Ulf Müller

Fechner, Medienrecht


Frank Fechner, Medienrecht, Stuttgart (UTB) 17. Aufl. 2016, ISBN 978-3-8252-4596-2, € 19,99

MMR-Aktuell 2016, 381020     Das „Medienrecht“ ist seit 2000 jedes Jahr in einer neuen Auflage erschienen, jetzt also in der 17. Auflage. Mit der jährlichen Überarbeitung ist Aktualität bei diesem Werk natürlich kein Problem. Aber auch in anderen Belangen unterscheidet sich das Buch von Fechner von dem von Beater. Fechners Werk ist eher ein Lern- als ein Lehrbuch. Der Verfasser fügt häufig visuelle Übersichten und Prüfungsschemata zur Verdeutlichung des knapp geschriebenen Themengebiets ein. Die Verweise auf die Rechtsprechung beschränken sich auf die wesentlichen Entscheidungen, die jeder Studierende des Medienrechts kennen muss. Dabei werden selten die Fälle umfänglich beschrieben, sondern nur die wesentlichen Entscheidungsinhalte mitgeteilt. Eine tiefere Auseinandersetzung mit gerichtlichen Entscheidungen oder der Literatur erfolgt kaum. Hilfreich sind auch die immer wieder hervorgehobenen Merksätze und Definitionen. Am Ende hält Fechner für die Studierenden 20 Kontrollfragen bereit, mit denen insbesondere auch eine Klausurvorbereitung im Medien- und Informationsrecht gelingen kann. Mit etwas mehr als 400 Seiten ist es für Studierende auch deutlich handlicher als das Lehrbuch von Beater.

Die Struktur des Werks von Fechner ist eher dem segmentierten Medienrecht angepasst. Zwar gibt es auch bei ihm einen Allgemeinen Teil des Medienrechts, in dem Inhalt und Bedeutung der Medien (1. Kapitel), Allgemeine Verfassungsprinzipien und Mediengrundrechte (2. und 3. Kapitel) sowie die Bezüge aller Medienarten zu einzelnen Rechtsbereichen wie Persönlichkeitsrecht, Urheberrecht, Jugend- und Datenschutz sowie Wettbewerbs- und Strafrecht behandelt werden (4.-6. Kapitel). Wieso dabei die letzten vier Rechtsgebiete zusammengefasst werden, erschließt sich nicht ohne weiteres. An diesen allgemeinen Teil schließt sich aber der besondere Teil des Medienrechts an, in dem in einzelnen Kapiteln die Medienarten Presse, Buch, Rundfunk, Film und Multimedia dargestellt werden. Eine Verzahnung mit den allgemeinen Ausführungen des ersten Teils findet dabei über Verweise nicht statt, was aber für die konzentrierte Darstellung in einem an Studierende gerichteten Werk durchaus wünschenswert ist.

Was Fechner hervorragend gelingt, ist die Einordnung des deutschen Medienrechts in den europäischen und internationalen Kontext (7. Kapitel). Er verdeutlicht damit insbesondere dem in die Zukunft schauenden Studierenden, auf welche Entwicklung er in seinem späteren Arbeitsumfeld besonderes Augenmerk legen muss.

Das Medienrecht von Beater beglückt das Herz jedes Medienrechtlers, Kosten-Nutzen orientierte Studierende werden aber eher zu dem sehr guten und für Studierende hilfreichen Werk von Fechner greifen. Vor allem weil das Buch günstiger ist als jede für das Medienrecht konzipierte Vorschriftensammlung.

 

Prof. Dr. Ulf Müller ist Professor für Wirtschaftsrecht an der Hochschule Schmalkalden.