Silke Glossner

Schmidl, IT-Recht von A - Z


Michael Schmidl, IT-Recht von A - Z. Accessprovider bis Zwischenspeicherung, München (C.H.BECK) 2. Aufl. 2014, ISBN 978-3-406-64263-0, € 35,-

 

MMR-Aktuell 2014, 358613      Nunmehr in der 2. Auflage liegt das Nachschlagewerk von Schmidl, „IT-Recht von A-Z“, vor; auf 300 Seiten werden in alphabetischer Reihenfolge die wichtigsten Begriffe dieses noch recht jungen Rechtsgebiets erläutert. Anders als vergleichbare Werke zum gleichen Fachgebiet beschränkt sich Schmidl dankenswerterweise nicht allein auf die Erläuterung technischer Begrifflichkeiten der Informationstechnologie. Der Autor erklärt auch wesentliche juristische Ausdrücke wie etwa die „Privatkopie“, die „Grundsätze ordnungsgemäßer Buchhaltung“ oder den strafrechtlichen Begriff der „Schriften“; als Rechtsanwalt und erfahrenem Praktiker fällt ihm dies leicht. Darüber hinaus werden auch Wortneuschöpfungen wie das „phishing“, das „pharming“, das „spoofing“ oder aktuelle Phänomene wie „Joe-Job“ erläutert. Das ist von zentraler Bedeutung, denn in einem so dynamischen Rechtsgebiet wie dem IT- Recht ist es für alle mit der Materie Befassten wichtig, stets den Finger „am Puls der Zeit“ zu haben und auch neue und plötzlich auftauchende Phänomene ohne weiteres einordnen und verstehen zu können.

 

Schmidl gelingt es, in klarer Sprache in kurzen Absätzen die jeweiligen Begriffe präzise zu erläutern. Dabei beschränkt er sich nicht auf eine reine Erörterung einer Begrifflichkeit, sondern gibt auch notwendige Hintergrundinformationen und, wo passend, Hinweise auf weiterführende Informationsmöglichkeiten im Internet. So wird etwa im Zusammenhang mit der Darstellung zum Stichwort „ISMS - Information Security Management System“ auch auf die – bekanntermaßen hilfreiche – Website des Bundesministeriums für Sicherheit in der Informationstechnik hingewiesen.

 

Vorkenntnisse werden beim Leser kaum vorausgesetzt, sodass sich Juristen wie mit der Sache befasste Nichtjuristen gleichermaßen gut aufgehoben fühlen dürften. Bisweilen werden die Erläuterungen um Hinweise auf die aktuelle Rechtsprechung ergänzt, was grundsätzlich sehr zu begrüßen ist. Einziger Kritikpunkt: Die angefügten Zitate aus den  jeweiligen Entscheidungen wirken manchmal eher allgemein und sind für das Verständnis des Lesers nicht immer zielführend. Eine ausformulierte Erläuterung wäre daher vielleicht manchmal noch hilfreicher als das reine Urteilszitat.

 

Inhaltlich spannt der Autor den Bogen über sämtliche Teilbereiche des Rechts der Informations- und Kommunikationstechnologie; die ausgewählten Begriffe decken den Bereich des Vertragsrechts einschließlich des elektronischen Geschäftsverkehrs ebenso ab wie das Immaterialgüterrecht, das Telekommunikationsrecht, den Datenschutz sowie das Straf- und Prozessrecht. Selbstverständlich werden auch alle einschlägigen Abkürzungen einschließlich die relevanter Organisationen (wie der ICANN) erläutert. Dem selbst gesetzten Anspruch, eine „verlässliche Arbeitshilfe für Praktiker und Studierende im Gebiet des IT-Rechts“ (vgl. das Vorwort zur 2. Auflage) zu schaffen, wird das Nachschlagewerk ohne weiteres gerecht. Das Werk dürfte in der Tat sämtliche praxisrelevanten Fragen beantworten und bietet mit € 35,- für den kompakten Band ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis.

 

Silke Glossner, LL.M. (Georgetown) ist Richterin am LG München I.