IASB veröffentlicht Entwurf zur Fair Value-Bewertung notierter Anteile an Tochter-, Gemeinschafts- und assoziierten Unternehmen


IRZ, Heft 10, Oktober 2014, S. 374

Am 16. September 2014 hat der IASB den Standardentwurf ED/2014/4 „Bemessung marktnotierter Beteiligungen an Tochterunternehmen, Joint Ventures und assoziierten Unternehmen zum beizulegenden Zeitwert (Vorgeschlagene Änderungen an IFRS 10, IFRS 12, IAS 27, IAS 28 und IAS 36 sowie der erläuternden Beispiele für IFRS 13) veröffentlicht. Mit den vorgeschlagenen Änderungen soll klargestellt werden, dass das Bilanzierungsobjekt (unit of account) in Bezug auf Beteiligungen an Tochterunternehmen, Joint Ventures und assoziierten Unternehmen die Beteiligung als Ganzes ist.

Im Rahmen der Entwicklung von IFRS 13 „Bemessung des beizulegenden Zeitwerts“ beabsichtigte der IASB, Inputfaktoren auf Stufe 1 der Fair Value-Hierarchie zu priorisieren. Im Standard wurde jedoch nicht explizit erwähnt, dass Inputfaktoren auf Stufe 1 auch dann Priorität einzuräumen ist, wenn sie nicht mit dem Bilanzierungsobjekt (gesamtes Anteilspaket) korrespondieren. Seit Veröffentlichung von IFRS 13 ergaben sich deshalb immer wieder Fragen zum Bilanzierungsobjekt bei der Bewertung von an aktiven Märkten notierten Beteiligungen an Tochterunternehmen, Joint Ventures und assoziierten Unternehmen. Darüber hinaus erhielt der IASB auch Fragen zur Bemessung des beizulegenden Zeitwerts abzüglich Veräußerungskosten im Rahmen der Ermittlung des erzielbaren Betrags von Zahlungsmittel generierenden Einheiten (CGU), wenn diese im Zusammenhang mit Unternehmen stehen, die an einem aktiven Markt notiert sind.

Aufgrund dieser Anwendungsunsicherheiten schlägt der IASB nun Änderungen und Ergänzungen an sechs Standards (IFRS 10, IFRS 12, IAS 27, IAS 28 und IAS 36 sowie der erläuternden Beispiele für IFRS 13) vor, die klarstellen, dass das Bilanzierungsobjekt bei Beteiligungen an Tochterunternehmen, Joint Ventures und assoziierten Unternehmen die Beteiligung selbst ist. Der beizulegende Zeitwert solcher Beteiligungen stellt bei einer Marktnotierung jedoch das Produkt aus dem notierten Preis je Einheit und der Anzahl der gehaltenen Finanzinstrumente ohne weitere Anpassungen dar. Konsequenterweise schlägt der IASB außerdem vor, die Bewertung einer marktnotierten CGU zum beizulegenden Zeitwert an die Bewertung einer marktnotierten Beteiligung anzupassen.

Der Entwurf enthält keinen Vorschlag für einen verpflichtenden Erstanwendungszeitpunkt. In Bezug auf die vorgeschlagenen Änderungen im Zusammenhang mit marktnotierten Beteiligungen sieht der IASB eine verpflichtende Anwendung ab dem Beginn des Jahres vor, in dem die Änderungen erstmalig angewendet werden; in Bezug auf die vorgeschlagenen Änderungen im Zusammenhang mit der Bewertung von CGU schlägt der IASB eine prospektive Anwendung vor. Stellungnahmen zu dem vorgelegten Entwurf ED/2014/4 sind bis zum 16. Januar 2015 dem IASB zuzuleiten.