IASB ergänzt IAS 7 im Rahmen der Angabeninitiative


IRZ, Heft 3, März 2016, S. 107

Der IASB hat am 29. Januar 2016 Änderungen an IAS 7 „Kapitalflussrechnungen veröffentlicht. Die Änderungen beinhalten Klarstellungen im Rahmen der sog. „Angabeninitiative“ des IASB und sollen die Informationen verbessern, die im Zusammenhang mit der Kapitalflussrechnung Abschlussadressaten in Bezug auf die Finanzierungstätigkeiten eines Unternehmens zur Verfügung gestellt werden.

In Ergänzung seiner Arbeiten im Rahmen des Projekts zum Rahmenkonzept hat der IASB 2013 eine Initiative zur Verbesserung der erläuternden Angaben in sein Arbeitsprogramm aufgenommen. In diesem Zusammenhang wurde auch ein Projekt mit begrenztem Umfang zu Kapitalflussrechnungen nach IAS 7 initiiert, das zur Verbesserung der Informationen, die Abschlussadressaten hinsichtlich der Finanzierungstätigkeiten und der Liquidität eines Unternehmens zur Verfügung gestellt werden, beitragen soll. Im Oktober 2015 beschloss der IASB, den Projektteil zur Liquidität abzuspalten, bei dem es noch weiterer und umfassenderer Analysen bedarf, und nur mit dem Projektteil zu Finanzierungstätigkeiten fortzufahren. Dieser Projektteil wurde nunmehr mit der Veröffentlichung des Ergänzungsstandards abgeschlossen.

Die Neuerungen verfolgen das Ziel, Abschlussadressaten eine bessere Beurteilung von Veränderungen bei den Finanzschulden zu ermöglichen. Dabei definiert der IASB Finanzschulden als solche Schulden, deren Zahlungsvorgänge in der Kapitalflussrechnung als Cashflows aus Finanzierungstätigkeit klassifiziert wurden oder werden. Wenn diese Definition erfüllt ist, gelten die geforderten neuen Angaben auch für Veränderungen im Finanzvermögen. Die Ergänzung der Regelungen des IAS 7 verlangt nun, Folgendes im Fremdkapital als Ergebnis von Finanzierungstätigkeiten anzugeben:

  • Veränderungen bei den Cashflows aus Finanzierungstätigkeit;
  • Veränderungen als Ergebnis der Erlangung bzw. des Verlusts von Beherrschung über Tochter- oder andere Unternehmen;
  • Auswirkungen von Wechselkursänderungen;
  • Änderungen von beizulegenden Zeitwerten; und
  • sonstige Änderungen.

Der IASB betont ausdrücklich, dass eine Überleitung der Eröffnungs- auf die Schlussbilanzwerte in Bezug auf Finanzschulden eine Möglichkeit darstellt, die neuen Angabevorschriften zu erfüllen. Dies stellt eine Abweichung gegenüber dem Entwurf vom Dezember 2014 dar, in dem noch vorgeschlagen worden war, eine solche Überleitung verpflichtend zu fordern. Gleichwohl ist davon auszugehen, dass die meisten Unternehmen dem Vorschlag des IASB folgen und eine Überleitungsrechnung aufstellen werden. Darüber hinaus fordert der Ergänzungsstandard, Veränderungen in den Finanzschulden getrennt von Veränderungen anderer Vermögenswerte und Schulden anzugeben.

Die Neuerungen treten für Berichtsperioden in Kraft, die am oder nach dem 1. Januar 2017 beginnen. Eine frühere Anwendung ist – vorbehaltlich der noch ausstehenden Übernahme in der EU – zulässig. Da die Änderungen weniger als ein Jahr vor dem Zeitpunkt des Inkrafttretens veröffentlicht wurden, müssen Unternehmen bei der erstmaligen Anwendung keine Vergleichszahlen angeben.