Sehr geehrte Leserin, sehr geehrter Leser,

seit Januar 2012 legt der Beck-Verlag mit der Neuen Zeitschrift für Wirtschafts-, Steuer- und Unternehmensstrafrecht (NZWiSt) eine neue wirtschaftsstrafrechtliche Zeitschrift auf. Die Ankündigung einer neuen juristischen Zeitschrift mag beim Leser die Frage danach auslösen, warum es noch eine weitere Spezialzeitschrift geben muss, und vor allem, wer sie lesen soll. Die Antwort fällt letztlich gar nicht so schwer: Die NZWiSt soll nachhaltige Rechtsanwendung und solide Beratung durch wissenschaftlichen Anspruch ermöglichen.

In der jüngeren Vergangenheit haben große Steuer- und Wirtschaftsstrafverfahren die strafrechtlichen Gefahren verdeutlicht, die sich im Kontext moderner wirtschaftlicher Strukturen, insbesondere in internationalen Unternehmen, ergeben. Die umwälzenden höchstrichterlichen Entscheidungen der letzten Jahre und die Regelungsversuche durch den Gesetzgeber, gerade im Steuerstrafrecht, werfen hier grundlegende Probleme auf, die weitreichende praktische Konsequenzen haben. Die große Anzahl rechtlicher Vorgaben zur Regelung der wirtschaftlichen Verhältnisse verursacht hochkomplexe und praktisch sehr bedeutsame Probleme auch auf dem Gebiet des Strafrechts. Die Flut der Vorschriften und Sanktionsbestimmungen birgt für Entscheidungsträger in Unternehmen das Risiko, sich durch wirtschaftlich opportun und sozial üblich erscheinendes Handeln strafbar zu machen. Selbst Fachleute im Wirtschafts- und Steuerrecht überblicken die strafrechtlichen Folgen von Verstößen oft nicht vollständig. Die Undurchsichtigkeit vieler Rechtsgebiete, an die das sogenannte Nebenstrafrecht ankoppelt, reizt augenscheinlich trotz prominenter Strafverfahren immer noch zur Anwendung des riskanten Trial-and-Error-Prinzips. Die strafrechtlichen Konsequenzen solcher Vorgehensweisen können erheblich sein und zu beträchtlichen persönlichen und wirtschaftlichen Nachteilen auch für Unternehmen führen, wie vornehmlich im Kartellrecht angesichts der hohen Bußgelder offenkundig geworden ist.

In der Zeitschriftenlandschaft spiegelt sich dieses mangelnde Risikobewusstsein wider. Insbesondere das Steuerstrafrecht ist hier nicht in einer Weise repräsentiert, die eine wissenschaftliche Durchdringung der wichtigsten Probleme und damit nachhaltige Antworten auf die drängenden Fragen anbieten würde. Zur Beseitigung dieses Zustandes soll die NZWiSt beitragen. Nicht nur die Wissenschaft wünscht sich systematische und langfristig überzeugende Lösungen aktueller Probleme. Auch der Praktiker ist auf belastbare Lösungsvorschläge angewiesen, die nicht nur ad hoc Probleme umgehen oder verdrängen, sondern Perspektiven für eine solide Beratung und die Rechtsentwicklung schaffen. Daher setzt die NZWiSt auf die Symbiose zwischen Wissenschaft und Praxis zur Entwicklung nachhaltiger und überzeugender Lösungen.

Da Aktualität und Effektivität auch in der Handhabung einer Fachzeitschrift, die sich auch an Praktiker richtet, oberstes Gebot sind, können Sie die NZWiSt natürlich auch online nutzen. Alle Abonnenten erhalten bei Bestellung der Zeitschrift postalisch einen persönlichen Zugangscode zur NZWiSt in beck-online. Dort können alle zitierten Gesetze, Literaturfundstellen und die zitierten Entscheidungen – sofern in beck-online verfügbar – über entsprechende Links mit einem Mausklick im Volltext abgerufen werden. Parallelfundstellen werden sofort angezeigt. Das bedeutet für Sie angenehm zeitsparendes und modernes Arbeiten.

Verlag und Schriftleitung wünschen Ihnen bei Lektüre und Nutzung der NZWiSt viel Erfolg.


Mit freundlichen Grüßen

Ihre Schriftleitung der NZWiSt

 

NZWiSt-Konzept

Die monatlich erscheinende NZWiSt ermöglicht nachhaltige Rechtsanwendung und solide Beratung durch Beiträge mit hoher praktischer Relevanz und zugleich wissenschaftlichem Anspruch. Ein fachlich hervorragend ausgewiesenes  Herausgeberteam aus allen relevanten Berufssparten sorgt dabei für absolute Praxisnähe auf wissenschaftlichem Fundament.

Thematisch werden Beiträge und Entscheidungen aus den Bereichen Wirtschafts-, Steuer- und Unternehmensstrafrecht abgedruckt. Entscheidungen erscheinen in redaktionell bearbeiteter Form mit Anmerkung. Die Zeitschrift wird Abonnenten sowohl in Print-Form als auch online im Modul NZWiStDirekt angeboten. Ein zwischen den Heften erscheinender Newsletter bringt Abonnenten Links zu weiteren wichtigen Entscheidungen aus den relevanten Rechtsgebieten.