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Bayern: Errichtung des Landesamts für Sicherheit in der Informationstechnik

Der federführende Ausschuss für Staatshaushalt und Finanzfragen in Bayern hat zum Gesetzentwurf zur Errichtung des Landesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (LSI) eine Beschlussempfehlung vorgelegt (LT-Drs.17/18788) und grundsätzlich die Zustimmung empfohlen. Änderungsvorschläge beträfen u.a. die Datenspeicherung und -auswertung.

Eine effektive Abwehr von Cybergefahren könne von einzelnen Behörden kaum noch geleistet werden. Es gäbe derzeit täglich ca. 40.000 Angriffe auf das bayerische Behördennetz. Ein großer Teil der gegenwärtigen Cyberattacken sei semiprofessionellen Einzeltätern und Gruppen zuzuschreiben, die ihre Angriffswerkzeuge im Rahmen krimineller Dienstleistungen im Internet (Crime as a Service) erworben hätten; damit ließen sich fortgeschrittene Cyberangriffe konzipieren und durchführen. Aber auch professionelle kriminelle Organisationen und ausländische staatliche Institutionen seien eine reale Bedrohung. Angriffe würden komplexer und könnten sich über Monate erstrecken (sog. Advanced Persistent Threats). Die Aufgaben des LSI betreffen u.a. die Abwehr von Gefahren für die Sicherheit der Informationstechnik der Staatsverwaltung, insbesondere des bayerischen Behördennetzes, die Sammlung, Auswertung und Analyse der neuesten Angriffsmethoden, die Unterstützung von Behörden, Polizei, Strafverfolgungsbehörden und des Verfassungsschutzes und die Vertretung in Gremien zur IT-Sicherheit wie dem Deutschen CERT-Verbund. Das LSI soll als zentrale Meldestelle alle sicherheitsrelevanten Vorfälle bei den Behörden sammeln und auswerten. Das LSI nimmt die Meldungen des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) entgegen und gibt sie ggf. entsprechend aufbereitet an die zuständigen Aufsichtsbehörden weiter.



Weiterführende Links:

Vgl. auch ZD-Aktuell 2017, 05803; Voigt/Gehrmann, ZD 2016, 355 und Kipker, ZD-Aktuell 2016, 05261.


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