IASB schlägt Änderungen an IAS 19 und IFRIC 4 vor


IRZ, Heft 7/8, Juli/August 2015, S. 273

Der IASB hat am 18. Juni 2015 den Entwurf ED/2015/5 Neubewertung bei einer Planänderung, -kürzung oder -erfüllung/Verfügbarkeit einer Erstattung aus einem leistungsorientierten Plan Vorgeschlagene Änderungen an IAS 19 und IFRIC 14 veröffentlicht.

Die Vorschläge adressieren die nachfolgenden zwei Fragen:

  • Berechnung des laufenden Dienstzeitaufwands und der Nettozinsen, wenn ein Unternehmen bei Eintreten einer Planänderung, -erfüllung oder -kürzung eine Neubewertung der Nettoschuld (des Nettovermögenswerts) aus einem leistungsorientierten Plan vornimmt, und
  • Beurteilung, ob der Einfluss dritter Parteien (z.B. Treuhänder), Leistungen aufzustocken oder einen Plan abzuwickeln, das unbedingte Erstattungsrecht eines Arbeitgebers beeinflusst und daher im Einklang mit IFRIC 14 den Ansatz eines Vermögenswerts beschränkt.

 

Folgende Vorschläge für die Neubewertung bei einer Planänderung, -kürzung oder -erfüllung sind im Entwurf enthalten:

 

  1. Werden die Nettoschuld oder das Nettovermögen aus einem leistungsorientierten Plan bei einer Änderung, Kürzung oder Erfüllung neubewertet, sind für die Periode nach der Neubewertung der laufende Dienstzeitaufwand und die Nettozinsen unter Verwendung der Annahmen zu bestimmen, die der Neubewertung zugrunde gelegt wurden.
  2. Für die verbleibende Laufzeit werden die Nettozinsen auf Basis der neubewerteten Nettoschuld oder des neubewerteten Nettovermögenswerts berechnet.
  3. Der laufende Dienstzeitaufwand und die Nettozinsen in der laufenden Berichtsperiode vor einer Planänderung, -kürzung oder -erfüllung werden durch den nachzuverrechnenden Dienstzeitaufwand und einen Gewinn oder Verlust aus einer Planerfüllung nicht tangiert.
  4. Von der grundsätzlich rückwirkenden Anwendung dieser vorgeschlagenen Änderungen sollen Vermögenswerte, die nicht im Anwendungsbereich von IAS 19 liegen, ausgenommen werden.

 

Hinsichtlich der Verfügbarkeit einer Erstattung aus einem leistungsorientierten Plan wird in dem Standardentwurf Folgendes vorgeschlagen:

 

  1. Bei der Beurteilung der Verfügbarkeit einer Erstattung aus einem leistungsorientierten Plan durch ein Unternehmen sind Beträge, die dritte Parteien zu anderen Zwecken verwenden können, außer Acht zu lassen und somit nicht als Vermögenswert zu erfassen.
  2. Ein uneingeschränkter Anspruch auf Erstattung eines Überschusses auf Basis der Annahme einer schrittweisen Erfüllung der Planverbindlichkeiten besteht nicht, wenn dritte Parteien den Plan ohne Zustimmung des Unternehmens abwickeln können.
  3. Sofern dritte Parteien Anlageentscheidungen treffen können, die keine Auswirkungen auf die Leistungen von Planmitgliedern haben, hat dies keinen Einfluss auf die Verfügbarkeit einer Erstattung.
  4. Bei der Beurteilung der Verfügbarkeit einer Erstattung sowie der Minderung künftiger Beiträge hat ein Unternehmen neben den vertraglich vereinbarten Bedingungen und etwaigen faktischen Verpflichtungen auch alle gesetzlichen Vorschriften, die zum Abschlussstichtag angekündigt sind, zu berücksichtigen.
  5. Im Hinblick auf das Zusammenspiel von nachzuverrechnendem Dienstzeitaufwand bzw. Gewinn oder Verlust aus der Planerfüllung einerseits und Vermögenswertobergrenze andererseits soll in IAS 19 klargestellt werden, dass der nachzuverrechnende Dienstzeitaufwand bzw. der Gewinn oder Verlust aus der Planerfüllung in Übereinstimmung mit den bestehenden Vorschriften des IAS 19 bewertet und erfolgswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst wird, während hieraus resultierende Auswirkungen auf die Vermögenswertobergrenze im sonstigen Ergebnis zu berücksichtigen sind.

 

Die Zusammenfassung der beiden Fragestellungen in einem Entwurf ist der Aufwandsminimierung im Hinblick auf die Rückmeldungen geschuldet. Stellungnahmen zu ED/2015/5 nimmt der IASB bis zum 19. Oktober 2015 entgegen.