Einsatz von Planungs- und Controlling-Tools im Mittelstand


Ergebnisse einer aktuellen empirischen Studie der Unternehmensberatung KONZEPT & LÖSUNG (Februar 2003)

Die KONZEPT & LÖSUNG GmbH, eine unabhängige IT-Unternehmensberatung mit Spezialisierung auf Unternehmensplanung und Controlling, hat im Zeitraum von November 2002 bis Januar 2003 eine umfangreiche Studie zu Unternehmensplanung und Controlling im deutschen Mittelstand durchgeführt. Von Interesse waren vor allem Umfang, EDV-Einsatz und Investitionsabsichten. Diese Studie ist die erste ihrer Art, die sich ausschließlich auf den Mittelstand konzentriert.


Wer sind die Teilnehmer der Studie?


Der Fragebogen wurde an 3.745 Unternehmen in Ost- und Westdeutschland versendet, die einen Jahresumsatz zwischen 40 bis 280 Mio. Euro aufweisen. Die Antworten von 135 Unternehmen sind in die Auswertung der Studie eingeflossen:

  • 67 % der Antworten kommen aus rechtlich und wirtschaftlich eigenständigen Unternehmen, 31 % sind Tochtergesellschaften eines Konzerns.

  • Hinsichtlich der Unternehmensgröße weist ein Großteil der antwortenden Unternehmen einen Jahresumsatz zwischen 50 und 125 Mio. Euro aus (48 % aller befragten Unternehmen zählen hierzu). 19 % setzen weniger als 50 Mio. Euro, 34 % mehr als 125 Mio. Euro im Jahr um.

Auf die Frage, wie viele Mitarbeiter im Unternehmen sich aktiv (ohne Geschäftsleitung und IT-Abteilung) mit dem Thema „Controlling“ auseinandersetzen, gaben an:

  • 1 % der Unternehmen: kein Mitarbeiter,

  • 39 % der Unternehmen: 1 bis 2 Mitarbeiter,

  • 38 %: 3 bis 5 Mitarbeiter,

  • 13 %: 5 bis 10 Mitarbeiter,

  • 10 %: mehr als 10 Mitarbeiter.


 In welcher Regelmäßigkeit werden Kennzahlen in Planung und Controlling ermittelt?


Die Studie belegt, dass der Mittelstand die Notwendigkeit einer professionell durchgeführten Planung erkannt hat. Denn: 96 % der befragten Mittelständler erstellen regelmäßig eine operative Unternehmensplanung. Der überwiegende Teil (92 %) führt dabei eine differenzierte Erfolgsplanung durch (vgl. Abb. 1).




Abb. 1: Arten der Unternehmensplanung, die mittelständische Unternehmen erstellen

Zur besseren Lesbarkeit der Abbildung 1 siehe hier.



In der Zusammenführung ergibt sich, dass 70 % eine Erfolgsplanung in Verbindung mit einer Finanz-/Liquiditätsplanung erstellen und immerhin knapp 41 % regelmäßig eine Erfolgs-, Finanz- und Bilanzplanung durchführen.

Welche große Rolle das Controlling inzwischen im Mittelstand spielt, zeigt die Frage nach der Häufigkeit des Soll-Ist-Vergleichs: 93 % der Mittelständler führen mindestens halbjährlich einen Soll-Ist-Vergleich durch.

Unterschiedlicher stellt sich die Situation bei der regelmäßigen Anpassung der Planzahlen an die Ist-Zahlen dar: Während 31 % höchstens jährlich oder nur in Ausnahmefällen eine Anpassung vornehmen, findet dieser Abgleich in 46 % der Unternehmen quartalsweise und bei 23 % sogar monatlich statt. KONZEPT & LÖSUNG empfiehlt im Normalfall für rechtlich eigenständige Gesellschaften die quartalsweise Anpassung der Planung an die erreichten Ist-Zahlen. Der überraschend hohe Prozentsatz des monatlichen Abgleichs lässt sich vermutlich mit der Vorgabe vieler börsennotierter Muttergesellschaften an die mittelständischen Töchter erklären.


Welche Zusatzanforderungen in Verbindung mit der Rechnungslegung stellen sich dem Mittelstand?


Wie komplex die Anforderungen an Unternehmensplanung und Controlling im Mittelstand geworden sind, zeigt die Frage nach zusätzlichen Vorgaben in diesem Bereich:

  • Für 50 % der befragten Unternehmen spielt die Konzernkonsolidierung eine wichtige Rolle.
  • Weitere 10 % gaben Währungskonsolidierung als Vorgabe an.
  • 31 % der befragten Unternehmen beschäftigt bereits heute die Frage der unterschiedlichen Rechnungslegung. Die zu erwartende Übergangssituation, wonach zumindest für einen gewissen Zeitraum immer mehr deutsche Unternehmen eine doppelte Rechnungslegung nach IAS- und HGB-Standard vornehmen müssen, wird dieses Thema sicherlich weiter forcieren.


