BC 9/1998: Titelthema: Umsatzsteuer


22. Jahrgang; Seiten 193-216; September 1998
Titelthema
Umsatzsteuer

Buchführung / Rechnungslegung / Jahresabschluß
Thomas Welte
Ausgewählte Praxisprobleme bei der Verbuchung der Umsatzsteuer S. 193

Stefan Wehner
Auswirkungen der internationalen Antikorruptionsgesetzgebung auf Buchhaltung und Steuerrecht S. 197

Steuerrecht
Hans Jürgen Bathe
Besteuerung innergemeinschaftlicher Umsätze S. 199

Günther Wittwer
Fallbeispiel zur umsatzsteuerlichen Behandlung von Werklieferungen S. 208

Euro-Countdown
Ingo König
EURO-Preisbildung aus Handels- und Verbrauchersicht – Unerwünschte Umsatz- und Ertragssituationen vermeiden S. 212

Rezension S. 198

BVBC-Nachrichten S. 214

Impressum S. XI

Änderung des EU-Mehrwertsteuerrechts

Die Bestrebungen der vergangenen Jahre, das Besteuerungs- und Kontrollsystem für die Umsatzsteuern in der Europäischen Union (EU) zu vereinheitlichen, haben eine zunehmende Regelungskomplexität im Umsatzsteuerrecht, gerade beim innergemeinschaftlichen Waren- und Dienstleistungsverkehr, bewirkt. In der Folge ist die Umsatzsteuer mit ihren Aufzeichnungs-, Nachweis- und Erklärungspflichten zum Problemfeld Nummer 1 in Rechnungswesenabteilungen geworden. Beklagt wird vor allem, daß es immer noch keine einheitlichen Bestimmungen zur Erhebung der Mehrwertsteuer (MwSt) im Ursprungsland einer Ware gibt.

Mitte diesen Jahres hat nun die EU-Kommission beim Vorsteuerabzug, dem Herzstück des Umsatzsteuersystems, Vorschläge zur Vereinfachung und Vereinheitlichung unterbreitet, die noch der Zustimmung durch den EU-Ministerrat bedürfen und bereits zum 1. Januar 1999 in Kraft treten sollen.

Betroffen davon ist zunächst der Abzug von MwSt, die Unternehmen in einem anderen EU-Mitgliedstaat entrichtet haben – etwa bei Messen oder Transporten. Bislang muß man in diesem Fall ein aufwendiges Erstattungsverfahren bei der zuständigen Steuerbehörde des jeweiligen Staates durchlaufen (u.a. Bescheinigung der Unternehmereigenschaft, Rechnungsnachweis). Künftig sollen Unternehmen derartige Vorsteueraufwendungen bereits in der Steuererklärung für ihr Wohnsitz-Finanzamt abziehen können (Aufschlüsselung der Vorsteuerbeträge nach EU-Ländern, Rechnungskopien/Einfuhrdokumente). Unter das geplante neue Verfahren fallen insbesondere Ausgaben für Pkw, Unterkunft und Verpflegung sowie Luxus-, Vergnügungs- und Repräsentationsaufwendungen.

Da die überwiegende Mehrheit der EU-Mitgliedstaaten bei solchen Leistungen den Vorsteuerabzug entweder ganz ausschließt oder einschränkt, sollen dementsprechend auch EU-einheitliche Bedingungen zur Kappung des Vorsteuerabzugs hergestellt werden. Bei Pkw- sowie Unterkunfts- und Verpflegungskosten auf Geschäftsreisen wird der Vorsteuerabzug einheitlich 50 Prozent der auf diesen Ausgaben lastenden MwSt betragen; die Mitgliedsländer können bei Pkw-Ausgaben den Vorsteuerabzug auch auf weniger als 50 Prozent festsetzen (Optionsrecht).

Völlig ausgeschlossen werden soll der Vorsteuerabzug für Luxus-, Vergnügungs- und Repräsentationsaufwendungen (z.B. Buchhalter erwirbt zur Ausschmückung seines Büros einen Orientteppich für 50.000 ECU).


Vorschau

Die voraussichtlichen Themen der BC-Oktober-Ausgabe 1998:

  • Bilanzierung von Web-Dokumenten;
  • Internet und Controlling am Beispiel der Hyperion-Software;
  • Electronic Banking – Automatisches Verbuchen von Kontoauszügen;
  • Ertragsteuerplanung bei Verkäufen über das Internet in Fällen;
  • Bildschirmarbeitsplätze und Arbeitsrecht;
  • Rechtsfragen zum Internet in Fällen.


Organ des Bundesverbandes der
Bilanzbuchhalter und Controller e.V. BV/BC

Verlag C.H. Beck München -Frankfurt