BC 3/1998: Titelthema: Krisen- und Sanierungsmanagement


22. Jahrgang; Seiten 49-72; März 1998
Titelthema
Krisen- und Sanierungsmanagement

Kostenrechnung/Controlling
Prof. Reinhold E. Eichholz
Sanierung als existenzerhaltendes Krisenmanagement S. 49

Dr. K. Jan Schiffer, Stefan Wehner und Claus J. Peters
Erfolgsfaktoren der Unternehmenssanierung S. 52

EDV/Organisation
Dr. Gabriele Schäfer und Martin Duchscherer
Lernprogramm Buchführung S. 57

Steuerrecht
Jörg Zimmermann und Christian Rech
Steuerplanung und Steuerrisiken für die GmbH in der Krise
S. 59

Arbeits-/Sozialrecht
Dr. Hans-Eduard Hille
Abfindungen entwertet S. 62

Wirtschaftsrecht
Dr. Roland Wiester
Die neue Insolvenzordnung S. 65

BVBB-Nachrichten S. 69

Impressum S. XI

Sanierungspsychologie

Umsatzrückgang, zunehmender Konkurrenzdruck, schwache Finanzmittelausstattung und Ertragseinbrüche – um nur einige Krisensymptome zu nennen – erfordern in der Regel schmerzliche Veränderungen und Einschnitte im Unternehmen. Der Sanierungsprozeß verläuft dabei meist nach demselben : Sobald Kostensenkungsmaßnahmen und Personalabbau nicht mehr ausreichen, wird mittels therapiert. Dahinter verbirgt sich ein – insbesondere durch Beschränkung auf Kernkompetenzen (Abstoßen unrentabler Geschäftsbereiche, Sortimentsbereinigung); statt Umsatzdominanz wird eine strikte Ergebnisorientierung verfolgt, wodurch abermals Arbeitsplätze verlorengehen. Dazu gesellen sich Maßnahmen zur Neuorganisation wie Flexibilisierung der Beschäftigungszeiten, Produktivitätssteigerung, mehr Kundenorientierung sowie Verstärkung der Marktaktivitäten.

Vielfach wird jedoch in der Sanierungspraxis das wertvollste Kapital, das ein Unternehmen hat, übersehen: gut ausgebildete, motivierte und engagierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Mittel- bzw. langfristig garantieren sie – bei umsichtiger Menschenführung – den Erfolg eines Unternehmens. Da sich Sanierungsmaßnahmen bei den Betroffenen fast immer in einer von Ängsten, Besorgnis und Schuldzuweisungen belasteten Atmosphäre bewegen, sind Rücksichtnahme auf die Befindlichkeit loyaler und leistungswilliger Mitarbeiter unerläßlich. Auch Fairneß und vertrauensvolle Zusammenarbeit gehören zu den Kardinaltugenden beim Umgang mit dem Personal. Andernfalls entsteht eine Neurotisierung des Betriebsklimas, die zu einer tiefen Verunsicherung über die eigene und die Zukunft des Unternehmens sowie zum weitgehenden Verlust der Identifikation mit dem Unternehmen führt. Die daraus resultierende Demotivation beeinträchtigt die Leistungsfähigkeit und vermehrt die Fehlerhäufigkeit bei den Betroffenen. Darüber hinaus kann eine negative Personalauslese angestoßen werden: Die Tüchtigen und Hochqualifizierten suchen sich einen neuen Arbeitsplatz, kündigen und verlassen .

«Ein Rückfall in frühkapitalistische Zeiten, wie er vielfach festzustellen ist, kann wohl kaum der richtige Weg sein. Den Menschen mehr im Auge zu haben als das neue – als alleinige Zielvorgabe unangemessene – Zauberwort Shareholder-Value wäre richtiger» (Prof. Dr. Dr. Mutschler, FAZ vom 9.2.1998).


Vorschau

Die voraussichtlichen Themen der BC-April-Ausgabe 1998:

  • Aktivierung und Abschreibung von Hard- und Software;
  • Fallbeispiel zur Bewertung von Teilamortisationen (Non-Pay-Out) bei der Beschaffung von EDV-Anlagen;
  • Hard- und Softwareausstattung im Finanz- und Rechnungswesen – Benchmarking;
  • Integrierte kaufmännische Softwarelösungen im Vergleich;
  • Rechtsfragen bei der Beschaffung von Hard- und Software.

Organ des Bundesverbandes der
Bilanzbuchhalter und Controller e.V. BV/BC

Verlag C.H. Beck München -Frankfurt