Frauen kaufen Autos nach Farbe - Untersuchungen zu einem vorurteilsbesetzten Thema


Dass Frauen Autos nach Farbe aussuchen, ist ebenso ein Vorurteil, wie die Behauptung, Frauen könnten sich hinter dem Lenkrad immer nur aufs Fahren konzentrieren. Der Deutsche Verkehrssicherheitsrat (DVR) hat im Seminar "Frauen und Auto" mehrere Untersuchungen zum Thema vorgestellt.
Frauen haben im Straßenverkehr ungleiche Mobilitätschancen. Das belegt eine Studie von plan&rat, Büro für kommunale Planung und Beratung in Braunschweig. Im Vergleich zu Männern besitzen sie seltener ein eigenes Auto, gehen häufiger zu Fuß, benutzen Fahrrad oder "Öffis". Während 48 Prozent der befragten Männer angeben, selbst zu fahren, sind es bei den Frauen nur 23 Prozent. Dabei bewegen sie sich überdurchschnittlich häufiger im Stadtverkehr, bringen Kinder zur Schule, in den Kindergarten und erledigen die Familieneinkäufe.

Das Institut für angewandte Verkehrsforschung und Tourismusforschung e.V. (IVT) in Heilbronn belegt: Gemessen daran, wie viel und wie häufig Frauen Auto fahren, sind sie öfter in Unfälle verwickelt als männliche Fahrer. Ausnahme bildet die Altersgruppe der 18- bis 24-Jährigen. Hier ist das Unfallrisiko für Männer größer. Was sich mit nächtlichen Discounfällen erklären lässt. Frauen sind eher in der Stadt auf Kurzstrecken unterwegs, deshalb häufiger als Männer in Unfälle verwickelt – oft schuldlos. Sind sie deshalb die schlechteren Autofahrer? Die Statistik des Kraftfahrtbundesamtes zeichnet ein anderes Bild: In der Punktetabelle der Verkehrssünder fielen 1997 zum Beispiel 2973000 Männer durch Vergehen auf, jedoch nur 653000 Frauen. Sie sind zurückhaltender, vorsichtiger und weit weniger aggressiv im Verkehr, belegen die Flensburger Zahlen.

Welches Geschlecht welche Autos bevorzugt, das hat die Sinus-Sociovision, ein Institut für Automobil-Marktforschung in Heidelberg, geklärt. Frauen und Männer unterschiedlicher sozialer Schichten wurden nach den Entscheidungskriterien gefragt, die für den Kauf des nächsten Autos eine Rolle spielen. Ergebnis: Für beide Geschlechter stehen Ausstattung, Sicherheits-Equipment und Verbrauch eindeutig an ers„ter Stelle. Frauen kaufen Autos nach Farbe. Ist gelogen.

(Quelle: MediaMobil, Hannover)


NZV 3/2001