BSG

Keine Aufnahme von professionellen (Eis-)Tänzern in TV-Shows in Künstlersozialversicherung


Für die Mitwirkung professioneller (Eis-)Tänzer in den TV-Shows „Let´s Dance“ und „Dancing on Ice“ in den Jahren 2006 und 2007 musste keine Künstlersozialabgabe entrichten werden. Diese Personen sind als Sportler und nicht als Künstler i. S. der Künstlersozialversicherung zu qualifizieren.


Enstcheidung des BSG

Der 3. Senat des BSG hat an seiner bisherigen Rechtsprechung festgehalten, dass nicht jeder automatisch zum Unterhaltungskünstler wird, wenn er in einem Unterhaltungsformat des sog. „Factual Entertainment“ eine eigenständige Leistung erbringt. Entscheidend sei vielmehr, wie die konkrete Tätigkeit der Akteure im Kontext der Fernsehshows zu beurteilen sei (Urt. v. 1.10.2009 – B 3 KS 4/08 R, BeckRS 2010, 66479).

Die professionellen (Eis-)Tänzer präsentierten in den genannten Shows schwerpunktmäßig ihren Tanz bzw. Eistanz als Sport. Tanz unterfalle aber nur dann der Künstlersozialversicherung, wenn er als eine Form der darstellenden Kunst ausgeübt werde, nicht aber als professioneller Leistungs- bzw. Breiten- oder Freizeitsport. Die Tätigkeit der professionellen (Eis-)Tänzer sei vergleichbar mit derjenigen von Tanztrainern gewesen. Der wesentliche Unterhaltungswert der TV-Shows habe dagegen in der Inszenierung der prominenten Showteilnehmer gelegen, die sich an der Einhaltung der Regeln des Turniertanz- bzw. Eistanzsportes hätten messen lassen müssen.

BSG, Urt. v. 28.9.2017 – B 3 KS 1/17 R


Pressemitteilung des BSG Nr. 49 v. 28.9.2017