BiBu 5/1996: Titelthema: Der Konkurs


20. Jahrgang; Seiten 97-120; Mai 1996
TITELTHEMA
Der Konkurs


BUCHFÜHRUNG/
RECHNUNGSLEGUNG/
JAHRESABSCHLUSS

Frank Balmes
Überschuldungsbilanz und Insolvenz S.97

Birgit Eichelbaum

Die Bedeutung der Buchführung im Konkursverfahren S.100

STEUERRECHT
Michael App
Ertragsteuerliche Probleme beim Konkurs S. 103

Norbert Urban
Umsatzsteuerliche Probleme beim Konkurs – Einordnung der Lohnsteuerforderungen im Konkurs S. 105

ARBEITS-/SOZIALRECHT
Dr. Reinhard Th. Schmid und Markus Bolsinger
Rechte und Pflichten des Arbeitnehmers im Konkursfall S. 109

WIRTSCHAFTSRECHT
Michael Eckert
Angstthema: Kundenkonkurs S. 111

Impressum
S.XIII

Der Konkurs

Seit Anfang 1992 nehmen Konkurse und Vergleiche in Deutschland zu, und ein Ende ist noch nicht abzusehen. Im vergangenen Jahr hat die Zahl der Unternehmensinsolvenzen sogar einen neuen Rekordstand erreicht. 1995 sind beim Statistischen Bundesamt in Wiesbaden 22.344 Konkurse und Vergleiche gemeldet worden; das sind fast 19 Prozent mehr als 1994.
Die steigende Zahl der Unternehmenszusammenbrüche betrifft nicht nur die neuen, sondern auch die alten Bundesländer. In Westdeutschland hat die Zahl der Insolvenzen 1995 um rund 10 Prozent auf 16.470 zugenommen, und in Ostdeutschland gaben 5.874 Unternehmen auf (plus 50 Prozent).
Ein kleiner Hoffnungsschimmer auf ein baldiges Ende der düsteren kann in der sinkenden Jahreszuwachsrate bei Insolvenzen gesehen werden; sie lag 1995 sowohl in den alten wie auch in den neuen Bundesländern erheblich unter dem Anstieg der Vorjahre.
Die derzeitige Insolvenzwelle macht deutlich, daß viele Unternehmen nicht mehr über ausreichende Reserven verfügen, um konjunkturelle und strukturelle Krisen zu überstehen. Dies ist um so erstaunlicher, als deutsche Unternehmen hinsichtlich der Eigenkapitalausstattung, die seit Beginn der achtziger Jahre konstant geblieben ist, im europäischen Vergleich gut abschneiden. Der liegt bei der Umsatzrendite, die sich in den letzten Jahren drastisch verschlechtert hat. Laut einer Studie des Bundesverbandes deutscher Banken ist die Umsatzrendite deutscher Unternehmen von 2,1 Prozent 1986 auf heute 1,5 Prozent gefallen; Mitte der sechziger Jahre lag sie noch bei 3,7 Prozent. Gravierende Ursachen für diese Misere werden auf den Anstieg der Steuer- und Abgabenlast, hohe Arbeitskosten und Währungsverluste, aber auch auf Mißmanagement und verfehlte Unternehmensstrategien zurückgeführt. Darüber hinaus sammeln viele Unternehmen in Form von hohen und überfälligen Außenständen (Kundenforderungen), die totes Kapital bedeuten.
Mit dieser Ausgabe wollen wir allerdings nicht der in der deutschen Wirtschaft zu Leibe rücken, sondern Antworten auf bilanzielle, steuer-, arbeits- und wirtschaftsrechtliche Fragen sowie Hilfestellungen geben, sollten Rechnungswesenleiter direkt oder indirekt mit dem Desaster eines Konkurses konfrontiert werden.


Vorschau

Die voraussichtlichen Themen der Juni-Ausgabe 1996 des Bilanzbuchhalter:

  • Finanz- und Rechnungswesen – eine wichtige Informationsquelle für das Controlling;
  • Marketingcontrolling;
  • EDV-gestütztes Controlling im Mittelstand;
  • Praktische Anwendung von Finanzcontrolling;
  • Zukunftsqualifikation – Controller IHK.

Organ des Bundesverbandes der
Bilanzbuchhalter und Controller e.V. BV/BC

Verlag C.H. Beck München -Frankfurt