellt ein einwöchiger, durch Sponsoren finanzierter Aufenthalt in New York mit einem straffen Übungsprogramm im März dar. Dort treffen sie auf Topkanzleien und absolvieren die Generalprobe beim Pre-Moot der New York University. Die To-do-Liste bis zum großen Finale im April ist also lang – aber zumindest die Schatten werden dann längst wieder kürzer.

Kontakt:
Prof. Dr. Giesela Rühl, Pauline Köstner, Robert Heß
Rechtswissenschaftliche Fakultät der Friedrich-Schiller-Universität Jena
Carl-Zeiß-Straße 3, 07743 Jena
Tel.: 03641/942160, 03641/942165
E-Mail: giesela.ruehl@uni-jena.de, pauline.koestner@uni-jena.de, hess.robert@uni-jena.de

 

CALL FOR PAPERS – Aufsatzwettbewerb der Stiftung der Hessischen Rechtsanwaltschaft: »Die Internetkriminalität boomt – Braucht das Strafgesetzbuch ein Update?«

Preisgeld: 10.000 EUR (Die Stiftung der Hessischen Rechtsanwaltschaft behält sich vor, nach ihrem Ermessen auch mehrere Beiträge auszuzeichnen und das ausgelobte Preisgeld von 10.000 EUR zu erhöhen oder zu teilen. Es ist vorgesehen, eine Auswahl der eingegangenen Beiträge in Band 8 der Schriftenreihe der Hessischen Rechtsanwaltschaft zu veröffentlichen. Mit der Einreichung seines Beitrages stimmt der Einreicher einer möglichen Veröffentlichung seines Beitrags und einem Abdruck seines Fotos zu.)

    Für nahezu 80 Prozent der Deutschen ist das Internet alltäglich und unverzichtbar geworden: Es macht uns vernetzter, intelligenter und kommunikativer. Das Internet ist aber auch die perfekte Plattform zur Begehung von Straftaten: Es ist anonym, schnell und weltweit vernetzt. Nach einer Untersuchung des Branchenverbandes Bitkom e.V. sind im Jahr 2015 rund 51% der Internetnutzer in Deutschland Opfer eines Angriffs mit Computer-Schadsoftware, eines Diebstahls von persönlichen Daten bzw. digitalen Identitäten etc. geworden.
    Können wir es uns vor diesem Hintergrund leisten, dass der Begriff »Internet« in dem deutschen Offline-Strafgesetzbuch weiterhin nicht vorkommt? Müssen in unserer heutigen IT-Gesellschaft persönliche Daten strafrechtlich nicht genauso umfassend geschützt werden wie körperliche Gegenstände? Brauchen wir – auch im Hinblick auf Art. 103 II GG – Online-Strafnormen wie digitaler Diebstahl oder digitaler Hausfriedensbruch?
    Die Internetkriminalität entwickelt sich zudem ständig weiter. Nach den aktuellen Erkenntnissen des Bundeskriminalamts gewinnt das Geschäftsmodell »Cybercrime-as-a-Service« im Internet mehr und mehr an Bedeutung. Die digitale Schattenwirtschaft im Internet (»Underground Economy«) stellt auch technischen Laien eine großeBandbreite an Dienstleistungen zur Verfügung, welche die Durchführung jeder Art von Internetkriminalität ermöglichen.
    Das kriminelle Angebot umfasst die Bereitstellung von Kommunikationsforen über verschiedenste Anonymisierungsdienste bis hin zur Erstellung von individuellen Schadprogrammen und künstlichen Identitäten.
    Daneben floriert der Handel mit ausgespähten Zugangskennungen und Kreditkartendaten, aber auch mit Waffen, Drogen, Falschgeld oder gefälschten Pässen. Internet-Kriminelle arbeiten heute weltweit arbeitsteilig zusammen, obwohl sie sich im realen Leben nie kennengelernt haben; virtuelle Hassattacken bedrohen die politische Debattenkultur.
    Wie können diese neuen Kriminalitätsformen mit den traditionellen Kategorien von Täterschaft und Teilnahme erfasst werden? Ist bereits das Bereitstellen eines kriminellen Forums oder einer kriminellen Infrastruktur als Beihilfe strafbar? Gibt es eine digitale Bande? Oder braucht es ganz neuer Ansätze, um Unrecht und Schuld bei digitalen Straftaten zu erfassen?
    Das Bundesverfassungsgericht hat sich bereits in seinem Urteil vom 2.3.2010 klar positioniert: »In einem Rechtsstaat darf auch das Internet keinen rechtsfreien Raum bilden.« Braucht das Strafgesetzbuch daher ein Update?
    Die Stiftung der Hessischen Rechtsanwaltschaft ruft alle an einer deutschen Universität eingeschriebenen Jurastudierenden (auch Promotionsstudierende) und alle Rechtsreferendare auf, Beiträge zum oben genannten Thema einzureichen. Von mehreren Autoren gemeinschaftlich verfasste Beiträge sind zulässig. Die angeschnittenen Fragen und Überlegungen können Ausgangspunkt der Beiträge sein – müssen es aber nicht.
    Der Beitragstext soll nicht mehr als 30 mit fortlaufender Nummerierung versehene, einseitig mit einheitlicher Schriftart (Times New Roman, 1,5-facher Zeilenabstand, Schriftgröße 12) beschriebene Seiten aufweisen. Links sind 5 cm Rand zu lassen. Als Gliederungsebenen sollte verwendet werden: I. → A. → 1. → a) → (1). Dem jeweiligen Beitragstext ist ein Deckblatt – welches die Autorin oder den Autor erkennen lässt –, ein kurzer Lebenslauf, ein Inhaltsverzeichnis und ein Literaturverzeichnis voranzustellen, wobei Deckblatt und beide Verzeichnisse nicht zum Seitenumfang der Beitragstexte zählen. Wir bitten auch um separate Überlassung eines digitalen Passfotos (300 dpi, hochauflösend).
    Die Beiträge werden von Dr. Benjamin Krause, Staatsanwalt bei der Zentralstelle zur Bekämpfung der Internetkriminalität (ZIT) der Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Main begutachtet. Die Beiträge sind bis zum 31.12.2016 per E-Mail oder per Post bei der Stiftung der Hessischen Rechtsanwaltschaft, z. Hd. Herrn Rechtsanwalt Dr. Mark C. Hilgard, Bockenheimer Anlage 36, 60322 Frankfurt am Main (E-Mail-Adresse: vorstand@shra.de) einzureichen.

