Verlautbarung des HFA zu neuen Richttafeln zur Pensionsbewertung


IRZ, Heft 10, Oktober 2018, S. 421

Am 20. Juli 2018 hat die HEUBECK AG die neuen Richttafeln RT 2018 G veröffentlicht. Diese Sterbetafeln lösen die bislang von vielen Bilanzierenden bzw. deren Aktuaren der Bewertung von Altersversorgungsverpflichtungen (und vergleichbaren langfristig fälligen Verpflichtungen) zugrunde gelegten Richttafeln RT 2005 G als biometrische Rechnungsgrundlagen ab.

Die neuen Richttafeln RT 2018 G basieren auf aktuellen Statistiken der deutschen gesetzlichen Rentenversicherung sowie des Statistischen Bundesamtes und spiegeln die jüngsten Entwicklungen bei Sterblichkeits-, Invalidisierungs-, Verheiratungs- und Fluktuationswahrscheinlichkeiten wider. Auf dieser Datengrundlage ist festzustellen, dass sowohl die Sterblichkeit als auch die Invalidisierung in den vergangenen Jahren zurückgegangen sind. Insbesondere die Erhöhung der Lebenserwartung führt dazu, dass die Kosten der betrieblichen Altersversorgung für die Unternehmen ansteigen. Der Anstieg für IFRS-Pensionsrückstellungen wird mit einer Bandbreite zwischen 1,5 und 2,5% angegeben.

Der Hauptfachausschuss (HFA) des IDW hat sich mit dieser Fragestellung beschäftigt und am 5. September 2018 entsprechende fachliche Hinweise veröffentlicht. Er vertritt darin die Ansicht, dass die neuen Richttafeln für Jahres- und Konzernabschlüsse nach HGB und IFRS anzuwenden sind, sobald sie allgemein anerkannt sind und bessere (i.S.v. besser die „tatsächlichen“ Verhältnisse widerspiegelnde) Schätzwerte darstellen als die bislang vom Bilanzierenden zugrunde gelegten Tabellenwerke. Dabei stellt die Anerkennung durch das BMF für ertragsteuerliche Zwecke – neben der Validierung und Implementierung der neuen Richttafeln durch die Rechnungslegungspraxis, insbesondere die Aktuare – einen Indikator für die allgemeine Anerkennung der neuen Richttafeln dar. Grundsätzlich ist damit für Abschlüsse, deren Stichtag nach dem Tag liegt (oder mit diesem zusammenfällt), an dem das betreffende (finale) BMF-Schreiben auf der Website des BMF veröffentlicht wird, nach Ansicht des HFA von einer „allgemeinen Anerkennung“ auszugehen.

Bei einer erstmaligen Anwendung der neuen Richttafeln ist außerdem zu berücksichtigen, dass sich aus der steuerlichen Verteilung der Anpassungseffekte über mindestens drei Jahre zusätzliche Auswirkungen auf die Höhe der im Zusammenhang mit den Pensionsrückstellungen nach IFRS zu bildenden latenten Ertragsteuern ergeben. Dieser Aspekt wird in der IDW-Verlautbarung nicht angesprochen, ist jedoch gleichwohl im Rahmen der Abschlusserstellung zu berücksichtigen.

Die fachlichen Hinweise des IDW sind auf der Website des Instituts (www.idw.de) frei verfügbar.