IASB verabschiedet Jährliche Verbesserungen 2015-2017


IRZ, Heft 1, Januar 2018, S. 16

Der International Accounting Standards Board (IASB) hat am 12. Dezember 2017 die endgültigen Änderungen im Rahmen des jährlichen Verbesserungsprojekts (Annual Improvements Project) im Zyklus 2015-2017 veröffentlicht.

Im Rahmen des Annual Improvements-Projekts werden vom IASB notwendige, aber nicht dringliche Änderungen an bestehenden Standards vorgenommen, die nicht im Rahmen eines gesonderten Projekts adressiert werden. Es handelt sich dabei i.d.R. um kleinere Änderungen und Ergänzungen, oft mit klarstellendem Charakter.

Von den nunmehr veröffentlichten drei Änderungen des Zyklus 2015-2017 sind insgesamt vier Standards betroffen. Im Einzelnen handelt es sich um folgende Ergänzungen bzw. Klarstellungen:

 

  • IFRS 3 Unternehmenszusammenschlüsse: Erlangt ein Unternehmen Beherrschung über einen Geschäftsbetrieb, an dem es bislang im Rahmen einer gemeinschaftlichen Tätigkeit (joint operation) beteiligt war, sind die Regelungen für sukzessive Unternehmenszusammenschlüsse anzuwenden, d.h., der zuvor von dem Erwerber gehaltene Anteil ist neu zu bewerten.
  • IFRS 11 Gemeinsame Vereinbarungen: Erlangt ein Unternehmen gemeinschaftliche Führung (joint control) über einen Geschäftsbetrieb, an dem es bislang im Rahmen einer gemeinschaftlichen Tätigkeit (joint operation) beteiligt war, ist der zuvor von dem Erwerber gehaltene Anteil nicht neu zu bewerten.
  • IAS 12 Ertragsteuern: Alle ertragsteuerlichen Auswirkungen von Dividendenausschüttungen sind korrespondierend mit den Erträgen, auf denen die Dividenden beruhen, zu erfassen. Grundsätzlich sind Ertragsteuern auf Dividenden somit erfolgswirksam zu berücksichtigen, es sei denn, die Dividende beruht auf Erträgen, die im sonstigen Ergebnis oder aber direkt im Eigenkapital erfasst wurden.
  • IAS 23 Fremdkapitalkosten: Ist ein qualifizierter Vermögenswert bereit für seine beabsichtigte Nutzung oder Veräußerung, so hat ein Unternehmen jegliche noch vorhandenen Fremdkapitalbestände, die ausdrücklich in Zusammenhang mit diesem Vermögenswert aufgenommen wurden, als Teil des allgemein aufgenommenen Fremdkapitals bei der Berechnung des Aktivierungssatzes der allgemeinen Fremdkapitalaufnahme zu behandeln.

 

Die Änderungen an IFRS 3 und IFRS 11 waren ursprünglich Teil des Entwurfs ED/2016/1 Definition eines Geschäftsbetriebs und Bilanzierung zuvor gehaltener Anteile (Vorgeschlagene Änderungen an IFRS 3 und IFRS 11). Der Board war jedoch der Ansicht, dass diese Änderungen den Kriterien des jährlichen Verbesserungsprozesses entsprechen, und nahm sie deshalb in diesen Zyklus auf.

Die noch im Entwurf ED/2017/1 Jährliche Verbesserungen an den IFRS Zyklus 2015-2017 vorgeschlagene Änderung an IAS 28 in Bezug auf langfristige Beteiligungen an einem assoziierten Unternehmen oder Joint Venture wurde demgegenüber im Oktober 2017 separat als eng umrissene Änderung an IAS 28 finalisiert.

Die veröffentlichten Änderungen sind erstmalig für Berichtsperioden, die am oder nach dem 1. Januar 2019 beginnen, anzuwenden. Eine vorzeitige freiwillige Anwendung ist möglich. In einem befreienden IFRS-Konzernabschluss in der EU kann von den Regelungen allerdings erst Gebrauch gemacht werden, wenn sie in europäisches Recht überführt wurden.