BiBu 7/1996: Titelthema: Debitorenmanagement


20. Jahrgang; Seiten 145-168; Juli 1996
TITELTHEMA
Debitorenmanagement


BUCHFÜHRUNG/
RECHNUNGSLEGUNG/
JAHRESABSCHLUSS
Stefan Wehner
Kundenforderungen, bilanzrechtlich – betriebswirtschaftlich S. 145

KOSTENRECHNUNG/
CONTROLLING
Dr. Frank Volkers
Servicecontrolling S. 150

EDV/ORGANISATION
Hans-Dieter Scheuermann
Forderungsmanagement per EDV S. 152

INVESTITION/
FINANZIERUNG
Prof. Reinhold E. Eichholz
Die finanzielle Führung von Kunden S. 155

Ursula Krisch-Kosseda
Outsourcing des Debitorenmanagements durch Factoring S. 159

WIRTSCHAFTSRECHT
Matthias Dörsam
Inkasso und Schuldnerverzug S. 162


BVBB-NACHRICHTEN S. 165


Impressum S. IX

Debitorenmanagement

Im ersten Quartal 1996 hat sich die Zahlungsmoral in der deutschen Wirtschaft verschlechtert. Nach einer Erhebung der Dun & Bradstreet Schimmelpfeng GmbH in Frankfurt sind in den ersten drei Monaten dieses Jahres etwa 73 Prozent der Rechnungen pünktlich bezahlt worden. Eine langsamere Zahlungsweise mit Überschreitung des Zahlungsziels bis zu zwei Monaten wurde bei 20,8 Prozent der Unternehmen ermittelt (im Vorquartal waren es noch 20,6 Prozent). Eine der Ursachen für Zahlungsverzögerungen rührt von der derzeit angespannten Wirtschaftslage her.

Liquiditätsengpässe aufgrund hoher Außenstände können durch Factoring oder Straffung des Debitorenmanagements vermieden werden. Die Abtretung von Forderungen an ein Factoringinstitut wird derzeit von rund 2000 Unternehmen in Deutschland genutzt. Das nach Angaben des Deutschen Factoring-Verbandes in 1995 erreichte Umsatzwachstum der Factoringbranche von 23,5 Prozent zeigt deutlich, daß sich immer mehr Unternehmen in Zeiten zunehmender Insolvenzen gegen Forderungsausfälle absichern wollen. Allerdings hat auch die Abschaffung des Abtretungsverbots für Kaufleute seit Mitte 1994 dem Factoringgeschäft Auftrieb gegeben. Vor allem in der Automobilindustrie hatten vormals Schuldner ihren Lieferanten – meist durch einen Passus in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen – die Abtretung von Forderungen verboten.
Diese -Ausgabe befaßt sich neben einem Einblick ins Factoringgeschäft überwiegend mit der Optimierung des Debitorenmanagements. Striktere Maßnahmen bei der Eintreibung von Forderungen in der Industrie haben beispielsweise erreicht, daß Groß- und Einzelhandel heute zu den pünktlichsten Zahlern gehören. Insbesondere die je nach Zahlungserfahrung abgestuften Rabattkonditionen schränken den Spielraum für Zahlungsverzögerungen erheblich ein. Erfahrungsgemäß ist der Anteil zahlungsunwilliger Kunden größer als der zahlungsunfähiger Geschäftspartner; eine rechtzeitige und eingehende Ursachenforschung kann klären, inwieweit das mangelhafte Zahlungsverhalten der Abnehmer auf Unzufriedenheit (z.B. über mangelnde Qualität der Leistung) zurückzuführen ist.

Im Zuge der tiefgreifenden Rezession in den USA Anfang der neunziger Jahre wurde die Funktion des zu einem festen Bestandteil der dortigen Unternehmensorganisation. Auch in Deutschland hat die Position des an Bedeutung gewonnen.


Vorschau

Die voraussichtlichen Themen der August-Ausgabe 1996 des Bilanzbuchhalter:

  • Anschaffungs- und Herstellungskosten in der europäischen Rechnungslegung;
  • Rechnungslegung in Polen;
  • Investitions-Controlling aus 25 Jahren Praxis;
  • Anwenderbericht zu einem Anlagenbuchhaltungsprogramm;
  • Finanzierung mit Hilfe von Abschreibungsgegenwerten.

Organ des Bundesverbandes der
Bilanzbuchhalter und Controller e.V. BV/BC

Verlag C.H. Beck München -Frankfurt