BC 6/1997: Titelthema: Unternehmensnachfolge


21. Jahrgang; Seiten 121-144; Juni 1997
Titelthema
Unternehmensnachfolge

Buchführung/
Rechnungslegung/
Jahresabschluß
Ludger Spindeldreier
Bilanzierung bei Formwechsel S.121

Kostenrechnung/Controlling
Prof. Reinhold E. Eichholz
Die Nachfolge in mittelständischen Unternehmen S. 124

Investition/Finanzierung
Manfred Ertl
Das Finanzergebnis: Verborgene Nutzen- und Ertragspotentiale (Teil II) S. 129

Steuerrecht
Dr. K. Jan Schiffer, Franz-Bernd Daum und Stefan Wehner
Unternehmensnachfolge und das neue Erbschaft- und Schenkungsteuerrecht S. 132

Wirtschaftsrecht
Matthias Dörsam
Gestaltung von Nachfolgeklauseln
S. 138

Buchtip S. 123

BVBB-Nachrichten S. 142

Impressum S. IX

Vererben ohne Scherben

Von den über 300000 mittelständischen Unternehmen, die in den nächsten vier Jahren vor einem Wechsel in der Geschäftsführung stehen, dürften nach Angaben des Instituts für Mittelstandsforschung in Bonn fast 30 Prozent in eine ernsthafte wirtschaftliche Krise geraten oder gar stillgelegt werden. Andere Vertreter gehen sogar davon aus, daß nur die Hälfte dieser von der Nachfolge betroffenen Unternehmen überleben wird. Extrapoliert man diese auf empirischen Untersuchungen basierenden Befürchtungen auf die kommenden zehn bis zwanzig Jahre, erhalten sie für die deutsche Unternehmenslandschaft beinah Züge, denn rund 90 Prozent aller deutschen Unternehmen sind Familienunternehmen.

Der viel beklagte Traditionsverlust und die loser gewordenen Familienbindungen bei der heutigen jüngeren Generation sind beileibe nicht das entscheidende Nachfolgeproblem. Schon die beim Reich Karls des Großen gilt als mißlungen, da die Realteilung Europas in die Nationalstaaten Deutschland und Frankreich jahrhundertelanges Leid mit sich brachte. Selten stellt sich zudem das ein, daß ein Unternehmen über drei bis vier Generationen hinweg erfolgreich von der Inhaberfamilie weitergeführt wird.

Aufgrund der Verbindung von beschäftigen sich viele Unternehmer widerstrebend mit der Nachfolgeregelung. Einhellige Expertenmeinung in dieser Frage ist jedoch: Je früher der zurücktretende Unternehmer mit der Planung des Übergangs beginnt (möglichst schon ab dem 50. Lebensjahr), desto besser.

Zugleich ist die Nachfolge in Familienunternehmen komplex und daher nicht durch Patentrezepte zu lösen. Individuelle Entscheidungsfaktoren wie Altersversorgung des Betriebsinhabers, familiäre Verhältnisse, Wert des Unternehmens, Branche und zu erwartende Steuerbelastungen prägen das Szenario. Bilanzbuchhalter und Controller werden demzufolge nicht nur bei betriebswirtschaftlichen Fragen der Nachfolgeplanung wie Rendite- und Liquiditätsberechnung herangezogen, sondern auch zur Vermeidung von Zielkonflikten mit steuer- und gesellschaftsrechtlichen Problemen konfrontiert.

Diese BC-Ausgabe zur Unternehmensnachfolge zeigt, daß sich die Rechtsform der GmbH & Co. KG vielfach eignet, um fließende Übergänge von einer Generation zur nächsten zu gestalten und die schenkung- und erbschaftsteuerlichen Vorteile bei Personengesellschaften auszunutzen.


Vorschau

Die voraussichtlichen Themen der BC-Juli-Ausgabe 1997:

  • Controlling im Outsourcing-Prozeß;
  • Benchmarking im Finanz- und Rechnungswesen (Teil I);
  • Steuerliche Gestaltungsmöglichkeiten bei Aufspaltung, Abspaltung und Ausgliederung;
  • Arbeitsrechtliche Fragen beim Outsourcing;
  • Rechtsprobleme beim Outsourcing.


Organ des Bundesverbandes der
Bilanzbuchhalter und Controller e.V. BV/BC

Verlag C.H. Beck München -Frankfurt