IASB veröffentlicht Entwurf zur grundlegenden Überarbeitung des IFRS-Rahmenkonzepts


IRZ, Heft 7/8, Juli/August 2015, S. 273

Der IASB hat am 28. Mai 2015 einen Entwurf zur umfassenden Überarbeitung des bestehenden IFRS-Rahmenkonzepts (ED/2015/3 Rahmenkonzept für die Finanzberichterstattung) und einen begleitenden Entwurf ED/2015/4 betreffend die Aktualisierung bestehender Verweise in anderen Verlautbarungen auf das Rahmenkonzept veröffentlicht (siehe auch in diesem Heft Busch/Boecker, IRZ 2015, 270).

Das Rahmenkonzept dient zum einen dem IASB als Leitlinie bei der Entwicklung von Rechnungslegungsstandards. Zum anderen unterstützt es Unternehmen bei der Klärung von Bilanzierungssachverhalten, die nicht unmittelbar in einem Standard oder einer Interpretation geregelt sind.

Das neue Rahmenkonzept enthält eine Einführung (Introduction), acht Kapitel und zwei Anhänge:

 

  • 1. Kapitel: Die Zielsetzung einer Mehrzweckfinanzberichterstattung,
  • 2. Kapitel: Qualitative Merkmale entscheidungsnützlicher Finanzinformationen,
  • 3. Kapitel: Der Abschluss und die Berichtseinheit,
  • 4. Kapitel: Elemente des Abschlusses,
  • 5. Kapitel: Ansatz und Ausbuchung,
  • 6. Kapitel: Bewertung,
  • 7. Kapitel: Ausweis und Angaben,
  • 8. Kapitel: Kapital- und Kapitalerhaltungskonzepte,
  • Anhang A: Zahlungsstrombasierte Bewertungsmethoden,
  • Anhang B: Glossar.

 

Wichtige Änderungen gegenüber dem derzeit bestehenden Rahmenkonzept betreffen die neue Abgrenzung der Begriffe „Vermögen“ und „Schulden“, die Wiederaufnahme des Vorsichtsprinzips, die Einführung einer grundlegenden Ausbuchungskonzeption, die Aufnahme des beizulegenden Zeitwerts ins Rahmenkonzept, die intensive Auseinandersetzung mit den fundamentalen Bewertungsmaßstäben und deren Auswahlkriterien sowie Vorgaben für den Ausweis und die Angaben.

Stellungnahmen zu den Entwürfen werden vom IASB bis zum 26. Oktober 2015 erbeten. Die Fertigstellung des überarbeiteten Rahmenkonzepts ist für 2016 vorgesehen.