BC 12/1998: Titelthema: Euro: Umsetzung im Finanz- und Rechnungswesen


22. Jahrgang; Seiten 265-288; Dezember 1998
Titelthema
Euro: Umsetzung im Finanz- und Rechnungswesen

EDV/Organisation
Prof. Dr. Herbert Groß
Euro-Umstellung: Konkrete DV-Realisierung im Finanz- und Rechnungswesen S. 265

Investition/Finanzierung
Prof. Dr. Herbert Groß
Euro-Einführung: Konsequenzen für den Zahlungsverkehr, die Kassen- und Kontoführung S. 268

Euro-Countdown
Prof. Reinhold E. Eichholz
EURO-Pricing S. 272

Steuerrecht
Das Euro-Einführungsschreiben der Finanzverwaltung S. 274

Dr. K. Jan Schiffer, Franz-Bernd Daum und Claus J. Peters
Die Steuerreform der neuen Bundesregierung S. 278

Arbeits-/Sozialrecht
Dr. Reinhard Kudiß
Umstellung der Lohn- und Gehaltsabrechnung auf den Euro S. 282

BVBC-Nachrichten S. 282

Impressum S. XIII

Steuer-Infektion

Um den Start der Europäischen Währungsunion zu Beginn des nächsten Jahres ist es hierzulande in den letzten Wochen still geworden. Die Gemüter bewegt in erster Linie der Entwurf eines Steuerentlastungsgesetzes 1999/2000/2002 (vgl. in diesem Heft Seite 278 ff. und XII ff.). Zwei für Rechnungswesenfachleute einschneidende Änderungsvorhaben seien hier kurz herausgegriffen:

Bei Aufwendungen für Pkw (wie Anschaffungs-, Leasing-, Betriebskosten), die nicht ausschließlich betrieblich genutzt werden, soll der Vorsteuerabzug auf 50 Prozent beschränkt werden (§ 15 UStG-E). Die Überlassung von Fahrzeugen an Arbeitnehmer im Rahmen eines Dienstverhältnisses stellt nach der Gesetzesbegründung eine unternehmerische Nutzung dar. Wird demnach ein Fahrzeug in 1999 ausschließlich für betriebliche Zwecke angeschafft und erfolgt nur einmal im Jahr 2001 an einem Wochenende eine entgeltliche oder unentgeltliche Nutzungsüberlassung aus unternehmensfremden Gründen, wird der Pkw sozusagen ‹privat infiziert›: Der Vorsteuerabzug zu den Anschaffungskosten im Jahr 1999 muß dann nachträglich auf 50 Prozent reduziert werden.

Das Wertaufholungsgebot beim Anlage- und Umlaufvermögen (§ 6 Abs. 1 EStG-E) verursacht hingegen ab 1999 einen unvermeidbaren ‹Infektionsherd›, der auf sämtliche in früheren Veranlagungszeiträumen vorgenommenen Teilwertabschreibungen übergreifen wird; sie sind durch steuerliche Zuschreibungen (auf die fortgeführten Anschaffungs-/Herstellungskosten) rückgängig zu machen – auch wenn der Grund hierfür noch nicht entfallen ist. Bei konsequenter Gesetzesanwendung würde das bedeuten, daß sogar auf 0 DM abgeschriebene (wertberichtigte) Forderungen und Beteiligungen wieder zu Anschaffungskosten zu bewerten sind.

Das ausdrucksstarke Bild einer ‹Infizierung steuerlicher Art› wurde im übrigen auf einem Mandantenseminar zur geplanten Steuerreform, das die international tätige Sozietät Oppenhoff & Rädler Ende November 1998 in vier großen deutschen Städten abhielt, kreiert.


Vorschau
Die voraussichtlichen Themen der BC-Januar-Ausgabe 1999:

  • Bilanzierungsfragen zum Entwurf des Steuerentlastungsgesetzes 1999/2000/2002;
  • Der fehlerhafte Steuerverwaltungsakt;
  • Kurzbericht zu aktuellen Entscheidungen im Arbeitsrecht;
  • Neues Meldeverfahren in der Sozialversicherung;
  • Inkasso von Scheck- und Wechselforderungen.

 


Wir wünschen allen unseren Lesern, Autoren und ständigen Mitarbeitern ein gesegnetes Weihnachtsfest sowie ein gesundes, glückliches und erfolgreiches Jahr 1999 !

Ihre Redaktion «Bilanzbuchhalter und Controller»



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