Ältere Autofahrer nur unterdurchschnittlich an Verkehrsunfällen beteiligt


Im Verhältnis zu ihrem Bevölkerungsanteil sind ältere Autofahrer unterdurchschnittlich an Verkehrsunfällen beteiligt.

Wenn man ihre geringere jährliche Fahrleistung auf Bayerns Straßen berücksichtigt, entspricht ihr Unfallrisiko in etwa ihrem Bevölkerungsanteil von derzeit 21%. Im Bereich der Unfallverletzten ist der Seniorenanteil auch bei Berücksichtigung der geringeren Fahrleistungen immer noch unterdurchschnittlich. Darauf hat Innenstaatssekretär Hermann Regensburger jetzt im Jahr der Verkehrssicherheit hingewiesen: "Viele ältere Menschen tragen durch ihr besonnenes Fahrverhalten vorbildlich zur Sicherheit im Straßenverkehr bei. Verantwortungsbewusste Seniorinnen und Senioren sollten trotz dieser für ihre Umsicht im Straßenverkehr sprechenden Situation regelmäßig ihre Fahruntüchtigkeit durch einen Gesundheitscheck untersuchen lassen."

Die Verkehrsunfallstatistik für Bayern zeigt hinsichtlich der PKW-Unfälle, dass 1999 deren Anteil mit Beteiligung von Senioren (über 65 Jahre) an der Gesamtentwicklung 10,45% betrug. (1998: 10,36%). Der Anteil bei den Getöteten betrug 1999 12,49% (1998 10,50%), bei den Verletzten 5,52% (1998: 5,65%). Es zeigt sich bei der Auswertung der Verkehrsunfallstatistik der letzten Jahre, dass sich die Pkw-Unfälle insgesamt und die Pkw-Unfälle der Senioren in etwa parallel entwickeln. Die über 65jährigen Frauen sind lediglich zu einem Viertel an den Pkw-Unfällen der Senioren und der dabei Verletzten und mit einem noch deutlich geringeren Anteil der als Fahrer oder Mitfahrer von Pkw tödlich Verunglückten am Gesamtaufkommen der Senioren beteiligt, obwohl sie in dieser Altersgruppe deutlich überrepräsentiert sind. Ein Blick auf die Entwicklung der zurückliegenden Jahre zeigt aber eine langsame Erhöhung des Frauenanteils bei der Unfallentwicklung, was nicht zuletzt auf die zunehmende Motorisierung der älteren Verkehrsteilnehmerinnen zurückzuführen sein dürfte.

Das Autofahren gewinnt für viele ältere Menschen zunehmend an Bedeutung, zumal bis 2030 ihr Bevölkerungsanteil auf 32% steigen wird. Die Fahrerlaubnis erhält insbesondere Menschen vorgerückten Alters Mobilität und Flexibilität, sichert ihnen Selbständigkeit und Unabhängigkeit und ist ideale Voraussetzung, um soziale Kontakte auch über größere Entfernungen hinweg besonders in ländlichen Gebieten zu pflegen. Autofahren kann altersbedingte Beeinträchtigungen in der Beweglichkeit kompensieren. Berechnungen des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung gehen davon aus, dass derzeit 78% der Männer (32% der Frauen) im Alter zwischen 65 und 69 Jahren im Besitz eines Führerscheins sind. Bei den über 75-Jährigen sind es bei den Männern noch 56%, bei den Frauen 11%. Darüber, wie hoch der Prozentsatz ältere Menschen ist, ihren Führerschein freiwillig abgeben, liegen keine Daten vor. Sehr häufig geben sie auch das Autofahren auf, ohne gleichzeitig auf den Führerschein zu verzichten. Hinsichtlich der Verfügbarkeit von PKW für ältere Menschen gehen Berechnungen davon aus, dass derzeit 55,7% der über 60jährigen Männer (13,0% der Frauen) ständig über ein Auto verfügen können, 41,9% der älteren Männer (85,2% der Frauen) kein Auto haben. Regensburger hob hervor, dass einige bayerische Städte Senioren bei freiwilliger Abgabe des Führerscheins freie Fahrt im städtischen Linienverkehr gewähren. Damit und mit dem Angebot von Seniorenkarten und anderer vergünstigter Tarifangebote schaffen sie Anreiz, auf den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) umzusteigen und erhalten zugleich die Mobilität älterer Menschen.

(Quelle: Bayer. Staatsministerium des Innern, München)


NZV 1/2001