Silke Glossner

Sosnitza, Fälle zum Gewerblichen Rechtsschutz und Urheberrecht


Olaf Sosnitza, Fälle zum Gewerblichen Rechtsschutz und Urheberrecht, München (C.H. Beck) 3. Aufl. 2012, ISBN 978-3-406-63217-4, € 27,90

 

MMR-Aktuell 2013, 343258         Der Band „Fälle zum Gewerblichen Rechtsschutz und Urheberrecht“ von Olaf Sosnitza aus der JUS- Schriftenreihe liegt nunmehr in der 3. Auflage vor. Der Autor will mit diesem Werk sämtliche ausbildungsrelevanten Teilbereiche des Rechts des geistigen Eigentums abdecken. Entsprechend erörtert er – dem bewährten Konzept der Vorauflagen folgend - anhand von 17 Fällen wichtige Probleme aus den Bereichen des Urheber- und Markenrechts, des Geschmacksmusterrechts und des Patent- und Gebrauchsmusterrechts. Damit dürfte das Buch vor allem für Studenten und Rechtsreferendare mit dem entsprechenden Schwerpunktbereich interessant sein – aber auch Juristen, die einen (ersten) Einblick in dieses Rechtsgebiet gewinnen möchten, können von der Lektüre erheblich profitieren. Ein Einstieg in ein neues Rechtsgebiet anhand von Fällen bietet sich immer dort an, wo der Leser mit wenig verfügbarer Zeit haushalten muss. Die kurzen, in sich abgeschlossenen Sachverhalte im Buch erlauben es aber, sich auch an mehreren Abenden Schritt für Schritt die Materie (in ihren Anfängen) zu erarbeiten. 

Dankenswerterweise hat Sosnitza  zwei interessante Fallkonstellationen neu in den Band aufgenommen. Die erste behandelt das im E-Commerce so häufig anzutreffende Keyword Advertising als Fall des unerlaubten Ausnutzens der Unterscheidungskraft oder Wertschätzung einer Marke. Die andere befasst sich mit der Störerhaftung im Netz und der heftig umstrittenen Frage, inwieweit der Betreiber einer Internethandelsplattform proaktiv Maßnahmen gegen drohende Rechtsverletzungen (hier: Markenrechtsverletzungen) unternehmen muss. 

Neben den klassischen Fragestellungen des Rechts des Geistigen Eigentums erhalten also auch neue und neueste Fragestellungen, die durch die Neuen Medien - allen voran das Internet - aufgeworfen werden, ausreichend Raum. Und darin liegt keine kleine Kunst – den Blick des Lesers und Lernenden dafür zu schärfen, wo aktuell mit neuen Problemen zu rechnen ist (Stichwort: Abmahnfallen!), ohne in der Darstellung die eigentlichen Grundlagen des Rechtsgebiets zu vernachlässigen.

Die Lösungshinweise zu den Fallgestaltungen zeichnen sich durchweg durch hohe Aktualität und Praxisrelevanz aus; Beispielhaft sei hier auch der kurze Problemaufriss zu Google Street View und der Frage nach der Panoramafreiheit im Anschluss an die Darstellung zu den Schranken des Urheberrechts genannt. Ebenso werden in den einzelnen Kapiteln - wo notwendig - Querbezüge zum Lauterkeitsrecht und zum Kartellrecht aufgezeigt. Insgesamt überzeugt der Band durch eine klare Optik, jedem Lösungsvorschlag ist eine kurze Gliederung nach Anspruchsgrundlagen vorangestellt, die auch Einladung ist, sich an der Lösung des Falls zunächst allein zu versuchen.

Fazit: unbedingt empfehlenswert.

 

Silke Glossner ist Richterin in der 5. Zivilkammer des LG München I und Mitherausgeberin des „Anwaltshandbuch IT-Recht".