AG Frankfurt a. M.

Schmerzensgeld für Hundebiss im Hotelzimmer


Ein Hundebesitzer muss auch dann Schmerzensgeld zahlen, wenn der Verletzte sich eigenständig in ein Hotelzimmer begibt, in dem sich der Hund aufhält.


Zum Sachverhalt

Im konkreten Fall biss der Hund des Beklagten, ein Irish-Bullterrier den Kläger in einem Hotelzimmer eines Frankfurter Hotels in die Hand. Der Kläger sollte bei dieser Begegnung an den Umgang mit dem Hund gewöhnt werden, den der Beklagte hielt, mit dem Ziel, dass der Kläger in Zukunft gemeinsam in der Wohnung mit dem Beklagten und dem Hund wohnen kann.

Entscheidung des AG

Das AG Frankfurt a. M. hat den Beklagten zur Zahlung eines Schmerzensgeldes i. H. von 2.500 Euro verurteilt. Nach Auffassung des AG ist die Höhe des Schmerzensgeldes angemessen. Dabei sei eine Mitverschuldensquote des Klägers von 25 Prozent gerechtfertigt. Denn dieser habe sich in das Hotelzimmer begeben, obwohl der Beklagte selbst nicht anwesend war und es gerichtsbekannt sei, dass Hunde ein Revierverhalten an den Tag legten und dazu neigen, ihr Revier gegen vermeintliche Eindringlinge zu verteidigen. In dem sich der Klägern in das Hotelzimmer und damit den „Herrschaftsbereich“ des Hundes begeben habe, ohne dass seine Anwesenheit durch Begleitung des Beklagten dem Hund gegenüber „legitimiert“ gewesen wäre, habe er sich selbst schuldhaft in Gefahr gebracht.

Da sich aufgrund der WhatsApp-Kommunikation jedoch ergebe, dass der Beklagte den Kläger eingeladen habe, sich mit dem Hund vertraut zu machen, trage er jedoch das überwiegende Haftungsrisiko, weil er offenbar das Gefahrenpotenzial für den Kläger nicht richtig eingeschätzt habe.

AG Frankfurt a. M., Urt. v. 28.6.2017


Pressemitteilung des AG Frankfurt a. M. Nr. 6 v. 27.4.2018