C. Christian von Weizsäcker

Ex-ante-Regulierung von Terminierungsentgelten?


C. Christian von Weizsäcker ist Professor für Volkswirtschaftslehre an der Universität zu Köln.

Bei konkurrierenden Betreibern stehen sich je zwei von ihnen wie ein doppeltes bilaterales Monopol gegenüber, indem je nach Richtung des Telefongesprächs der eine der Anbieter von Terminierungsleistungen und der andere der Nachfrager ist oder umgekehrt. Marktmacht des einen gegenüber dem anderen entsteht angesichts dieser Symmetrie hier nicht. Da bei Terminierungsleistungen die Gruppe der Anbieter identisch ist mit der Gruppe der Nachfrager, führen die Verfahren der Ermittlung von Marktbeherrschung auf dem Wege über die Abgrenzung des relevanten Markts in die Irre. Ex-ante-Regulierung von Terminierungsentgelten ist daher nicht nur unnötig, sondern angesichts der damit verbundenen Bürokratisierung innovationsfeindlich und schädlich. Würde sie dennoch eingeführt, sind die kleineren Betreiber überproportional stark geschädigt. Sie wirkt damit konzentrationsfördernd.


MMR 2003, 170 Der kostenpflichtige Volltext ist ca. ab Mitte März in beck-ONLINE abrufbar.