Verbraucherzentrale NRW: Eltern uneins bei Tracking-Technik


Nach einer Marktwächter-Befragung der Verbraucherzentrale NRW zum Thema Standortverfolgung bei Kindern kann sich knapp die Hälfte der befragten Eltern die Ortung ihrer Kinder via Smartphone-App oder GPS-Uhr vorstellen. Doch für ebenso viele Befragte kommt diese Form der Kontrolle nicht in Frage. Zu den Gründen gehört auch die Sorge vor dem Zugriff Dritter auf die Daten.

Mittlerweile gibt es einige Möglichkeiten, sein Kind zu überwachen, so etwa via App, die das Smartphone des Kinds verfolgt und den aktuellen Standort anzeigt, oder über Smartwatches. Die große Mehrheit (92%) der befragten Eltern verfolgt den Standort der Kinder nicht. Doch die Frage, ob sie sich generell eine solche Kontrolle vorstellen könnten, ist unentschieden. 48% der Eltern wären generell nicht dazu bereit, 46 % durchaus schon. Für diese Gruppe kommt vor allem eine Ortung via Smartphone-App (37%) in Frage. Für 19% wäre auch der Einsatz einer GPS-fähigen Uhr denkbar.

 

Die befragten Eltern, die sich ein Tracking ihrer Kinder nicht vorstellen können, geben vor allem an, dass man seinen Kindern auch vertrauen müsse. Viele empfinden eine solche Nutzung auch als zu starkes Eindringen in die Privatsphäre des Kinds (74%). Auch der Datenschutz spielt bei der Entscheidung eine Rolle. So fürchten die Befragten, den Zugriff Dritter auf die Daten (39%) und sie sorgen sich, was mit den Daten noch weiter geschehen könnte (34%).

 

Die Risiken, die mit der Nutzung der Tracking-Technologie einhergehen, bestehen u.a. im Datenmissbrauch der Anbieter. So informieren einige Anbieter nicht deutlich darüber, wie sie mit den erfassten Daten umgehen. Auf weitere Probleme wies die BNetzA bereits hin, z.B. beim Verkauf von Kinderuhren mit Abhörfunktion. Auch eine Untersuchung norwegischer Verbraucherschützer von GPS-Uhren hat gravierende technische Mängel aufgedeckt: So kann bei einigen Uhren etwa der Standort manipuliert werden. Dann könnte den Eltern ein Ort angezeigt werden, an dem sich das Kind gerade nicht befindet. Das Marktwächter-Team der Verbraucherzentrale NRW untersucht die Tracking-Technologien und sammelt Beschwerden und Hinweise zu diesem Thema.