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Als exklusiven Service für Sie wählt die NJW-Redaktion auf ihrer wöchentlichen Redaktionskonferenz Entscheidungen aus, denen sie das Prädikat „Entscheidung der Woche“ verleiht. Dabei handelt es sich um Judikate, die – noch vor dem Erscheinen im Heft – besonders hervorgehoben werden sollen, weil der übliche Erscheinungsrhythmus des Heftes weder etwa der Bedeutung der Erkenntnis noch beispielsweise der Dringlichkeit der Publikation gerecht würde. Bis wir eine zitierfähige Fundstelle liefern, stellen wir Ihnen unser Material – kostenlos – zur Verfügung. Die Entscheidung der Woche können Sie durch einen Klick auf das Downloadsymbol als pdf-Dokument aufrufen. Schauen Sie rein!



Määh!

VG Mainz, Beschl. v. 13.6. 2016 – 1 L 187/16

Dem alpinen Krainer Steinschaf ist ein ganzjähriger Witterungsschutz mit einer trockenen Liegefläche anzubieten - denn was dem struppigen Islandpferd und dem zotteligen Galloway-Rind in Sachen Witterungsschutz recht ist, muss dem robusten Steinschaf billig sein.

Der Antragsteller züchtete diese Tiere in seiner rheinland-pfälzischen Heimat hobbymäßig. Doch statt Verdienstorden wegen seiner Bemühungen um den Erhalt einer vom Aussterben bedrohten Tierart gab es Ärger. Dabei fehlte es den Tieren, von Bergen mal abgesehen, an nichts, um genau zu sein: an fast nichts. Denn besorgte Tierschützer trieb schon recht bald die Frage um, was die armen Tiere denn machen, wenn es regnet oder gar schneit. Die zuständige Kreisverwaltung forderte den Antragsteller deshalb mit sofort vollziehbarer Anordnung auf, seinen Schafen einen ganzjährigen Witterungsschutz mit einer näher spezifizierten Innenausstattung (nein, keine Sauna und auch keinen Whirlpool; trockene Liegefläche für die ganze Truppe reicht) anzubieten. Der Antragsteller hingegen hielt es für durchaus zumutbar, dass seine Schafe bei schlechtem Wetter wie ihre Kollegen in den Alpen einfach mal den nächsten Baum aufsuchen und sich dort unterstellen. Das VG Mainz überzeugte das nicht. Der Antragsteller versuchte es daraufhin mit dem Zuchtziel; schließlich ging es ihm um den Erhalt einer robusten Schafsrasse und nicht um die Kultivierung verzärtelter Weicheier im Schafspelz. Allein, es half nichts.

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