IDW veröffentlicht drittes Modul von IDW RS HFA 50


IRZ, Heft 2, Februar 2018, S. 63

Am 14. Dezember 2017 hat der Hauptfachausschuss des IDW das nunmehr dritte Modul des Standards IDW RS HFA 50 verabschiedet und in der Januarausgabe 2018 der IDW Life veröffentlicht, das sich mit Kreditzusagen im Zusammenhang mit der Lieferung von Gütern oder der Erbringung von Dienstleistungen unter IFRS 9 befasst.

Unternehmen schließen regelmäßig Verträge über die Lieferung von Gütern oder die Erbringung von Dienstleistungen, bei denen mit den Kunden eine Zahlung nach der Leistungserbringung vereinbart wird. Derartige Verträge können für das liefernde Unternehmen nicht nur eine Verpflichtung begründen, in der Zukunft Güter zu liefern bzw. Dienstleistungen zu erbringen, sondern zusätzlich auch den Kaufpreis zu vorab festgelegten Konditionen zu finanzieren. Kreditzusagen fallen grundsätzlich in den Anwendungsbereich des IFRS 9. Gegenstand der Stellungnahme ist die Frage, ob für den Zeitraum zwischen der Zusage und der Leistung Wertminderungen nach IFRS 9 zu bilden sind; sie gelangt zu der Schlussfolgerung, dass dies regelmäßig nicht der Fall ist, da es sich hierbei nicht um Finanzinstrumente im Anwendungsbereich von IFRS 9 handelt. Gleichwohl ist zu prüfen, ob eine Risikovorsorge aufgrund anderer Standards (z.B. als Rückstellung für belastende Verträge nach IAS 37) vorzunehmen ist.

Die Stellungnahme zur Rechnungslegung ist ab sofort gültig. Wie alle Äußerungen des IDW zu Auslegungsfragen der IFRS-Rechnungslegung stehen auch die Ausführungen des zweiten Moduls von IDW RS HFA 50 unter dem Vorbehalt, dass zwischenzeitlich durch den IASB oder das IFRS IC keine abweichenden Auffassungen geäußert werden.