www.beck.de
Sie waren hier: http://rsw.beck.de/main/Index/?site=IRZ&toc=IRZ.7516&docid=398660

DPR, ESMA und FMA veröffentlichen Prüfungsschwerpunkte für das Jahr 2018

IRZ, Heft 12, Dezember 2017, S. 497

Die Deutsche Prüfstelle für Rechnungslegung (DPR) hat am 23. November 2017 fünf Prüfungsschwerpunkte für im kommenden Jahr 2018 durchzuführende Enforcement-Prüfungen bekannt gemacht (IFRS-Abschlüsse 2017 kapitalmarktorientierter Unternehmen).


Die ersten drei Prüfungsschwerpunkte entsprechen den bereits am 27. Oktober 2017 von der Europäischen Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde ESMA (European Securities and Markets Authority) bekannt gegebenen gemeinsamen europäischen Prüfungsschwerpunkten (s. ausführlich https://www.esma.europa.eu/sites/default/files/library/esma32-63-340_esma_european_common_enforcement_priorities_2017.pdf), die von den nationalen Aufsichtsbehörden bei ihrer Prüfung im Rahmen von Enforcement-Verfahren zu beachten sind. Bei den beiden Letzten handelt es sich um rein nationale Prüfungsschwerpunkte:

 

  1. Angaben nach IAS 8.30 zu den erwarteten Auswirkungen der Einführung wesentlicher neuer Standards in der Berichtsperiode ihrer erstmaligen Anwendung (IFRS 9 Finanzinstrumente, IFRS 15 Erlöse aus Verträgen mit Kunden und IFRS 16 Leasingverhältnisse): ESMA erwartet, dass die Implementierungsprojekte (insbesondere zu IFRS 9 und IFRS 15) zum Zeitpunkt der Abschlusserstellung beendet sein müssten und daher konkrete und unternehmensspezifische Angaben über die Auswirkungen und die in Anspruch genommenen Wahlrechte gemacht werden können. Zur Hilfestellung hat die ESMA in einer Anlage sehr konkrete Beispiele gegeben.
  2. Spezifische Ansatz-, Bewertungs- und Anhangangaben in Bezug auf IFRS 3 Unternehmenszusammenschlüsse, insbesondere betreffend immaterielle Vermögenswerte, Anpassungen im Bewertungszeitraum, verpflichtende Übernahmeangebote, günstige Unternehmenskäufe, Unternehmenszusammenschlüsse unter gemeinsamer Beherrschung, bedingte Gegenleistungen und Fair Value-bezogene Anhangangaben.
  3. Spezifische Aspekte des IAS 7 Kapitalflussrechnung, insbesondere die erstmals zu erstellende Überleitungsrechnung, in der die „Finanz“-Verbindlichkeiten in ihrer Entwicklung über zahlungswirksame und nicht zahlungswirksame Veränderungen dargestellt werden, oder die Angaben zu Zahlungsmittelbeständen.
  4. Ansatz und Bewertung von Rückstellungen gemäß IAS 37 sowie zugehörige Anhangangaben, insbesondere bei Verzicht auf den Ansatz wegen der Unmöglichkeit einer verlässlichen Schätzung unter Beachtung der Angabepflichten, Verzicht auf die reguläre Berichterstattung wegen Inanspruchnahme der Schutzklausel unter Beachtung der Mindestangaben, Angaben zu Schätzungsunsicherheiten, Gruppierung der Rückstellungen sowie Angabe rückstellungsspezifischer Ertrags- und Aufwandsposten.
  5. Konzernlagebericht und Konzernerklärungen (§ 315 ff. HGB) hinsichtlich der Berichterstattung über alternative Leistungskennziffern als bedeutsamste finanzielle Leistungsindikatoren, der Darstellung potenzieller Auswirkungen des Brexit auf die künftige Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns und des Vorhandenseins der Angaben zum Diversitätskonzept im Rahmen der Konzernerklärung zur Unternehmensführung sowie des Vorhandenseins der nichtfinanziellen Konzernerklärung.

 

Die Prüfungsschwerpunkte der DPR für 2018 sind auf der Homepage der DPR (www.frep.info) abrufbar.

Im Gegensatz zur DPR hat die österreichische Finanzmarktaufsicht (FMA) am 13. November 2017 nur vier Prüfungsschwerpunkte für die Prüfung der IFRS-Abschlüsse des Jahres 2017 kapitalmarktorientierter Unternehmen veröffentlicht. Neben den drei europäischen Prüfungsschwerpunkten (siehe oben) stehen die Angaben zu nahestehenden Personen und Unternehmen gemäß IAS 24 im Fokus (siehe ausführlich https://www.fma.gv.at/querschnittsthemen/enforcement).

 



Copyright © Verlag C. H. Beck 1995-2018
Alle Rechte vorbehalten.
Vervielfältigung nur mit Genehmigung des Verlages.