Bundesregierung

Zuwanderung aus Drittstaaten erleichtert


Deutschland öffnet den Arbeitsmarkt für Facharbeiterinnen und Facharbeiter aus Staaten, die nicht Mitglied der EU sind. Die Bundesregierung regelte dafür die Beschäftigungsverordnung neu.

Deutschland droht ein Mangel an Fachkräften mit abgeschlossener Berufsausbildung. Zu den wichtigsten wirtschafts- und arbeitsmarktpolitischen Herausforderungen der kommenden Jahre gehört daher, für ausreichend Fachkräfte zu sorgen. Ohne qualifizierte Zuwanderung wird das nicht gelingen.

Für Nicht-EU-Bürger hat die Bundesregierung nun die Beschäftigungsverordnung neu geregelt. Damit hat sie ein Hindernis für die Zuwanderung von qualifizierten Menschen beseitigt. Die Verordnung wurde vom Kabinett beschlossen.

Facharbeiter aus Nicht-EU-Staaten willkommen

In Deutschland werden nicht nur Akademiker gesucht, sondern zunehmend auch  Fachkräfte mit Berufsausbildung. Das gilt nicht nur für Pflegeberufe. Es betrifft zunehmend auch gewerblich-technische Berufe. Offene Stellen können hier zum Teil lange Zeit nicht nachbesetzt werden. Es fehlen beispielsweise Lokführer, Installateure oder Mitarbeiter in der Ver- und Entsorgung. Über eine „Engpassanalyse“  ermittelt die Bundesagentur für Arbeit regelmäßig die Berufe, in denen Fachkräfte dringend gesucht werden.

Akademiker, die nicht aus der EU kommen, können bereits seit August 2012 die Blaue Karte der EU beantragen. Doch für Facharbeiter (nicht-akademische Fachkräfte mit Berufsabschluss) aus Drittstaaten war es bisher kaum möglich, in Deutschland zu arbeiten. Eine Ausnahme: Pflegekräfte. Sie können in Deutschland beschäftigt werden, wenn die Bundesagentur für Arbeit eine Vermittlungsabsprache mit der Arbeitsverwaltung des Herkunftslandes getroffen hat.

Klare Regeln für die Zuwanderung von Facharbeitern

Innerhalb der EU ist für jede Bürgerin und jeden Bürger der Zugang zum deutschen Arbeitsmarkt uneingeschränkt möglich. Mit der neuen Beschäftigungsverordnung wird jetzt der Arbeitsmarkt auch für Facharbeiter aus Nicht-EU-Ländern geöffnet.

So funktioniert die neue Beschäftigungsverordnung:

  • Wer in Deutschland arbeiten möchte, muss prüfen lassen, ob der Ausbildungsabschluss gleichwertig mit einer deutschen Berufsausbildung ist. Das Anerkennungsgesetz vom April 2012 gibt dafür Kriterien und Fristen vor. Das Verfahren kann vom Heimatland aus betrieben werden.
  • Es muss ein entsprechender Bedarf am Arbeitsmarkt bestehen. Die Bundesagentur für Arbeit ermittelt über die Auswertung der Arbeitsmarktstatistik regelmäßig die Engpassberufe.

Die Verordnung gilt voraussichtlich ab Juli 2013. Bis dahin wird die Positivliste für die gesuchten Facharbeiter-Berufe erstellt.


Pressemitteilung der Bundesregierung v. 28. 2. 2013