BC 4/1997: Titelthema: Aufdeckung von Unterschlagungen im Unternehmen


21. Jahrgang; Seiten 73-96; April 1997
Titelthema
Aufdeckung von Unterschlagungen im Unternehmen

Buchführung/ Rechnungslegung/ Jahresabschluß
Stefan Wehner
Aufdeckung von Unterschlagungen im Unternehmen S. 73

Investition/Finanzierung
Manfred Ertl
Das Finanzergebnis: Verborgene Nutzen- und Ertragspotentiale (Teil I) S. 79

Steuerrecht
Otto Geiger
Neue Urteile und Verwaltungserlasse im Körperschaftsteuerrecht S. 82

Berufsrecht
Prof. Dr. Axel Jäger
Anmerkungen zum EuGH-Urteil «BVBB gegen EG-Kommission» S. 87

Arbeits-/Sozialrecht
Christian Klette
Arbeitsrechtliche Folgen des neuen Umwandlungsgesetzes S. 89

BVBB-Nachrichten S. 94

Impressum S. XI

Unterschlagungen im Unternehmen

Nicht nur in Deutschland, sondern weltweit werfen sich mehrende wirtschaftskriminelle Vergehen ein trübes Licht auf die Unternehmen. Auch wenn die Aufklärungsrate bei den bekanntgewordenen Fällen zwischen 80 und 90 Prozent liegen soll, ist die Dunkelziffer der nicht aufgedeckten Straftaten hoch.

In den Vereinigten Staaten betreffen 80 Prozent der Delikte Unterschlagungen von Vermögen (Kapitalanlagen, Beteiligungen, Finanzierungsmittel, Inventar), 10 Prozent Betrug und Korruption, gefolgt von Dokumentenfälschungen (z.B. bei Rechnungen und Jahresabschlüssen). Risikobranchen sind vorwiegend die Bau- und Immobilienwirtschaft, Versicherungen, Finanzdienstleister und der Handel. Diese Angaben beruhen auf einer mittlerweile zehnjährigen Erhebung der Association of Certified Fraud Examiners, einer international tätigen Vereinigung von Unterschlagungsprüfern, die ihren Sitz in den USA hat. Die Ergebnisse der Organisation decken sich weitgehend mit einer Umfrage, die die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG 1995 bei 4.000 Unternehmen in 18 Ländern durchgeführt hat.

Die bei den bislang ermittelten wirtschaftskriminellen Handlungen in Unternehmen sind bis zu 58 Prozent Sachbearbeiter, 30 Prozent leitende Angestellte und 12 Prozent Eigentümer. Dreiviertel der Täter sind Männer. Andererseits verursachen wirtschaftskriminelle Delikte, die von leitenden Angestellten verübt werden, bei den betroffenen Unternehmen 16fach höhere Verluste als Unterschlagungen, in die Sachbearbeiter verwickelt sind.

Insbesondere kleinere Unternehmen mit weniger als 100 Mitarbeitern machen die kostspieligen Wirtschaftsdelikte zu schaffen, da sie selten über ein internes Kontrollsystem verfügen. Und damit ist bereits das wichtigste Instrument zur Verhütung und Aufdeckung von Unterschlagungen im Unternehmen genannt. Die zweithäufigste Entdeckungsmethode sind .

Das Rechnungswesen als kann auch frühzeitig Warnsignale für vermutete wirtschaftskriminelle Handlungen geben, z.B. bei stark steigendem Forderungsbestand oder wenn auf einem Bankkontoauszug ein Scheck als (gefälscht) gekennzeichnet ist. Dank der Doppik des Buchhaltungssystems kann der Kern der Buchführungskonzeption nicht korrumpiert bzw. frisiert werden, außer es werden Daten manipuliert. Bedeutendster Prüfstein zur Aufdeckung von Unterschlagungen im Unternehmen ist daher bei internen Revisionen wie auch bei Abschlußprüfungen durch die Wirtschaftsprüfer die Finanzbuchhaltung.


Vorschau

Die voraussichtlichen Themen der BC-Mai-Ausgabe 1997:

  • Controllingfelder im Personalmanagement;
  • Praxis der Personalentwicklung;
  • Neue Wege der Stellensuche im Rechnungswesen- und Controllingbereich;
  • Steuerliche Optimierung von Gehaltsnebenleistungen;
  • Aktuelle Möglichkeiten der flexiblen Personalplanung.

Organ des Bundesverbandes der
Bilanzbuchhalter und Controller e.V. BV/BC

Verlag C.H. Beck München -Frankfurt