BC 10/1997: Titelthema: Betriebliche Altersversorgung


21. Jahrgang; Seiten 217-240; Oktober 1997
Titelthema
Betriebliche Altersversorgung

Buchführung/
Rechnungslegung/
Jahresabschluß
Ulrike Hill
Bilanzielle Besonderheiten beim Wechsel der betrieblichen Altersversorgungsformen S. 217

Stefan Wehner
Stellungnahme zu dem Entwurf eines § 6 d EStG/E – Euroumrechnungsrücklage S. 220

Investition/Finanzierung
Prof. Dr. Klaus Heubeck
Pensionsrückstellung oder Pensionsfonds? S. 222

Dr. Reinhold Höfer und Karin Meier
Arbeitnehmerfinanzierte betriebliche Altersversorgung S. 226

Steuerrecht
Dr. Klaus Otto
Steuerliche Gesichtspunkte bei Abfindung oder Verlust von Anwartschaften aus betrieblicher Altersversorgung S. 229

Wirtschaftsrecht
Timm Hitzfeld
Rechtsfragen zum Internet (Teil II)
S. 233

Rezensionen S. 232, 236

BVBB-Nachrichten S. 237

Impressum S. XI

Finanzierung von Betriebsrenten

Während Neuseeländer zu ihrer Alterssicherung Forstflächen erwerben oder pachten und dort auf eigene Kosten kleine Bäume pflanzen, um nach etwa dreißig Jahren vom Ernteertrag im Alter leben zu können – Bäume wachsen in Neuseeland viermal schneller als in Kanada oder Skandinavien –, bewegen hierzulande die Finanzierungsprobleme in der gesetzlichen Rentenversicherung die Gemüter. Nicht nur die private, sondern auch die betriebliche Altersversorgung wird daher künftig in Deutschland an Bedeutung gewinnen.
In Verbindung mit dem dritten Finanzmarktförderungsgesetz, das voraussichtlich am 1. März 1998 in Kraft treten wird, soll die Palette der externen Finanzierungsformen für Betriebsrenten (bislang: Direktversicherung, Unterstützungs- und Pensionskasse) durch die Einführung von Pensions-Sondervermögen erweitert werden. Gefördert werden soll damit die Anlage von Mitteln zur betrieblichen Altersversorgung auf Kapitalmärkten, statt unternehmensintern Pensionsrückstellungen zu bilden.
Über diese Entwicklung freut sich verständlicherweise das Finanzierungsgewerbe – wegen der Margen im Fondsgeschäft. Aber es melden sich auch Bedenkenträger wie das Vorstandsmitglied der Daimler-Benz AG, Manfred Gentz (FAZ vom 5.7.1997), die weiterhin die positive Auswirkung von Pensionsrückstellungen auf die Liquidität der Unternehmen sehen und das Herauslösen von Versorgungskapital aus den Betrieben kritisch beurteilen. Dies trifft allerdings nur auf den Liquiditätsabfluß an Pensionskassen und die voraussichtlich ab 1998 zulässige Finanzierungsform des Pensions-Sondervermögens zu, denn Direktversicherung und Unterstützungskassen können in der Regel durch Beleihung nutzbar gemacht werden.
Die Kontroverse wird auch in diesem Heft (Seite 222 ff.) behandelt. Zur weiteren Vertiefung der Frage einer Optimierung der Finanzierung betrieblicher Versorgungszusagen ist es empfehlenswert, die September-Ausgabe 1995 unseres Fachorgans zur Hand zu nehmen. Denn das Resümee hierzu aus finanzieller und steuerlicher Sicht ist heute dasselbe wie vor zwei Jahren: Bei den meisten betrieblichen Versorgungszusagen ist eine Kombination der internen und externen Versorgungssysteme vorteilhaft. Die Aufteilung unter den verschiedenen Finanzierungsformen hängt u.a. von der Höhe des momentanen Fremdkapitalzinses, vom Kapitalbedarf, von der Art der Versorgungsleistung (Alters-, Invaliditäts- oder Hinterbliebenenversorgung) sowie von der Altersstruktur im Unternehmen ab.


Vorschau

Die voraussichtlichen Themen der BC-November-Ausgabe 1997:

  • Rationalisierung der Jahresabschlußerstellung;
  • Checkliste und Fallbeispiele zum Jahresabschluß;
  • Der steuerliche GmbH-Jahresabschluß am Beispiel der VSRW-Software;
  • Rentabilitätsorientiertes Bilanzstrukturmanagement;
  • Rationeller Ablauf von Außenprüfungen.


Organ des Bundesverbandes der
Bilanzbuchhalter und Controller e.V. BV/BC

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