OLG Hamm

Provision und ausstehendes Gehalt an Ex-Trainerin zahlen


Die ehemalige Tennistrainerin eines Berufstennisspieler kann noch Provisionszahlungen und ausstehendes Gehalt i. H. von ca. 274.000 Euro aufgrund vertraglicher Vereinbarungen verlangen.


Zum Sachverhalt

Die Klägerin, seit langen Jahren als Tennistrainerin tätig, betreute den Beklagten sportlich bis zum Jahre 2015. Seit dem Jahre 2012 arbeiteten die Parteien auf der Grundlage eines schriftlichen Vertrages zusammen, nach dem die Klägerin anteilig an den Preis- und Antrittsgeldern des Beklagten sowie an seinen Einnahmen aus Sponsoring- und Werbeverträgen beteiligt war und so für ihre Vertragsleistungen bezahlt wurde. Im Jahre 2014 erreichte der Beklagte eine Weltranglistenposition unter den Top 50. Im Verlauf des Jahres 2015 beendete der Beklagte die Zusammenarbeit mit der Klägerin und dem von ihr hinzugezogenen Trainer. Die Parteien stritten darüber, ob der Beklagte der Klägerin weiteres Vertragsentgelt schuldet und in diesem Zusammenhang insbesondere über die Auslegung der Entgeltvereinbarung des schriftlichen Vertrages.

Mit ihrer Klage verlangte die Klägerin im Wesentlichen die Zahlung der aus ihrer Sicht für die Jahre 2013-2016 vom Beklagten noch geschuldeten Vertragszahlungen in Höhe von insgesamt ca. 290.000 Euro sowie Auskunft über die vom Beklagten im Jahr 2016 erzielten Einkünfte.

Das LG Arnsberg hatte – unter Abweisung der weitergehenden Klage – den Beklagten in erster Instanz dazu verurteilt, der Klägerin ca. 246.000 Euro zu zahlen und Auskunft über bestimmte Einnahmen des Jahres 2016 zu erteilen. Dabei hatte es den Vertrag im Wesentlichen im Sinne der Klägerin ausgelegt. Gegen das erstinstanzliche Urteil hatten beide Parteien Berufung eingelegt. Mit ihren Rechtsmitteln verfolgten sie ihre erstinstanzlichen Klageziele weiter.

Im Rahmen der mündlichen Verhandlung hat der 12. Zivilsenat des OLG Hamm deutlich gemacht, dass die für die Verurteilung des Beklagten maßgeblichen Sach- und Rechtsfragen vom Landgericht im Ergebnis zutreffend beurteilt sein dürften und der Klägerin aufgrund weiteren, in der Berufungsinstanz zulässigen Tatsachenvortrages ein weiteres Entgelt zuzusprechen sein könnte.

Entscheidung des OLG

Das OLG hat die Berufung des Beklagten zurückgewiesen. Überwiegend erfolgreich war demgegenüber die Berufung der Klägerin. Nach Auffassung des OLG kann die Klägerin zusätzlich zu dem bereits in erster Instanz ausgeurteilten Betrag vom Beklagten die Zahlung von weiteren 28.560 Euro beanspruchen.

OLG Hamm, Urt. v. 20.6.2018 – 12 U 97/17


Pressemitteilung des OLG Hamm v. 20.6.2018