 

Universität Passau: Fachtagung mit dem Thema
»Was muss Juristenausbildung heute leisten?«

Am 12. und 13.9.2016 findet an der Universität Passau eine Fachtagung statt, bei der es um »das große Ganze« in der juristischen Ausbildung (Studium und Referendariat) gehen wird. Die Veranstaltung wird vom Institut für Rechtsdidaktik der Juristischen Fakultät unter der Leitung von Prof. Dr. Urs Kramer, Prof. Dr. Tomas Kuhn und Prof. Dr. Holm Putzke organisiert. Sie richtet sich sowohl an Lehrende, also Professorinnen und Professoren sowie den wissenschaftlichen Nachwuchs, als auch an Studierende der Rechtswissenschaft. Die Teilnahme ist kostenfrei. Die Tagung gliedert sich in fünf Teile. Die ersten beiden Themenblöcke widmen sich dem Studium und der Kritik am derzeitigen System. Der dritte Themenblock behandelt die Verzahnung von Studium und Referendariat und der vierte wirft einen Blick auf die Praxisanteile im Studium. Im fünften Block geht es um die Frage, ob und ggf. was andere Akteure jenseits staatlicher Universitäten (Hochschulen und private Universitäten) bei der juristischen Ausbildung anders oder besser machen. Den Abschluss der Tagung bildet eine Podiumsdiskussion, bei der vor allem der letzte Themenblock im Zentrum steht. Beteiligt sind daran Prof. Dr. Armin Engländer (LMU München), Prof. Dr. Markus Ogorek (Dekan der EBS Law School Wiesbaden), Prof. Dr. Hubert Schmidt  (Hochschule Trier) sowie Ruben Rehr (Vorsitzender des Bundesverbandes rechtswissenschaftlicher Fachschaften e.V.). Die Moderation übernimmt Prof. Dr. Wolfgang Hau (Universität Passau, zugleich Richter am OLG München). Eine Anmeldung zu der Tagung ist erforderlich bis zum 15.8.2016 über das Anmeldeformular auf der Homepage des Instituts für Rechtsdidaktik unter www.ird.uni-passau.de. Rückfragen können auch per E-Mail an rechtsdidaktik@uni-passau.de erfolgen. Weitere Informationen zu der Veranstaltung sind zu finden auf der Homepage des Instituts für Rechtsdidaktik (www.ird.uni-passau.de/tagungen/tagung-2016).

