BC 8/1997: Titelthema: Unternehmenskauf/-verkauf


21. Jahrgang; Seiten 169 - 192; August 1997
Titelthema
Unternehmenskauf/-verkauf

Buchführung/
Rechnungslegung/
Jahresabschluß
Prof. Dr. Karlheinz Küting
Bilanzierung und Abschreibung
des Geschäfts- oder Firmenwerts
S. 169

EDV/Organisation
Willy Hartung
Benchmarking im Finanz- und Rechnungswesen (Teil II) S. 174

Investition/Finanzierung
Uwe Kolb
Due-Diligence-Verfahren beim Unternehmenskauf in der Praxis S. 178

Steuerrecht
Jörg Zimmermann und Christian Rech
Steuerliche Optimierung von Unternehmenskäufen S. 182

Wirtschaftsrecht
Prof. Dr. Axel Jäger
Vertragliche Besonderheiten beim Unternehmenskauf S. 186

BVBB-Nachrichten S. 190

Impressum S. XI

Due-Diligence-Verfahren

Die Anzahl der Unternehmenskäufe bzw. -verkäufe in Deutschland hat in den letzten Jahren stetig zugenommen. Nach Ermittlungen der auf Unternehmensübernahmen spezialisierten M&A International GmbH (Königstein) hat sich dieser Trend auch im ersten Halbjahr 1997 fortgesetzt. Bei größeren Unternehmen mit einem Umsatz von mehr als 100 Millionen DM ist sogar ein erheblicher Anstieg der Akquisitionen von 42 Prozent gegenüber dem gleichen Vorjahreszeitraum festzustellen. Insbesondere aufgrund des Zusammenwachsens des europäischen Marktes und von Unternehmensnachfolgeregelungen wird mit einer weiteren Zunahme von Transaktionen gerechnet.

Eingedenk der schon im Alten Testament geäußerten Mahnung, «zwischen dem Kauf und Verkauf lauert die Sünde» (Sir 27,2), prüft das Due-Diligence-Verfahren im Vorfeld eines Erwerbs das zu verkaufende Unternehmen ganzheitlich , um die Chancen und Risiken einer Übernahme auszuloten. Es ähnelt der seit Jahrzehnten in der deutschen Wirtschaft praktizierten Vitalitätsprüfung beim Unternehmenskauf.

Im Mittelpunkt der Due-Diligence-Analyse, die in der Regel standardisierte Checklisten einsetzt (vgl. auch in diesem Heft), steht die Verläßlichkeit der Rechnungswesendaten (z.B. Erlös- und Kostenrechnung); deren Aussagekraft gibt ja letztendlich Aufschluß über erfolgreiches oder mißlungenes Wirtschaften. Wie gut, sicher und ausbaufähig sich die vorgefundene Marktstellung des Unternehmens darstellt, ist ein weiterer Untersuchungsschwerpunkt. Schwierig wird es bei der Qualitätsprüfung der Führungs- und Arbeitsorganisation, inwieweit sie vorhandene Marktchancen zu nutzen weiß, denn die Leistungsfähigkeit des Personals beispielsweise läßt sich eigentlich nur subjektiv schätzen.

Da je nach Vertragsgestaltung allein die anfallende Körperschaft- und Gewerbeertragsteuer auf den Veräußerungsgewinn den Unternehmenswert zwischen 40 und 250 Prozent bestimmt, sind zur rein betriebswirtschaftlichen Stärken-/Schwächenanalyse die steuerlichen Folgen einer Unternehmensübernahme intensiv zu prüfen. Last, not least gehört zur Due-Diligence-Analyse die Untersuchung der vertraglichen Bindungen und Haftungsverpflichtungen des Verkäufers. Es ist daher empfehlenswert, Rechtsanwälte und Wirtschaftsprüfer/Steuerberater beim Unternehmenskauf hinzuzuziehen – warnt schon die Bibel: «Berate dich nicht mit einem Händler über das Geschäft» (Sir 37,11).


Vorschau

Die voraussichtlichen Themen der BC-September-Ausgabe 1997:

  • Wirtschaftsprüfer zum Electronic Data Interchange (EDI);
  • Internet/Intranet – für den Controller von Bedeutung;
  • Benchmarking im Finanz- und Rechnungswesen (Teil III);
  • Sicherheit und Recht im Internet;
  • Electronic Data Interchange (EDI) und Internet.

Organ des Bundesverbandes der
Bilanzbuchhalter und Controller e.V. BV/BC

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