Entwurf zu begrenzten Änderungen an IFRS 11


IRZ, Heft 1, Januar 2013, S. 14

Noch vor dem Zeitpunkt der erstmaligen verpflichtenden Anwendung von IFRS 11 hat der IASB am 13. Dezember 2012 den Entwurf ED/2012/7 Erwerb von Anteilen an einer gemeinsamen Geschäftstätigkeit – vorgeschlagene Änderungen an IFRS 11 veröffentlicht. Der Entwurf schlägt begrenzte Änderungen an IFRS 11 vor, um klarzustellen, dass ein Partnerunternehmen einer gemeinsamen Vereinbarung den Erwerb eines Anteils an einer gemeinschaftlichen Tätigkeit (joint operation), die einen Geschäftsbetrieb darstellt, unter Anwendung von IFRS 3 und anderer für den Erwerb von Geschäftsbetrieben relevanten IFRS zu bilanzieren hat.

Bisher enthält IFRS 11 keine Regelungen zur Darstellung von Vereinbarungen, die als gemeinschaftliche Tätigkeit einzustufen sind, bei denen sich Rechte und Pflichten eines Partnerunternehmens aber auf eine Gruppe von Vermögenswerten und Schulden beziehen, die als Geschäftsbetrieb anzusehen sind. Daraus haben sich Abweichungen in der Praxis ergeben, die davon abhängen, ob der Geschäftsvorfall als ein Unternehmenszusammenschluss oder als Erwerb einer Gruppe von Vermögenswerten angesehen wird. Die Unterschiede in der Behandlung bei den beiden grundlegenden Ansätzen beinhalten den Ansatz oder Nichtansatz von Geschäfts- oder Firmenwerten und latenten Steuern sowie die Aktivierung oder Aufwandserfassung von erwerbsbezogenen Kosten.

Die im Änderungsentwurf vorgesehene Anwendung der Erwerbsmethode nach IFRS 3 auf bestimmte gemeinschaftliche Tätigkeiten impliziert als wesentliche Punkte:

  • Grundsätzliche Bewertung der identifizierbaren Vermögenswerte und Schulden zum beizulegenden Zeitwert,
  • Aufwandserfassung von erwerbsbezogenen Kosten (mit Ausnahme der Kosten für die Emission von Schuldtiteln oder Eigenkapitaltiteln),
  • Ansatz latenter Steuern,
  • Erfassung von Geschäfts- oder Firmenwerten sowie ertragswirksame Erfassung von Gewinnen aus vorteilhaften Erwerben.

 

Die Änderungen, die nur prospektiv angewendet werden sollen, beziehen sich auf die Erwerbe von Anteilen an einer bestehenden gemeinschaftlichen Tätigkeit und auf die Erwerbe von Anteilen an einer gemeinschaftlichen Tätigkeit bei ihrer Gründung, soweit die Begründung der gemeinschaftlichen Tätigkeit nicht mit der Begründung des Geschäftsbetriebs einhergeht. Der Entwurf enthält keine Leitlinien für Fälle, in denen zusätzliche Anteile an einer gemeinschaftlichen Tätigkeit erworben werden, an der das Partnerunternehmen als Erwerber zuvor bereits Anteile hält.

ED/2012/7 steht auf der Internetseite des IASB (www.ifrs.org) zur Verfügung. Kommentierungen sind dem Board bis zum 23. April 2013 zuzuleiten.