BC 1/1997: Titelthema: Mittelstand


21. Jahrgang; Seiten 1-24; Januar 1997
TITELTHEMA
Mittelstand

Buchführung/ Rechnungslegung/ Jahresabschluß
Dr. Robert Winnefeld
Abweichungen zwischen Handels- und Steuerbilanz am Beispiel der GmbH S.1

Kostenrechnung/ Controlling
Prof. Dr. Frank-Jürgen Witt
Controlling im Mittelstand S. 5

EDV/Organisation
Stefan Wehner
Zertifizierung nach DIN EN ISO 9001 im Finanz- und Rechnungswesen (Teil I) S. 10

Steuerrecht
Jahressteuergesetz 1997 im Überblick S. 15

Wirtschaftsrecht
Matthias Dörsam
Der Betriebsrat S. 18

BVBB-Nachrichten S. 22

Impressum S. XI

Bilanzbuchhalter und Controller

Noch vor zwei Jahren hätte es vermutlich nicht wenige Unkenrufe gegeben, mit der Erweiterung des Zeitschriftentitels um die sei dem Beck-Verlag ein Mißgriff sondergleichen unterlaufen; man bringe hier zwei gegensätzliche Berufsmentalitäten gleichsam wie zusammen.
Diese pessimistische Sichtweise beruht auf der herkömmlichen Vorstellung, daß die mit der Rechnungslegungsverantwortung der Bilanzbuchhalter einhergehende Vergangenheitsorientierung und Pfenniggenauigkeit sich nicht mit der vorausschauenden Arbeitsweise der Controller vertrage.
Heute ist missionarische Überzeugungsarbeit für den neuen Zeitschriftentitel nahezu überflüssig. Mit der Integration beider Berufsgruppen in unserer Zeitschrift – der Bundesverband der Bilanzbuchhalter und Controller e.V. (BVBB) hat sie bereits seit 1995 vollzogen – zeichnet sich schon jetzt ein ab; denn die für Deutschland typische Dualität von externem (Rechnungskreis I) und internem Rechnungswesen (Rechnungskreis II) wird aufgrund der zunehmenden Anglikanisierung der Rechnungslegungsvorschriften in den nächsten Jahren nivelliert. Aus dem handelsrechtlichen Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit sollen sich künftig ohne großen Überleitungsaufwand zentrale Steuerungsgrößen für die interne Berichterstattung ableiten lassen. Eine Schlüsselrolle spielt dabei das nach internationalen Rechnungslegungsgrundsätzen für die externe Gewinn- und Verlustrechnung vorgeschriebene Umsatzkostenverfahren. Im Gegensatz zum Gesamtkostenverfahren werden die Aufwendungen bzw. Kosten nicht nach ihrer Entstehung, sondern nach ihrer Verwendung in den verschiedenen Funktionsbereichen (z.B. Kostenstellen, Aufträge, Projekte) des Unternehmens dargestellt. Das Umsatzkostenverfahren ist somit ein brauchbares Instrument zum Einstieg in eine aufgabenorientierte Unternehmenssteuerung.
Doch auch unabhängig von der zunehmenden Internationalisierung der Rechnungslegungsvorschriften leisten bereits heute modular (bausteinartig) aufgebaute kaufmännische Softwarelösungen einen entscheidenden Beitrag zur wachsenden Vernetzung von Management Accounting und rechnungswesenbasiertem Controlling. Durch die softwaregestützte Einrichtung paralleler Bewertungsbereiche, z.B. für die Erfassung unterschiedlicher Abschreibungsmethoden, wird die Verzahnung von Finanzbuchhaltung und Kostenrechnung optimiert.
Diese Veränderungen in der Rechnungslegungslandschaft bedingen eine engere Zusammenarbeit zwischen Bilanzbuchhaltern und Controllern wie auch eine effizientere Kombination der Finanzbuchhaltungs- und Controllinginstrumente.


Vorschau

Die voraussichtlichen Themen der BC-Februar-Ausgabe 1997:

  • Cost Benchmarking;
  • Zertifizierung nach DIN EN ISO 9001 im Finanz- und Rechnungswesen (Teil II);
  • Finanzergebnis;
  • Grundstücksbewertung nach dem Jahressteuergesetz 1997;
  • Neuregelungen für Arbeitgeber, Arbeitnehmer und Selbständige durch das Jahressteuergesetz 1997;
  • Neuregelungen zum Kündigungsschutz

Organ des Bundesverbandes der
Bilanzbuchhalter und Controller e.V. BV/BC

Verlag C.H. Beck München Frankfurt