Dennis-Kenji Kipker

Willems, Cybergefahr. Wie wir uns gegen Cyber-Crime und Online-Terror wehren können


Eddy Willems, Cybergefahr. Wie wir uns gegen Cyber-Crime und Online-Terror wehren können, Berlin (Springer Spektrum) 2015, ISBN 978-3-658-04760-3, € 19,99

MMR-Aktuell 2016, 381012     Das 2015 im Springer-Verlag veröffentlichte Buch „Cybergefahr“ des belgischen Malware-Experten Eddy Willems hat es sich zum Ziel gemacht, in aller Kürze nicht nur die aktuelle Bedrohungslage im Bereich der IT-Sicherheit darzustellen und die hierfür ausschlaggebenden Faktoren zu klassifizieren, sondern ebenso in leicht verständlicher Form anwendergerechte und praxisnahe Lösungsvorschläge zu präsentieren, um die Gefahren im digitalen Raum wirksam abwehren zu können. Die Zielgruppe des Buchs sind daher vor allem über das übliche Maß hinaus interessierte Endanwender. Aber auch für IT-Sicherheitsbeauftragte und Wissenschaftler ist das Werk interessant, um sich bei leichter Lektüre ein Update in Sachen IT-Security zu verschaffen.

Untergliedert ist der Text in 13 Abschnitte. Das erste Kapitel beschreibt einen kurzen historischen Abriss über die Malware-Entwicklung in den vergangenen Jahrzehnten. Schon hier zeigt sich, dass Willems nicht nur ein profundes Wissen in Sachen IT-Security besitzt, sondern auch, dass er deren Entwicklung über Jahre hinweg aktiv mitverfolgt und gestaltet hat. So stellt er in den folgenden Abschnitten nicht nur die unterschiedlichen technischen und menschlichen Bedrohungen im Bereich der Cybersicherheit dar, sondern verknüpft diese immer wieder mit interessanten Anekdoten, Screenshots, Interviews seiner Kollegen und mit Statistiken. Interessant ist hierbei vor allem das dritte Kapitel über die digitale Untergrundwirtschaft, wo auf dem Grauen Markt z.B. Zero-day-exploits zum Kauf und Botnetze für DDoS-Attacken zur Miete angeboten werden („DDoS-Service“). Des Weiteren erläutert Willems die unterschiedlichen Profile von Malware-Schreibern, führt in verschiedene Formen der digitalen Bedrohung wie Cyberwar und Hacktivismus ein und stellt einige Antimalware-Unternehmen und entsprechende Organisationen vor. Die Rolle von Staat und Medien im Bereich der Cybersicherheit wird ebenfalls in aller Kürze beleuchtet. Den Hauptteil des Buchs bilden die Kapitel „Mythen über Malware“, „Tipps für Verbraucher“ und „Tipps, wie Unternehmen im Netz (über-)leben können“. Hier beschreibt Willems aufschlussreich und leicht verständlich verschiedene Infektionskanäle von Malware und zeigt, wie jedermann in die Lage versetzt werden kann, sein IT-System wirksam zu schützen. Security-Experten sind einige dieser Hinweise und Tipps sicher bereits bekannt, für Anwender aber – sowohl privat als auch im Unternehmen – stellen die Ausführungen eine nützliche Fundgrube dar. Abgerundet wird das Buch im letzten Kapitel mit einer Kurzgeschichte, die einen Ausblick auf künftige Cyberbedrohungen gibt und in der der Verfasser selbst eine der Hauptrollen spielt.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass „Cybergefahr. Wie wir uns gegen Cyber-Crime und Online-Terror wehren können“ für jeden eine Kaufempfehlung ist, der sich eingehender mit dem Thema IT-Security befasst oder in Zukunft gerne befassen möchte. Willems ist es mit seinem Werk gelungen, eine breite Leserschaft anzusprechen, denn selbst wenn man mit dem darin behandelten Thema bereits vertraut sein sollte, so bietet sich mit dem Buch immer noch die Möglichkeit, das eigene Wissen in aller Kürze auf den aktuellen Stand zu bringen, ggf. zu vertiefen und nochmals neu zu systematisieren. Dabei bleiben die Ausführungen – auch aufgelockert durch die zahlreichen Anekdoten und den ambitionierten Schreibstil des Verfassers – stets auf einem angenehmen Niveau, das es ermöglicht, das Buch auch ganz entspannt nebenher zu lesen.

 

Dennis-Kenji Kipker ist wissenschaftlicher Assistent am Institut für Informations-, Gesundheits- und Medizinrecht (IGMR) an der Universität Bremen und Mitglied im Vorstand der Europäischen Akademie für Informationsfreiheit und Datenschutz (EAID) in Berlin.