Call for Papers: Prozessrecht in nationaler, europäischer und globaler Perspektive – 2. Tagung junger Prozessrechtswissenschaftler am 30.9./1.10.2016 in Hamburg

»Mein Feld ist die Welt« (Albert Ballin) – Die Internationalisierung und Europäisierung des Rechts betrifft auch das Verfahrensrecht und wirft dabei immer neue Fragen auf. Die zweite Tagung junger Prozessrechtswissenschaftler möchte daher ebenfalls die Welt zu ihrem Feld machen und die europäischen und internationalen Bezüge des Verfahrensrechts analysieren, die in allen Teilrechtsgebieten bestehen.

Das Zivilverfahren sieht sich in erheblichen Gemengelagen in Bezug auf den Gleichlauf von materiellem und Verfahrensrecht. Rückkoppellungen im Bereich von Internationalem Zivilverfahrensrecht und Internationalem Privatrecht werfen nach wie vor zahlreiche Fragen auf. Zugleich müssen die europäischen Entwicklungen kritisch in den Blick genommen werden. Judikate anderer Mitgliedstaaten der Union, die nach den Vorschriften der EuGVVO nunmehr hinzunehmen sind, legen es nahe, sich mit innerstaatlichen Rechtsbehelfen gegen ausländische Entscheidungen auseinanderzusetzen. Ebenso sollten Streitigkeiten über das geplante TTIP-Abkommen Anlass genug sein, den Einfluss des nationalen Verfahrensrechts und seiner Schutzwirkungen rechtlich und rechtspolitisch zu würdigen.

Aus der Perspektive des Öffentlichen Rechts werfen unionsrechtliche Verbundstrukturen für den Rechtschutz Zurechnungs- und Abstimmungsfragen auf. Verflechtungen generieren einen Bedarf an Instrumenten zur Sicherung der Kohärenz und Konsistenz des Verwaltungsrechtsschutzes (Schmidt-Aßmann). Daneben identifizieren Ansätze zur unionsweiten Vereinheitlichung des Verfahrensrechts allgemeine Bausteine eines rechtsstaatlichen, Autonomie wahrenden und funktionalen Verwaltungsverfahrensrechts. Schließlich sind unterschiedliche Facetten der Europäisierung des nationalen Verfahrensrechts, etwa durch Vorgaben für Klagerechte oder das Recht auf gute Verwaltung, unterschiedlich weitgehend, aber noch nicht umfassend aufgearbeitet.

Die zunehmende Europäisierung und Internationalisierung des Strafrechts betrifft insbesondere das Strafverfahrensrecht. Die EMRK enthält zahlreiche strafverfahrensrechtliche Garantien, die auch nationale Strafverfahren betreffen. Grenzüberschreitende Kriminalität wirft schwierige Fragen des ne bis in idem auf. Art. 67 III, 82 I UAbs. 1 AEUV sehen eine Mindestharmonisierung des nationalen Strafverfahrensrechts vor. Nach Art. 86 AEUV kann der Rat eine Europäische Staatsanwaltschaft einsetzen. Diese wird ein supranationales europäisches Strafprozessrecht mit sich bringen. Nicht zuletzt deshalb wird auch die Bedeutung der Rechtsvergleichung für das Strafprozessrecht weiter zunehmen.

Diese und andere Fragen sind mit dem Rechtsvergleich, der Europäisierung und der Internationalisierung des Prozessrechts verbunden. Wir freuen uns auf Beiträge zum Zivil- und Strafprozessrecht sowie dem Verfahrensrecht des öffentlichen Rechts (aus einem dieser drei Bereiche ebenso wie bereichsübergreifende Themen).

