BiBu 3/1996: Titelthema: Devisenkurssicherung und Rechnungslegung von Finanzderivaten


20. Jahrgang; Seiten 49-72; März 1996
TITELTHEMA
Devisenkurssicherung und Rechnungslegung von Finanzderivaten

BUCHFÜHRUNG/ RECHNUNGSLEGUNG/ JAHRESABSCHLUSS
Andreas Freiling
Währungsumrechnung bei Einzelabschlüssen S. 49
Stefan Wehner
Finanzderivate - Rechnungslegung und Risikomanagement S. 52

KOSTENRECHNUNG/ CONTROLLING
Prof. Dr. Rolf Hofmann
Bedeutung, Steuerung und Überwachung des Finanzderivatengeschäfts im Unternehmen S. 57

INVESTITION/ FINANZIERUNG
Stefan Joh. Weiland
Risikomessung in der Kapitalanlage S. 61

Interview zur Devisenkurssicherung von Exporterlösen mit Kurt Breitkopf S. 66

REZENSION S. 65

BVBB-Nachrichten S. 70

Impressum S. XV

Devisenkurssicherung und Rechnungslegung von Finanzderivaten

Der teure Faktor Arbeit schmälert nicht mehr als die Erträge deutscher Unternehmen. Die Stärke der D-Mark bzw. die Schwäche des Dollar bescherten der exportorientierten deutschen Wirtschaft 1995 gleichermaßen hohe Verluste. So beziffert beispielsweise die Robert Bosch GmbH (in Stuttgart) für 1995 ihren rechnerischen Umsatzausfall infolge der Aufwertung der D-Mark auf 1,2 Milliarden DM; das sind etwa 3 Prozent vom Gesamtumsatz.

Alarmierend ist eine Erhebung der Deutschen Bundesbank, wonach über 70 Prozent aller exportierenden deutschen Unternehmen in D-Mark fakturieren. Da die amerikanische Währung im Welthandel eine dominierende Rolle spielt, bewirken sinkende Dollarkurse eine erhebliche Preissteigerung deutscher Produkte im Ausland. Die Fakturierung in der jeweiligen Fremdwährung und die gleichzeitige Absicherung gegen Kursveränderungsrisiken durch Transaktionen mit Derivaten sollten daher zur Kardinaltugend 1996 gekürt werden. Dabei muß ausdrücklich betont werden, daß es nicht um Spekulationsgeschäfte mit Derivaten geht. Die von Anlagenberatern oft in scherzhaftem Unterton an Bankkunden gerichtete Frage, «wollen Sie gut essen oder ruhig schlafen?», wird bei der Devisenkurssicherung kaum mit dem Wunsch nach großen Kursgewinnchancen beantwortet, da sie meist mit einem hohen Risiko zu sind. Der bedächtige Finanzverantwortliche im Unternehmen - ob Treasurer oder Bilanzbuchhalter - setzt in der Regel bewährte Standardinstrumente wie das Devisentermin- und Optionsgeschäft ein. Diese Kurssicherungsmöglichkeiten wurden in den vergangenen Jahren erweitert und verfeinert, um Unternehmen ein flexibleres Reagieren auf Währungsschwankungen zu ermöglichen. Mit dieser Themenstellung befaßt sich unter anderem diese Ausgabe.

Eine weitere Verbesserung wird auch bei der Publizität von Derivaten im Anhang des Jahresabschlusses angestrebt. Nicht nur Kredit- und Finanzinstitute, sondern auch andere Unternehmen, die sich in großem Umfang im Derivatengeschäft engagieren, sollen ihre hierbei praktizierten Risikosteuerungsmethoden offenlegen und aussagefähige Informationen über eingegangene Risiken (Markt-, Kredit- und Liquiditätsrisiko) und deren Erfolgsauswirkungen liefern. Dies fordert die .

 


Vorschau

Die voraussichtlichen Themen der April-Ausgabe 1996 des Bilanzbuchhalter:

  • Praktische Erfahrungen bei Einführung der International Accounting Standards (IAS);
  • U.S. Generally Accepted Accounting Standards (U.S.-GAAP) und deutsches Recht;
  • Globalisierung: Konsequenzen für das Controlling;
  • Internet - internationale Computervernetzung;
  • Rechtsanwendungsklauseln bei internationalen Verträgen.

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Bilanzbuchhalter und Controller e.V. BV/BC

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