IASB veröffentlicht überarbeitetes Rahmenkonzept


IRZ, Heft 5, Mai 2018, S. 216

Der International Accounting Standards Board (IASB) hat am 29. März 2018 sein überarbeitetes Rahmenkonzept in der nunmehr finalen Fassung veröffentlicht. Es enthält überarbeitete Definitionen von Vermögenswerten und Schulden und neue Leitlinien zu den Themengebieten Bewertung, Ausbuchung, Ausweis und Angaben.

Entgegen der ursprünglichen Absicht des IASB stellt das neue Rahmenkonzept keine umfassende Überarbeitung des bisherigen Dokuments dar. Vielmehr hat sich der Board auf jene Themengebiete beschränkt, die von dem bisherigen Rahmenkonzept nur unvollständig oder gar nicht geregelt waren bzw. bei denen die Regelungen nicht (mehr) im Einklang mit anderen zwischenzeitlich veröffentlichten Dokumenten des IASB standen.

Das derzeit gültige IFRS-Rahmenkonzept besteht seit seiner Verabschiedung im Jahr 1989 in weiten Teilen unverändert. Im Jahr 2004 hatten IASB und FASB bereits eine Überprüfung und Weiterentwicklung beschlossen, das Projekt aber infolge geänderter Prioritäten sowie eines zu langsamen Projektfortschritts 2010 wieder eingestellt. Bis zu diesem Zeitpunkt konnte nur die erste Phase des ursprünglich gemeinsam von den beiden Standardsettern verfolgten Projekts abgeschlossen werden. Als Ergebnis dieser Arbeiten wurden im September 2010 die Kapitel 1 bis 3 in das Rahmenkonzept eingefügt, die sich mit dem generellen Ziel der Abschlusserstellung, der berichtenden Einheit und mit qualitativen Charakteristika entscheidungsnützlicher Abschlüsse befassten. Alle übrigen, gegenüber 1989 nicht veränderten Passagen des Rahmenkonzepts wurden in einem Kapital 4 zusammengefasst und waren Gegenstand der nunmehr abgeschlossenen Überarbeitung.

Das jetzt veröffentlichte Rahmenkonzept 2018 gliedert sich in eine Einführung zu Status und Zweck des Dokuments, acht Kapitel und ein Glossar, wobei die ersten beiden Kapitel im Wesentlichen den in 2010 veröffentlichten Teilen des Rahmenkonzepts entsprechen:

  1. Die Zielsetzung von Mehrzweckfinanzberichterstattung
  2. Qualitative Merkmale entscheidungsnützlicher Finanzinformationen
  3. Der Abschluss und die Berichtseinheit
  4. Elemente des Abschlusses
  5. Ansatz und Ausbuchung
  6. Bewertung
  7. Ausweis und Angaben
  8. Kapital- und Kapitalerhaltungskonzepte.

 

Das Dokument ist nicht mit einem Zeitpunkt des Inkrafttretens versehen und wird auch keinem eigenständigen Komitologieprozess in der EU zugeführt. Der Board wird es ab sofort anwenden, soweit es sich auf den Standardsetzungsprozess auswirkt.

Gleichzeitig mit dem überarbeiteten Rahmenkonzept hat der IASB auch Änderungen der entsprechenden Verweise auf das Rahmenkonzept in den einzelnen IFRS-Standards herausgegeben. Darin finden sich Änderungen an IFRS 2, IFRS 3, IFRS 6, IFRS 14, IAS 1, IAS 8, IAS 34, IAS 37, IAS 38, IFRIC 12, IFRIC 19, IFRIC 20, IFRIC 22 und SIC-32. Diese Änderungen, sofern sie tatsächlich Aktualisierungen darstellen, sind für Geschäftsjahre anzuwenden, die am oder nach dem 1. Januar 2020 beginnen. Für dieses Änderungsdokument wurde ein EU-Anerkennungsverfahren eingeleitet. Nach erster Planung soll im Laufe des Jahres 2019 das EU-Endorsement erfolgen.