Ziel der Tagung ist es wie im Vorjahr, junge Prozessrechtswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler aus allen drei Teilbereichen zusammenzuführen. Die Tagung wird aus parallelen Panels sowie aus gemeinsamen Vorträgen zu übergreifenden Themen bestehen.

Zielgruppe sind Doktorand/innen, Habilitand/innen, Juniorprofessor/innen und Privatdozent/innen.

Kolleginnen und Kollegen, die bereit sind, ein bis zu zwanzigminütiges Referat in deutscher Sprache zu übernehmen, bitten wir, ein Exposé von maximal zwei Seiten und einen Lebenslauf bis zum 31.3.2016 per E-Mail an olaf.muthorst@jura.uni-hamburg.de zu übersenden. Es ist geplant, die Vorträge in einem Tagungsband zu veröffentlichen.

Gesonderte Einladungen mit dem Tagungsprogramm und den Anmeldeformularenwerden im Mai 2016 versandt.

Wir freuen uns auf originelle Beiträge!

Hamburg, im Dezember 2015

Roland Broemel – Paul Krell – Olaf Muthorst – Jens Prütting

3. Jenaer Medienrechtliche Gespräche

Am 21.4.2016 finden in bewährter Kooperation mit der Thüringer Landesmedienanstalt (TLM) die 3. Jenaer Medienrechtlichen Gespräche in den Rosensälen der Friedrich-Schiller-Universität, Fürstengraben 27, 07743 Jena statt. Die Veranstaltung widmet sich dem Thema:

Das Ende des freien Internets? – Offene Fragen der Netzneutralität

Mit dem Begriff der Netzneutralität verbindet sich – kurz gesagt – der Leitgedanke, dass im Internet alle Daten gleich behandelt werden müssen. Daten und Dienste sollen danach neutral und grundsätzlich gleich weitergeleitet werden. Es soll weder nach der Art der Daten noch nach dem Absender oder Empfänger oder nach sonstigen Kriterien differenziert werden.

Das neutrale Netz erscheint auf den ersten Blick sehr gerecht und plausibel. Es entspricht der Idee eines freien und unabhängigen Internets. Doch sind im Netz wirklich alle Daten gleich? Lässt sich die Forderung nach einer Neutralität des Netzes rechtlich und technisch umsetzen? Ist eine umfassende Neutralität des Netzes realistisch und wünschenswert? Können bestimmte Differenzierungen bei der Datenübertragung aus technischen, ökonomischen oder auch rechtlichen Gründen sachgerecht oder sogar geboten sein? Ermöglicht oder verhindert Netzneutralität den Wettbewerb im Netz?

Die Diskussion über die Netzneutralität wird insbesondere vor dem Hintergrund intensiv geführt, dass bestimmte Angebote im Netz bevorzugt und andere Dienste »ausgebremst« werden sollen.

Nicht nur in Deutschland und in der Europäischen Union, sondern weltweit wird derzeit über die Netzneutralität nachgedacht. Vielfach wird inzwischen die Forderung erhoben, die Netzneutralität müsse gesetzlich festgeschrieben werden. Mittlerweile haben EU, Bund und einige Bundesländer, darunter auch Thüringen, Regelungen mit unterschiedlicher Gestaltungstiefe und Zielrichtung erlassen. Zudem werden aktuell auf europäischer Ebene die sogenannten Guidelines zur Umsetzung der EU-Verordnung diskutiert.

Bei den 3. Jenaer Medienrechtlichen Gesprächen werden ausgewiesene Experten aus Wissenschaft und Praxis die aktuellen Rechtsfragen der Netzneutralität diskutieren. Medienschaffende, Mediennutzer und alle medienrechtlich Interessierten sind herzlich zu dieser Veranstaltung und zum Mitdiskutieren eingeladen. Die Teilnahme ist kostenlos. Aus organisatorischen Gründen wird jedoch um eine vorherige Anmeldung bis zum 14.4.2016 gebeten. Weitere Informationen zur Veranstaltung und Online-Anmeldung: http://www.rewi.uni-jena.de/Medienrecht.html

