Ergänzung zu IFRS 3 zur Definition eines Geschäftsbetriebs


IRZ, Heft 11, November 2018, S. 475

Am 22. Oktober 2018 hat der IASB den Ergänzungsstandard „Definition eines Geschäftsbetriebs (Änderungen an IFRS 3)“ veröffentlicht. Mit den Änderungen sollen bilanzierende Unternehmen bei der Beurteilung unterstützt werden, ob im Rahmen einer Akquisitionstransaktion ein Geschäftsbetrieb oder eine Gruppe von Vermögenswerten erworben wurde.

Im Rahmen des IASB-Projekts zur Überprüfung nach der Einführung von IFRS 3 „Unternehmenszusammenschlüsse“ hat sich herausgestellt, dass Unternehmen in bestimmten Fällen Schwierigkeiten haben, zu bestimmen, ob sie einen Geschäftsbetrieb oder eine Gruppe von Vermögenswerten erworben haben. Da sich die Bilanzierungsvorschriften für Geschäfts- oder Firmenwerte, Erwerbskosten und latente Steuern beim Erwerb eines Geschäftsbetriebs von denjenigen beim Erwerb einer Gruppe von Vermögenswerten maßgeblich unterscheiden, hat der IASB beschlossen, durch eng umrissene Änderungen an IFRS 3 die Abgrenzung von erworbenen Geschäftsbetrieben zu erworbenen Gruppen von Vermögenswerten eindeutiger zu formulieren.

Die Änderungen betreffen nicht den eigentlichen Standardtext, sondern ausschließlich die Anwendungsleitlinien in Anhang B des IFRS 3. Im Einzelnen umfassen sie folgende Regelungen:

 

  • Verbesserung der Definitionen eines Geschäftsbetriebs und von Ergebnissen durch Fokussierung auf Waren und Dienstleistungen, die für Kunden erbracht werden, sowie durch Streichung des Bezugs auf die Fähigkeit, Kosten zu senken.
  • Klarstellung, dass ein erworbener Satz von Aktivitäten und Vermögenswerten mindestens einen Einsatzfaktor (Input) und einen substanziellen Prozess beinhalten muss, die gemeinsam erheblich zur Fähigkeit zur Schaffung von Ergebnissen (Outputs) beitragen, um als Unternehmen betrachtet zu werden.
  • Aufnahme von Leitlinien und erläuternden Beispielen zur Bestimmung des Erwerbs eines substanziellen Prozesses.
  • Streichung der Bedingung der Überprüfung, ob die Marktteilnehmer imstande sind, fehlende Eingaben und Prozesse zu ersetzen und weiterhin Ergebnisse zu produzieren.
  • Ergänzung einer optionalen Konzentrierungsprüfung zur vereinfachten Beurteilung, ob ein erworbener Satz von Aktivitäten und Vermögenswerten kein Geschäftsbetrieb ist.

 

Die Änderungen sind für Unternehmenszusammenschlüsse und Vermögenswerte anzuwenden, deren Erwerbszeitpunkt am oder nach dem Beginn der ersten jährlichen Berichtsperiode liegt, die am oder nach dem 1. Januar 2020 beginnt. Eine vorzeitige Anwendung ist gestattet.