BC 7/1998: Titelthema: Bonitätsbeurteilung von Unternehmen durch Banken


22. Jahrgang; Seiten 145--168; Juli 1998
Titelthema
Bonitätsbeurteilung von Unternehmen durch Banken

Buchführung / Rechnungslegung / Jahresabschluß
Dr. Andreas Freiling

Besonderheiten des Einzelabschlusses von Kreditinstituten S. 145

Dr. Rolf G. Meyer
Analyse-Praxis der Kreditinstituteam Beispiel der Baden-Württembergische Bank AG S. 149

Kostenrechnung/Controlling
Jürgen Hillen
Operative Steuerung des Verwaltungsaufwands bei Banken (Teil I) S. 153

EDV/Organisation
Eva Lang Die Struktur der Europäischen Zentralbank S. 156

Investition/Finanzierung
Prof. Dr. Jürgen Wegmann
Drittes Finanzmarktförderungsgesetz – Auswirkungen auf die Eigenkapitalbeschaffung mittelständischer Unternehmen S. 158

Wirtschaftsrecht
Dr. Hans-Eduard Hille
Das Verhältnis zur Bank in der Krise des Unternehmens S. 162

BVBC-Nachrichten S. 165

Impressum S. XIII

‹Kapitalspritzen›

Unternehmen werden sich künftig in stärkerem Maße direkt über den Kapitalmarkt statt über Bankkredite finanzieren. Diese Entwicklung berücksichtigt das Dritte Finanzmarktförderungsgesetz, das am 1. April 1998 in Kraft getreten ist, indem es die Eigenkapitalbeschaffung von Klein- und mittelständischen Unternehmen auch außerhalb der Börse erleichtert (Näheres in diesem Heft S. 158 ff.). Optimistisch stimmen zudem die Einschätzungen auf dem 4. Deutschen Eigenkapitaltag, der Anfang Juni 1998 in Berlin stattfand, daß immer mehr internationale Fondsgesellschaften und private Anleger nach Investitionsmöglichkeiten im Mittelstand suchten.

Bislang hätten rund 3.800 Unternehmen Risiko- und Beteiligungskapital (Venture Capital) in Höhe von über 7,7 Mrd. DM erhalten (u.a. ‹Blick durch die Wirtschaft› vom 5.6.1998). Nach Angaben des Bundesverbandes Deutscher Kapitalbeteiligungsgesellschaften (BVK) werden in diesem Jahr voraussichtlich 600 bis 700 Unternehmen dazukommen. 1997 hat sich das Volumen an Risikokapitalbeteiligungen mit 2,4 Mrd. DM gegenüber 1996 verdoppelt. Von 16.500 Anfragen Eigenkapital suchender Unternehmen sei es 1997 bei jedem 17. zum Engagement gekommen. Zugenommen habe insbesondere die ‹Frühphasenfinanzierung› in Wachstumsbranchen (wie Informations-, Biotechnologie oder Telekommunikation), die sich von der Finanzierung eines neuen Unternehmenskonzeptes bis hin zum Beginn der Produktion und des Marketings erstreckt. Stark gestiegen ist außerdem der Finanzierungsbedarf bei Nachfolgeregelungen und Gesellschafterwechseln in mittelständischen Unternehmen. Für die kommenden Jahre erwartet der BVK in Deutschland Beteiligungskapital-Neuinvestitionen von jährlich über zwei Mrd. DM.

Diese BC-Ausgabe befaßt sich aber auch in Beiträgen zur Bonitätsbeurteilung von Unternehmen durch Kreditinstitute (S. 149 ff.) und den rechtlichen Vorgaben für die Geschäftsbeziehungen zwischen Bank und Unternehmen (S. 162 ff.) mit der noch immer gängigsten Form der Kapitalbeschaffung im Mittelstand – der Finanzierung über Fremdkapital. Darüber hinaus bieten die Ausführungen zur «Operativen Steuerung des Verwaltungsaufwands bei Banken» (S. 153 ff.) einen guten Einblick in die Organisation der Commerzbank AG; auch Dienstleistungsunternehmen anderer Branchen finden hier ein übertragbares Controllinginstrumentarium, um Gemeinkosten in den Griff zu bekommen. Finanzanalysten haben im übrigen ermittelt, die Commerzbank weise unter den Großbanken die beste Kostenstruktur auf (vgl. F.A.Z. vom 7.4.1998).


Vorschau

Die voraussichtlichen Themen der BC-August-Ausgabe 1998:

  • Harmonisierung von internem und externem Rechnungswesen;
  • Vergleich der Rechnungslegungsvorschriften nach deutschem Recht und nach IAS;
  • Operative Steuerung des Verwaltungsaufwands bei Banken (Teil II);
  • Kapitalflußrechnungen;
  • ‹Irreführende Werbung› – Der Begriff ‹Rechnungswesen› auf dem Prüfstand


Organ des Bundesverbandes der
Bilanzbuchhalter und Controller e.V. BV/BC

Verlag C.H. Beck München - Frankfurt