IASB bittet um Erfahrungsberichte zu IFRS 13


IRZ, Heft 7/8, Juli/August 2017, S. 294

Der IASB hat am 25. Mai 2017 eine sog. „Bitte um Übermittlung von Informationen“ (Request for Information, RFI) zu praktischen Erfahrungen aus der Anwendung von IFRS 13 „Bemessung des beizulegenden Zeitwerts“ veröffentlicht.

Das Projekt wurde im Januar 2017 offiziell auf die Agenda des IASB genommen, nachdem der IASB im Vorfeld ermittelt hatte, dass IFRS 13 – ebenso wie der korrespondierende US-GAAP-Standard „Thema 820 Bemessung des beizulegenden Zeitwerts“ – nach Ansicht der überwiegenden Adressatengruppen gut funktioniert und zu bedeutenden Verbesserungen geführt hat. Gleichwohl wurden vier allgemeine Bereiche mit Verbesserungspotenzial identifiziert, die den wesentlichen Inhalt des nunmehr veröffentlichten RFI bilden:

 

  • Hinterfragung der Entscheidungsnützlichkeit einzelner als belastend wahrgenommener Angabevorschriften zu Bewertungen der Input-Hierarchiestufe 3.
  • Bei der Bestimmung des beizulegenden Zeitwerts von Beteiligungen an assoziierten Unternehmen und Joint Ventures herrscht Unsicherheit, ob Unternehmen Inputfaktoren der Stufe 1 oder die Buchungseinheit (unit of account) verwenden sollen.
  • Bei der Anwendung des Konzepts der höchsten und besten Verwendung bestehen Bedenken in Bezug auf die Auswirkungen bei der Bewertung von Gruppen von operativen Vermögenswerten.
  • Im Zusammenhang mit der Ausübung von Ermessen wurden Bedenken hinsichtlich des Umfangs der Ermessensausübung vorgebracht und weitere Anwendungsleitlinien nachgefragt.

 

Auch zu Themen außerhalb dieser vier Bereiche können Anwender Fragen stellen. Außerdem bittet der IASB um Aussagen dazu, inwieweit er bei ggfs. erforderlichen Änderungen danach streben sollte, die derzeit bestehende Konvergenz mit US-GAAP-Thema 820 aufrecht zu erhalten. Die Stellungnahmefrist endet am 22. September 2017.