Thomas Hoeren

Ebling/Schulze, Kunstrecht


Klaus Ebling/Marcel Schulze (Hrsg.), Kunstrecht. Zivilrecht, Steuerrecht, Stiftungsrecht, München (C.H. Beck) 2. Aufl. 2012, ISBN 978-3-406-62699-9, € 109,-

 

MMR-Aktuell 2013, 341638        Es ist immer wieder ein Vergnügen, wenn man ein Werk durch mehrere Auflagen hinweg in Form einer Rezension betreuen darf. Dies gilt in besonderem Ausmaß für das hier vorliegende Handbuch zum Kunstrecht. War der Rezensent in der 1. Aufl. noch hinsichtlich der Notwendigkeit einzelner Kapitel nicht überzeugt, haben die Autoren und Herausgeber dies nunmehr aufgegriffen und das Buch grundlegend umstrukturiert. Weggefallen sind dabei zu Recht die Ausführungen zum Steuerrecht, bis hin zum Elterngeld. Neu aufgenommen wurde ein längeres Kapitel zur Rechtslage beim Kunstmarkt (erstellt von Kirchmaier) sowie eine Darstellung zum Stiftungsrecht (erstellt von Ebling). Der Autor beginnt seine Überlegungen nach einer Ausführung zum Kunstmarkt mit der Frage der Echtheit von Kunstwerk und den dazugehörigen Fragen nach der Expertise. Dann kommen Ausführungen zum Leihverkehr (ein Thema, das allerdings nur mit großen gedanklichen Klimmzügen unter Kunstmarkt zu subsumieren ist). Hier werden ausführlich die verschiedenen vertraglichen Ausgestaltungen des Leihverkehrs zwischen Museen geschildert. Dieser Abschnitt wird ergänzt durch Hinweise zum Ausstellungsrecht, insbesondere in seiner urheberrechtlichen Bedeutung. Gliederungsmäßig etwas merkwürdig wird es dann, wenn der Kunsthandel, ab S. 343 im Kapitel Kunstmarkt zu Recht erwähnt wird, dort sich aber nur eine ganz kurze Beschreibung von Akteuren in der Kunstmarktszene findet. Die eigentlichen Ausführungen über den Kunsthandel findet man dann bei Schulze ab S. 238 ff.).

 

Irritierend ist in diesem Zusammenhang auch, dass das Sachregister nach zwei Teilen konzipiert ist (Teile 1 – 5 und der Rest des Buchs), was dazu führen kann, dass der jeweilige Benutzer nichts über das Stichwort Galerie oder Kommissionsgeschäft im Buch zu finden glaubte. Dies ist für Künstler misslich, bei denen die Frage, wie man mit Galerien umgeht, zu den wichtigsten Fragen des Kunstrechts gehört. Auch inhaltlich könnte man diese Fragestellung noch vertiefen, etwa wenn man an die Auskunftsrechte und Rechnungslegungsansprüche von Künstlern gegenüber Galeristen denkt. Insofern ist im vorliegenden Werk noch gliederungsmäßig Präzisierungs- und Vertiefungsbedarf, was die klassischen und praktischen Fragen eines Künstlers angeht.

 

Die anderen Teile sind allerdings deutlich präzisiert und aktualisiert worden. Dies gilt insbesondere für die steuerrechtlichen Hinweise, wo man endlich klarere Ausführungen zum Umsatzsteuerrecht bei Künstlern findet. Daher soll man nicht zu „mäkelig“ sein. Das vorliegende Handbuch ist wirklich klasse. Es ist das führende Kompendium für Künstler und Kunstgenießer, gerade auch in der jetzigen Form der 2. Aufl.. Von daher kann das Werk uneingeschränkt zur Anschaffung und zur Lektüre, sei es auch nur zum Schmökern, empfohlen werden.

 

Prof. Dr. Thomas Hoeren ist Direktor der zivilrechtlichen Abteilung des Instituts für Informations-, Telekommunikations- und Medienrecht (ITM) an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster und Mitherausgeber der MMR.