Entwurf zu begrenzten Änderungen an IFRS 10 und IAS 28 (2011)


IRZ, Heft 1, Januar 2013, S. 14

Bereits vor der erstmaligen verpflichtenden Anwendung von IFRS 10 und IAS 28 (2011) erfolgte am 13. Dezember 2012 die Veröffentlichung des Entwurfs ED/2012/6 Veräußerung oder Einbringung von Vermögenswerten zwischen einem Investor und einem assoziierten Unternehmen oder Joint Venture – vorgeschlagene Änderungen an IFRS 10 und IAS 28. Der Entwurf beinhaltet Vorschläge zur (Nicht-)Realisation von Erfolgen aus Transaktionen zwischen einem Investor und einem assoziierten oder Gemeinschaftsunternehmen, die zu begrenzten Änderungen an IFRS 10 und IAS 28 (2011) führen sollen.

Ihren Ursprung haben die Änderungen in der an das IFRS IC herangetragenen Anfrage, den Terminus nicht-monetäre Einlagen in SIC-13 Gemeinschaftlich geführte Einheiten – Nicht-monetäre Einlagen durch Partnerunternehmen und IAS 28 (2011), in dem SIC-13 aufgeht, zu definieren. Die zunächst auf den Sachverhalt der Realisation von Erfolgen aus der mit einem Beherrschungsverlust einhergehenden Einbringung von Anteilen an Tochterunternehmen durch einen Investor in sein Gemeinschaftsunternehmen beschränkte Anfrage wurde vom IFRS IC aufgrund der identischen Problematik auf sämtliche Einbringungs- und Veräußerungsvorgänge zwischen einem Investor und seinem assoziierten bzw. Gemeinschaftsunternehmen ausgedehnt.

 

Die in ED/2012/6 vorgeschlagenen Änderungen zielen auf den Abbau der bekannten Inkonsistenzen zwischen IFRS 10 und IAS 28 (2011) ab. Denn während IFRS 10 bei Verlust der Beherrschung eines Tochterunternehmens eine vollständige Realisation von (Veräußerungs-)Erfolgen und eine Bewertung verbleibender Anteile zum beizulegenden Zeitwert vorsieht, fordern IAS 28 (2011) (bzw. SIC-13) für Transaktionen zwischen dem Investor und einem assoziierten bzw. Gemeinschaftsunternehmen eine beteiligungsproportionale Zwischenergebniseliminierung, die in einer nur anteiligen Erfolgsrealisation in Höhe des Anteils konzernaußenstehender Anteilseigner mündet. Die Vorschläge in ED/2012/6, die prospektiv anzuwenden sein sollen, sehen diesbezüglich nunmehr die nachfolgenden Regelungen vor:

 

  • Sofern es sich bei der Transaktion zwischen einem Investor (oder einem seiner Tochterunternehmen) und seinem assoziierten oder Gemeinschaftsunternehmen um die Einbringung oder Veräußerung eines Geschäftsbetriebs i.S.d. IFRS 3 Unternehmenszusammenschlüsse handelt, sind dabei entstehende Erfolge vollständig zu erfassen, d.h., es ist keine beteiligungsproportionale Zwischenergebniseliminierung vorzunehmen. Dies gilt mithin unabhängig davon, in welcher rechtlichen Form (Übertragung von Anteilen an Tochterunternehmen oder Sachgesamtheiten) die Veräußerung/Einbringung des Geschäftsbetriebs stattfindet.
  • Bei Transaktionen, die keine Veräußerung/Einbringung eines Geschäftsbetriebs i.S.d. IFRS 3 Unternehmenszusammenschlüsse zwischen einem Investor (oder einem seiner Tochterunternehmen) und seinem assoziierten oder Gemeinschaftsunternehmen darstellen, sind Erfolge nur in Höhe des Anteils konzernaußenstehender Gesellschafter zu realisieren, indem in Höhe des Anteils des Investors am assoziierten oder Gemeinschaftsunternehmen eine beteiligungsproportionale Zwischenergebniseliminierung durchgeführt wird.

 

Der Entwurf ist auf der Internetseite des IASB (www.ifrs.org) verfügbar. Kommentierungen nimmt der IASB bis zum 23. April 2013 entgegen.