VG München

Kein Lasertag-Spiel für unter 14-Jährige


Kinder unter 14 Jahren dürfen nicht am Lasertag-Spiel in einer Halle im Raum Ingolstadt teilnehmen, da noch Klärungsbedarf hinsichtlich des Charakters des Spiels besteht.


Zum Sachverhalt

Beim Lasertag-Spiel versuchen Spieler, mit einem speziellen Laserpointer Gegenspieler oder andere Ziele zu treffen. Treffer werden auf den von den Spielern getragenen Westen blinkend angezeigt. Die Stadt Ingolstadt untersagte dem Betreiber einer Lasertaganlage aus Jugendschutzgründen den Zutritt von Personen unter 14 Jahren. Es sei eine desensibilisierende und aggressionssteigernde Wirkung des Lasertag-Spieles auf Kinder zu erwarten. Laut Betreiber stelle Lasertag hingegen eine Weiterentwicklung hergebrachter Fangspiele („Räuber und Gendarm) und Ballspiele (Brennball, Völkerball) dar.

Entscheidung des VG

Das VG München hat den Eilantrag gegen das Zutrittsverbot zu der Lasertaganlage für unter 14-jährige Personen abgelehnt. Nach Auffassung des VG konnte nach erfolgter Güterabwägung mangels entsprechender empirischer Studien im Eilverfahren nicht abschließend geklärt werden, ob das Lasertag-Spiel für die psychologische Entwicklung von Kindern und Jugendlichen als eine moderne Variante hergebrachter Spiele einzuordnen oder als verfremdetes, die psychologische Entwicklung von Kindern und Jugendlichen beeinträchtigendes Kriegsspiel anzusehen ist.

Auch bestehe noch Klärungsbedarf hinsichtlich des konkreten Betriebskonzeptes der Anlage. Der Schutz der seelischen und geistigen Gesundheit von Kindern unter 14 Jahren überwiege jedoch die finanziellen Interessen des Betreibers, sodass dieser etwaige durch das Zutrittsverbot entstehenden Umsatzeinbußen bis zur gerichtlichen Klärung in der Hauptsache hinnehmen müsse.

VG München, Beschl. v. 7.12.2017 – M 18 S 17.3702


Pressemitteilung des VG München v. 15.12.2017