Programm
16.00 Uhr Eröffnung
Jochen Fasco, Direktor der Thüringer Landesmedienanstalt
Prof. Dr. Christian Alexander, Friedrich-Schiller-Universität Jena

16.10 Uhr Netzneutralität – Ein technischer Mythos
Prof. Dr. rer. nat. Jochen Seitz, Fachgebietsleiter Technische Universität Ilmenau, Fakultät Elektrotechnik und Informationstechnik, Institut für Informationstechnik,Fachgebiet Kommunikationsnetze

16.35 Uhr Netzneutralität – Der rechtliche Rahmen
Prof. Dr. Thomas Fetzer, LL.M. (Vanderbilt) Lehrstuhl für Öffentliches Recht, Regulierungsrecht und Steuerrecht Fakultät für Rechtswissenschaft und Volkswirtschaftslehre, Universität Mannheim, Direktor des Mannheim Centre for Competition and Innovation (MaCCI)

17.00 Uhr Netzneutralität und Wettbewerb
Prof. Dr. Rupprecht Podszun, Lehrstuhl für Bürgerliches Recht, Immaterialgüter- und Wirtschaftsrecht, Universität Bayreuth

17.25 Uhr Netzneutralität und Privater Rundfunk
Sebastian Artymiak, Leiter Medientechnologie des Verbandes Privater Rundfunk und Telemedien (VPRT)

17.50 Uhr Podium und Diskussion
Moderation: Prof. Dr. Christian Alexander

Ab 18.45 Uhr Ausklang bei einem kleinen Empfang

Kontakt/Anmeldung
Lehrstuhl für Bürgerliches Recht, Wirtschaftsrecht und Medienrecht
Rechtswissenschaftliche Fakultät der Friedrich-Schiller-Universität Jena
Carl-Zeiß-Str. 3, 07743 Jena
Telefon: +49 (0)3641 942-100
Telefax: +49 (0)3641 942-102
E-Mail: ls-alexander@uni-jena.de

Was macht Juristinnen und Juristen aus? – Professionelles Handeln und juristische Ausbildung Jahrestagung des Zentrums für rechtswissenschaftliche Fachdidaktik Universität Hamburg 30./31.3.2016

Juristinnen und Juristen werden häufig als einheitliche Gruppe wahrgenommen. Trotz vielfältiger Differenzen im Detail zeichnen sie sich etwa durch einen bestimmten Habitus, spezifische Weltsichten und Argumentationsmuster aus. Welche Gemeinsamkeiten das – im Kontext und trotz einer zunehmenden Ausdifferenzierung der einzelnen Berufsfelder – sind, wie sie aus Sicht der Rechtswissenschaft beschrieben werden können, wie sie das professionelle Handeln bestimmen und wie sie in den unterschiedlichen Abschnitten der juristischen Ausbildung explizit, aber auch implizit grundgelegt werden, steht im Mittelpunkt der Tagung.

Ein Schlüsselbegriff ist dabei – so die Leitüberlegung der Veranstaltung – das professionelle Handeln der Juristinnen und Juristen. In seinen Perspektiven zur Situation der Rechtswissenschaft in Deutschland betont auch der Wissenschaftsrat nachdrücklich den Professionsbezug der Disziplin, etwa im Begriff der »Professionsfakultät«. Das führt zu der Frage, wie die Funktionsbedingungen der juristischen Profession beschaffen sind. Neben professionellem Wissen kommt insbesondere (informellen) Verhaltensnormen und Sinngebung über alle Berufsfelder hinweg Bedeutung zu, die unter anderem eine Fachkultur herausbilden. Dabei spielen Autonomie und Selbststeuerung seit langem eine wichtige Rolle für die Handlungskoordination.

In jüngster Zeit ist die zunehmende Thematisierung von professionsethischen Standards zu beobachten, die bisher allerdings kaum Rückwirkungen auf die Ausbildung haben. Die tatsächlichen Wandlungsprozesse, zB veränderte Berufsausübungsformen, die Spezialisierung und Transnationalisierung der Rechtsanwaltschaft stellen die Einheit der juristischen Profession im nationalstaatlichen Kontext zunehmend in Frage. Dies legt eine entsprechende Bestandsaufnahme, aber auch eine Diskussion der Konsequenzen für Studium und Referendariat nahe. Schließlich stellt sich aus dem Blickwinkel der juristischen Ausbildungsforschung die Frage nach dem Zugang zur Profession und sozialen Öffnungen und Schließungen einzelner Berufsfelder. Das verweist unter anderem auf die mit dem Studium verbundenen Sozialisationswirkungen durch die Fachkultur und sog. hidden curricula (implizite Lehrpläne), aber auch auf die daran anschließenden Berufswahlentscheidungen.

