IASB veröffentlicht Strategieplan 2017-2021


IRZ, Heft 12, Dezember 2016. S. 496

Der International Accounting Standards Board (IASB) hat am 2. November 2016 seinen strategischen Arbeitsplan für die nächsten fünf Jahre vorgestellt. Er ergänzt und erweitert den monatlich aktualisierten Workplan des Boards und gibt gleichzeitig einen Überblick über die Rückmeldungen der Anwender auf die entsprechende Konsultation des IASB, die im August 2015 veröffentlicht wurde.

Diese beinhaltete allgemeine Fragen des Board zur generellen Ausrichtung seiner Aktivitäten, seinem Forschungsprogramm, seinen Projekten auf Standardebene, seinen Projekten mit begrenztem Umfang und der Umsetzungsunterstützung, dem Grad und dem Tempo von Änderungen sowie zur Häufigkeit von Agendakonsultationen.

Da die gegenwärtige Agenda des IASB als Ergebnis der Agendakonsultation 2011 bereits sehr voll ist, war die Agendakonsultation 2015 nicht so umfassend wie die vorhergehende. Dennoch hat der IASB vier Schwerpunkte für die Gestaltung seines Arbeitsprogramms 2017-2021 festgelegt:

  1. Abschluss der verbleibenden großen Standardsetzungsprojekte. Wie bereits in der Agendakonsultation 2011 forderten die Anwender ausdrücklich den Abschluss der verbleibenden großen Projekte auf der Agenda des IASB. Zum Zeitpunkt der Konsultation 2015 umfasste dies noch Leasingverhältnisse (inzwischen durch die Veröffentlichung von IFRS 16 umgesetzt), Versicherungsverträge und das Rahmenkonzept. In Bezug auf die beiden verbliebenen Projekte hält der IASB fest, dass diese mit höchster Priorität abgearbeitet werden sollen. In den Rückmeldungen wurde auch die Bedeutsamkeit der Prinzipienbasierung der IFRS betont.
  2. Bessere Kommunikation in der Finanzberichterstattung. Hierunter fallen insbesondere Projekte wie die Angabeninitiative und das Projekt zu den Hauptbestandteilen des Abschlusses. Beide Projekte erfahren große Unterstützung in den Rückmeldungen. In diesem Zusammenhang wurde in den Stellungnahmen insbesondere gefordert, dass der Board denjenigen Projekten Priorität einräumen solle, die für Abschlussadressaten den größten Informationsgewinn bringen.
  3. Weitere Entwicklung der Umsetzungsunterstützung. Der IASB hat sich eine verbesserte Unterstützung der Anwender bei der Implementierung neuer Standards zum Ziel gesetzt. Dazu gehört auch, dass sich der Board auf weniger Standardsetzungsprojekte konzentrieren will, um den Anwendern mehr Zeit für eine fundierte Umsetzung zu geben. In den Rückmeldungen war zudem gefordert worden, nicht zu viele eng umrissene Änderungen zu entwickeln und viele der zuletzt herausgegebenen kleinen Änderungen auch in die umfassenden jährlichen Verbesserungen und/oder (falls sie denselben Standard betreffen) in eine umfassendere Überprüfung dieses Standards aufzunehmen. Allgemein werden nunmehr regelmäßig angestoßene Überprüfungen nach der Umsetzung neuer Standards als hilfreich angesehen.
  4. Ein fokussierteres Forschungsprogramm. Die Forschungsaktivitäten als Ausgangspunkt der Standard(weiter)entwicklung war ein Schwerpunkt der Agendakonsultation 2015. Obwohl in den Rückmeldungen grundsätzlich ein evidenzbasierter Ansatz für die Standardsetzung unterstützt wurde, war dennoch eine Unzufriedenheit und Verunsicherung hinsichtlich der Strategie, der Ziele und der Prozesse des Forschungsprogramms und der Beziehung zwischen Forschung und den anderen fachlichen Aktivitäten des IASB erkennbar. Zudem wurde kritisiert, dass der Board zu viele Themen auf seiner Forschungsagenda habe. Als Konsequenz dieser Rückmeldungen hat der Board bereits erste Schritte unternommen, um sein Forschungsprogramm deutlicher zu fokussieren. So wurde die frühere Differenzierung in kurzfristige und langfristige Forschungsprojekte aufgegeben, und es wird auch nicht länger zwischen einer Beurteilungs- und einer Entwicklungsphase unterschieden. Darüber hinaus hat der Board das Forschungsprogramm neu in drei Bereiche strukturiert. Die aktiven Forschungsprojekte (derzeit acht Projekte) werden weiterentwickelt. Die derzeit acht Projekte in der neu eingerichteten sog. Forschungsprojektwarteschleife werden erst dann auf die aktive Agenda genommen, wenn ausreichend Kapazitäten durch den Abschluss anderer Projekte frei werden. Zudem wurden vier Projekte identifiziert, die nicht weiter verfolgt werden sollen.

Im Rahmen der Agendakonsultation hatte der IASB die Anwender auch gefragt, ob anstelle des bisherigen Abstands zwischen den Agendakonsultationen von drei Jahren vor dem Hintergrund der langen Zeiträume bei der Entwicklung und Umsetzung von Standards nicht ein Abstand von fünf Jahren zwischen Konsultationen angemessener sei. Da die eingegangenen Stellungnahmen diesen Ansatz unterstützten, wurde dementsprechend das Handbuch für den Konsultationsprozess bereits im Juni 2016 geändert.