BiBu 4/1996: Titelthema: Internationale Rechnungslegung


20. Jahrgang; Seiten 73-96; April 1996
TITELTHEMA
Internationale Rechnungslegung


BUCHFÜHRUNG/
RECHNUNGSLEGUNG/
JAHRESABSCHLUSS

Ewald Völker
U.S. Generally Accepted
Accounting Principles
(US-GAAP), International
Accounting Standards (IAS)
und deutsches Recht S. 73


KOSTENRECHNUNG/
CONTROLLING

Udo Sandmeyer
Globalisierung - Konsequenzen
für das Controlling S. 82


INVESTITION/FINANZIERUNG
Prof. Dr. Wilhelm Schmeisser
Nutzen und Aussagefähigkeit
des DAX-Future S. 86


DER PRAXISFALL
Ingeborg Reif
Skontoabzug bei Zahlung
am letzten Tag der Frist? S. 89

WIRTSCHAFTSRECHT
Matthias Dörsam
Rechtswahlklauseln in
internationalen Verträgen S. 90


BUCHTIP/REZENSION S. 93


BVBB-NACHRICHTEN S. 94


Impressum S.XI

Internationale Rechnungslegung

Nicht nur große Kapitalgesellschaften, sondern auch Klein- und mittelständische Unternehmen (im Verarbeitenden Gewerbe 33 Prozent) sind mit dem Wirtschaftsstandort Deutschland unzufrieden. Vor allem hohe Steuerbelastung und Personalkosten führen im internationalen Vergleich zu Wettbewerbsnachteilen.
Zur Sicherung der Ertragslage haben bereits über 10 Prozent der deutschen Mittelständler Produktionsverlagerungen ins Ausland vorgenommen; etwa 30 Prozent planen entsprechende internationale Aktivitäten.
Die internationale Verflechtung von Kapitalmärkten und Unternehmen bedingt auch gravierende Änderungen für das Rechnungswesen. Weltweit dominieren bei den Rechnungslegungsvorschriften drei Normengefüge, nämlich die US-amerikanischen Generally Accepted Accounting Principles (GAAP), die International Accounting Standards (IAS) und die einschlägigen Richtlinien der Europäischen Union (4. und 7. EG-Richtlinie). Diese Regelungen überschneiden sich teilweise, jedoch führen unterschiedliche Wahlrechte zu erheblichen Abweichungen.
Der wesentliche Unterschied zwischen den Regelsystemen liegt im Adressatenkreis: Während GAAP und IAS in erster Linie den Investor (Aktionär, Eigentümer) ansprechen, haben die europäischen Richtlinien neben dem Aktionär - mit unterschiedlichem Gewicht in den einzelnen Mitgliedstaaten der Europäischen Union - auch die Gläubiger (Kreditgeber) im Auge.
Die Anwendung der internationalen Rechnungslegungsvorschriften in Deutschland ist nach einem bereits vorliegenden Gesetzentwurf des Bundesjustizministeriums zunächst nur für den Konzernabschluß derjenigen deutschen Unternehmen vorgesehen, die an internationalen Kapitalmärkten operieren. Es zeichnen sich allerdings Rückwirkungen auf den Einzel- und Konzernabschluß der übrigen Unternehmen ab. So arbeitet derzeit eine interministerielle Arbeitsgruppe an einer möglichen Harmonisierung deutscher und internationaler Bilanzierungsgepflogenheiten. Dies wird gegebenenfalls auch Änderungen bei der Steuerbilanz hervorrufen. Es gibt sogar Stimmen, die eine Abschaffung des Maßgeblichkeitsgrundsatzes prognostizieren.

 


Vorschau

Die voraussichtlichen Themen der Mai-Ausgabe 1996 des Bilanzbuchhalter:

  • Rechnungslegung im Konkursfall;
  • Ertragsteuerliche Probleme beim Konkurs;
  • Umsatz- und lohnsteuerliche Probleme beim Konkurs;
  • Rechte und Pflichten des Arbeitnehmers im Konkursfall;
  • Kundenkonkurs und Konkursverfahren;
  • Konkurs und Vergleichsverfahren - Tips für Rechnungswesenleiter.

Organ des Bundesverbandes der
Bilanzbuchhalter und Controller e.V. BV/BC

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