Aus der Perspektive der rechtswissenschaftlichen Fachdidaktik kann damit eine systematische Reflexion über Voraussetzungen und Folgen der juristischen Ausbildung ermöglicht werden, die bisher nur vereinzelt stattfindet und theoretisch nicht hinreichend verankertist. Dazu soll die Tagung einen Beitrag leisten.

Was macht Juristinnen und Juristen aus? Professionelles Handeln und juristische Ausbildung

Programm

30.3.2016
ab 12.30 Uhr Mittagsimbiss

13.00 Uhr Grußwort
Prof. Dr. Tilman Repgen, Dekan der Fakultät für Rechtswissenschaft

13.15 Uhr Grußwort
P
rof. Dr. Gabi Reinmann, Hamburger Zentrum für Universitäres Lehren und Lernen, Universität Hamburg

13.30 Uhr Warum ist die Herstellung von Recht professionalisierungsbedürftig?
Prof. Dr. Kai-Olaf Maiwald, Universität Osnabrück

14.30 Uhr Recht als soziale Praxis – eine Herausforderung für die juristische Profession?!
Dr. Michael Wrase, Wissenschaftszentrum Berlin

15.15 Uhr Kaffeepause

16.00 Uhr Globalization and the Evolution of Modern Law Firms, and Their Implications for Legal Education in the 21st Century
Professor John Flood, Griffith University School of Law, Queensland, Australien

16.45 Uhr Wandel des juristischen Arbeitsmarktes – Wandel der Juristenausbildung?
Prof. Dr. Matthias Kilian, Universität zu Köln/Soldan Institut

17.30 Uhr Ende

19.30 Uhr Gemeinsames Abendessen

31.3.2016
9.30 Uhr Richterliche Berufsethik – Luxus oder Notwendigkeit?
RiFG Elisabeth Kreth, Finanzgericht Hamburg

10.15 Uhr Gleiches Recht für alle? Juristische Profession und soziale Herkunft
Anja Böning, Fernuniversität Hagen

11.00 Uhr Kaffeepause

11.30 Uhr Ein diversitätssensibler Blick auf juristische Fachkulturen – Einblicke aus der ethnografischen Hochschulforschung
Henning Koch, Universität Bremen

12.15 Uhr Same Same But Different – Praxisbezüge in der Ausbildung von JuristInnen und MedizinerInnen
RiLG Dr. Frank Bleckmann, Landgericht Freiburg/Prof. Dr. Tobias Raupach, MME, Universitätsmedizin Göttingen

13.00 Abschlussdiskussion
Im Anschluss Mittagsimbiss

Organisatorische Hinweise

Tagungsort
Gästehaus der Universität Hamburg
Rothenbaumchaussee 34
20148 Hamburg

Kontakt, Anmeldung und Information

Für die Teilnahme an der Tagung ist eine verbindliche Anmeldung bis zum 20. März 2016 erforderlich.
Nutzen Sie hierzu gern unsere Online-Anmeldung unter: www.jura.uni-hamburg.de/rechtsdidaktik/tagungen/jahrestagung-2016/

Tagungsbüro
Frau Margrit Brüggemann
Rothenbaumchaussee 33
Telefon: 040-42838-3390
Fax: 040-42838-5528
rechtsdidaktik@jura.uni-hamburg.de

Eine Tagungsgebühr fällt nicht an.

Für die Teilnahme am gemeinsamen Abendessen wird ein Unkostenbeitrag vor Ort erhoben.

Organisation

Prof. Dr. Reinhard Bork
Jun.-Prof. Dr. Judith Brockmann
Jun.-Prof. Dr. Arne Pilniok
Prof. Dr. Hans-Heinrich Trute

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