Henry Krasemann

Onlinespielrecht - Spielwiese für Juristen


Henry Krasemann ist Rechtsanwalt und Jurist beim Unabhängigen Landeszentrum für Datenschutz Schleswig-Holstein in Kiel.

Es zeigt sich, dass die Zukunft der Computer- und Videospiele in der Interaktion mit anderen Spielern liegt. Hierbei können zahlreiche neue sowohl zivilrechtliche wie auch strafrechtliche Probleme auftreten, die bisher kaum in der juristischen Rechtsprechung und Literatur behandelt wurden. Im amerikanischen und asiatischen Raum sind nun erste konkrete Fälle vor Gericht gekommen. Dieser Beitrag stellt ohne Anspruch auf Vollständigkeit einen Überblick über sich abzeichnende Rechtsfälle in nicht allzu ferner Zukunft im Bereich Onlinespielrecht vor. Dabei liegt der Schwerpunkt auf dem deutschen Recht.

Als Ende der 70er Jahre die ersten Computer und Spielkonsolen für den Heimgebrauch auf den Markt kamen, waren Videospiele nicht mehr als das Verschieben bunter Klötzchen über den Bildschirm. Juristen kamen professionell in der Folgezeit vor allem bei Urheberrechts- und Jugendschutzfragen ins Spiel. Ein Vierteljahrhundert später hat sich viel verändert. Aus Klötzchen wurde HDTV und die Videospielindustrie ist insbesondere seit Mitte der 90er-Jahre im steilen Aufstieg zur führenden Entertainmentbranche. Die Verfolgung von Raubkopierern und der Jugendschutz sind weiterhin aktuell. Doch zeigt sich ein neues, weit umfassenderes Feld für juristische Aktivität am Horizont. War bisher Videospielen eine einsame Sache vor dem heimischen Fernseher oder Monitor, kommt 2006 kaum ein Spiel mehr ohne Onlinefunktion aus. Online spielen heißt Interaktion mit anderen Mitspielern. Und wo Menschen zusammentreffen, sind Rechtsprobleme nicht weit.


MMR 2006, 351 Der kostenpflichtige Volltext ist ca. ab Mitte Juni in beck-online abrufbar.