Änderungen an IFRS 10, 11 und 12


IRZ, Heft 7-8, Juli/August 2012, S. 273

Der International Accounting Standards Board (IASB) hat am 28. Juni 2012 den Änderungsstandard „Konzernabschlüsse, Gemeinsame Vereinbarungen und Angaben zu Beteiligungen an anderen Unternehmen: Übergangsleitlinen (Änderungen an IFRS 10, IFRS 11 und IFRS 12)“ veröffentlicht. Die Änderungen enthalten Klarstellungen der Übergangsleitlinien in IFRS 10 und zusätzliche Erleichterungen bei der Anwendung aller drei Standards.

Der Änderungsstandard ist das Ergebnis eines kurzfristigen IASB-Projekts zur Ausräumung von Bedenken der Adressaten. Diese hatten befürchtet, dass die Übergangsvorschriften in IFRS 10 komplizierter seien, als dies vom IASB beabsichtigt war.

Die wichtigsten Änderungen stellen sich wie folgt dar:

 

IFRS 10

  • Klarstellungen:

– Der Zeitpunkt der erstmaligen Anwendung ist der 1. Januar 2013 für Unternehmen, deren Geschäftsjahr mit dem Kalenderjahr zusammenfällt (unter der Annahme, dass keine vorzeitige Anwendung stattfindet).

– Es sind keine rückwirkenden Anpassungen für Tochterunternehmen vorzunehmen, die im Vergleichszeitraum veräußert wurden.

  • Zusätzliche Erleichterungen:

 - Die Angabe angepasster Vergleichszahlen wird auf die bei Erstanwendung unmittelbar vorangegangene Vergleichsperiode beschränkt.

- Der geforderte Ausweis für jeden einzelnen betroffenen Posten des Abschlusses wird auf die bei Erstanwendung unmittelbar vorangegangene Vergleichsperiode beschränkt.

 

IFRS 11 und IFRS 12

  • Zusätzliche Erleichterungen:

– Die Angabe angepasster Vergleichszahlen wird auf die bei Erstanwendung unmittelbar vorangegangene Vergleichsperiode beschränkt (IFRS 11 und IFRS 12).

– Die Angabepflicht von vergleichenden Informationen zu unkonsolidierten Zweckgesellschaften bei Erstanwendung des IFRS 12 wurde gestrichen (IFRS 12).

Die Änderungen treten – zeitgleich mit IFRS 10, IFRS 11 und IFRS 12 – für Berichtsperioden beginnend an oder ab dem 1. Januar 2013 in Kraft. Eine freiwillige vorzeitige Anwendung ist gestattet, jedoch haben Anwender in der EU für eine Verwendung in einem befreienden Konzernabschluss das Anerkennungsverfahren der EU-Kommission abzuwarten.