BiBu 10/1996: Titelthema: Europäische Währungsunion


20. Jahrgang; Seiten 217-240; Oktober 1996
TITELTHEMA
Europäische Währungsunion

BUCHFÜHRUNG/ RECHNUNGSLEGUNG/
JAHRESABSCHLUSS
Armin Krug
Bilanzierungsprobleme bei der Währungsumstellung auf den EURO S. 217

EDV/ORGANISATION
Dr. Günter Ehrhardt
Organisatorische Maßnahmen zur Vorbereitung auf die Europäische Währungsunion S. 220

INVESTITION/
FINANZIERUNG
Dr. Oliver Everling
Auswirkungen der Europäischen Währungsunion auf die Kapitalanlage S. 224

Manfred Ertl
Cash-Management im Zeichen der Europäischen Währungsunion S. 228

WIRTSCHAFTSRECHT
Dr. Thomas Emde
Die Einführung des EURO und ihre Auswirkungen auf Gesetze und Verträge S.232

REZENSIONEN S. 231, 236

BVBB-NACHRICHTEN S.236

Impressum S. XIII

Europäische Währungsunion

In den vergangenen Monaten hat die öffentliche Diskussion um das Für und Wider der Europäischen Währungsunion (EWU) die Gemüter bewegt. Während Optimisten die EWU als glorifizieren, sprechen die Bedenkenträger von einem teuren Abenteuer. In dieser Kontroverse wird stets deutlich: Die der EWU, eine disziplinierte Finanzpolitik der künftigen Teilnehmerstaaten, wird das Vertrauen der Unternehmen in die Stabilität des EURO entscheidend bestimmen. Auch wenn hier noch vieles im argen liegt, so rechnen nach neuesten Erhebungen Unternehmen und Finanzmärkte überwiegend mit dem fristgerechten Beginn der EWU zum 1. Januar 1999. Selbst Schweizer Banken beziffern die Wahrscheinlichkeit, daß es zu einer Verschiebung der EURO-Einführung kommen wird, auf höchstens 30 Prozent.
Trotz dieser allgemeinen Erwartung der EWU haben sich – nach einer Umfrage des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI) im Juli 1996 – beinah 90 Prozent aller deutschen Unternehmen noch nicht mit den Auswirkungen der EURO-Einführung befaßt. Besonders kleine und mittelständische Betriebe haben noch nicht mit den Vorbereitungen zur Umstellung auf den EURO begonnen. Bei diesen Unternehmen dürften die Anpassungsmaßnahmen an den EURO, die sich nahezu auf alle Unternehmensbereiche erstrecken werden (z.B. Buchführung, EDV, Einkauf, Verkauf), etwa 12 bis 18 Monate dauern.
Da die unternehmensinterne «Währungsumstellung mehr als ein rechnerischer Vorgang ist», empfiehlt der BDI, frühzeitig einen bereichsübergreifenden Zeitplan und ein schlüssiges Konzept über erforderliche Umstrukturierungen im Unternehmen zu entwerfen. Unerbittlich lehrt hier eine alte Volksweisheit: «Was man an der Saat spart, verliert man an der Ernte»!
Rechnungswesenabteilungen haben im Vorfeld der EURO-Einführung ein besonderes Augenmerk auf den Umstellungszeitpunkt und auf eine geeignete Software für die Umrechnung auf die neue Währung zu legen. Des weiteren sollten vom Finanzmanagement die Leitlinien bei der Kreditaufnahme und Währungsabsicherung schon vor Beginn der EWU überprüft werden. Da der öffentliche Sektor nach bisherigen Aussagen erst zum Jahr 2002 von der D-Mark auf den EURO umstellen wird, ist zu befürchten, daß Unternehmen in der Übergangszeit vollführen müssen.


Vorschau

Die voraussichtlichen Themen der November-Ausgabe 1996 des Bilanzbuchhalter:

  • Shareholder-Value und Bilanzanalyse;
  • Benedikt Kotruljevic, der eigentliche Erfinder der doppelten Buchführung;
  • Shareholder-Value als Planungs- und Steuerungsgröße;
  • Anwendung des Shareholder-Value-Konzepts bei mittelständischen Unternehmen mit Hilfe PC-gestützter Simulation;
  • Haftung und Gewährleistung bei der Unternehmensbewertung.


Organ des Bundesverbandes der
Bilanzbuchhalter und Controller e.V. BV/BC

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