Welche Software-Tools werden derzeit eingesetzt?


Der Softwaremarkt für das Rechnungswesen (FiBu/KoRe) stellt sich als überaus fragmentiert dar. Einzige Ausnahme ist SAP, die mit Abstand die häufigste Softwarelösung in diesem Segment darstellt:

  • 41 % aller befragten Mittelständler setzen SAP in diesem Aufgabenbereich ein.
  • Der Schwerpunkt des SAP-Einsatzes liegt erwartungsgemäß in höheren Umsatzsegmenten: Bei Unternehmen mit über 250 Mio. Euro Jahresumsatz sind es 62 %, bei Unternehmen mit einem Umsatz zwischen 125 Mio. bis 250 Mio. verwenden 50 % SAP. Aber immerhin auch noch 17 % der Unternehmen zwischen 15 und 50 Mio. Euro setzen auf SAP in der Finanzbuchhaltung und/oder Kostenrechnung (siehe Abb. 2).



Abb. 2: Einsatz von SAP-Software im Rechnungswesen mittelständischer Unternehmen

Zur besseren Lesbarkeit der Abbildung 2 siehe hier.



Der Einsatz professioneller Planungs- und Controlling-Software fällt nach wie vor noch sehr gering aus:

  • 52 % der Unternehmen setzen immer noch ausschließlich Microsoft Excel als EDV-Tool im Controlling- und Planungsbereich ein.
  • Weitere 18 % nutzen MS-Excel in Verbindung mit SAP.
  • Die übrigen 30 % des Marktes sind unterschiedlich verteilt und splitten sich (mit etwa gleichen Anteilen) in eine Vielzahl von Herstellern und Produkten auf.


Welche Investitionen beabsichtigen Unternehmen in Bezug auf Planungs-/Controllingsoftware?


 Die Befragungsergebnisse zeigen, dass immer noch 70 % der Befragungsteilnehmer ihre Auswertungen mit einer Tabellenkalkulationssoftware erstellen. Wird sich das in naher Zukunft ändern? Es sieht alles danach aus, dass sich der Mittelstand der Unerlässlichkeit einer professionellen Unternehmensplanung bewusst ist und entsprechend aufrüstet:

  • 39 % planen die Anschaffung neuer Planungs-Software,
  • 31 % sogar noch im Jahr 2003 (Investitionsgründe vgl. Abb. 3).

30 % der investierenden Unternehmen beabsichtigen, für die Auswahl und/oder Implementierung der Planungs-Software einen externen Berater hinzuziehen.



Abb. 3: Gründe für die künftige Beschaffung von Planungs-/Controllingsoftware

Zur besseren Lesbarkeit der Abbildung 3 siehe hier.


Abschließende Bemerkungen zum Software-Einsatz in Planung/Controlling


Der Mittelstand hat die Notwendigkeit einer professionellen Unternehmensplanung erkannt. Jetzt muss er auch die passende EDV-Grundlage dazu aufbauen. Excel als Softwarewerkzeug erweist sich angesichts neuer Anforderungen durch Basel II, KonTraG usw. zunehmend als unzureichend (vgl. auch Schäfer, „Per Knopfdruck“ zur Bonitätsbewertung – Rating-Software im Test, BC 2/2003, S. 29 ff.).

Excel ermöglicht zwar auf Grund niedriger Lizenzkosten und unkomplizierter Handhabung einen kostengünstigen Einstieg in die Planung. Allerdings wird der Aufwand rund um die Datenpflege der Tabellen unterschätzt. Denn Dateninformationen einzelner Unternehmensebenen müssen manuell und teilweise auch mehrfach eingepflegt werden. Was erschwerend hinzukommt, ist die extrem hohe Fehleranfälligkeit von Excel.

Der Softwaremarkt für Unternehmensplanung und Controlling bietet inzwischen eine große Bandbreite an leistungsfähigen Standardprodukten. Es wird entscheidend für jedes Unternehmen sein, ob es für seine Belange das richtige Tool aus der Vielzahl der Produkte herausfiltern kann.


Verfasser der Studie


Die KONZEPT & LÖSUNG KuL Consulting GmbH ist ein unabhängiges Beratungsunternehmen für Unternehmenssteuerung mit Sitz in Köln, Leipzig und Frankfurt/Main. Seit 1992 beraten die Kölner namhafte Unternehmen, wie z.B. die Deutsche Beteiligungs AG oder die KÖNIG + NEURATH AG, bei der Realisierung ihrer Software-Lösung. Zum Dienstleistungsspektrum zählen Auswahl-, Beratungs- und Implementierungsunterstützung zur Einführung von EDV-gestützten Unternehmensplanungs-, Business Intelligence-, Reporting-, Konsolidierungs- und Controlling-Instrumenten. Es bestehen Projekterfahrungen mit verschiedenen Softwaresystemen.


Die komplette Studie kann angefordert werden bei:


KONZEPT & LÖSUNG KuL Consulting GmbH

Herrn Dirk Blech

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